Kirch-Hof begraben, die Frau hat sich bald darauf aus der Stadt verlohren.
Jm Jahre 1707 den 7 November fuhr ein Bürger, Namens Schurich mit dem Pflu- ge auf seinen Acker, war aber kaum heraus, so rührete ihn der Schlag, man brachte ihn zwar lebendig nach Hause, starb aber gleich darauf.
Jm Jahre 1708 den 6 Februar wurde eine ordinaire Post angeleget.
Jn eben diesem Jahre den 8 October kam die Durchlauchtigste Fürstin Ursula Cathari- na von Teschen, als damalige Herrschaft, nebst ihren Herrn Bruder den Bischof von Cracau, und hielte sich etliche Wochen hier auf, erzeigte sich gegen viele sehr gnädig, be- schenckte den damahligen Ober-Förster Lube- rin mit Holtz, zu seinem neuen Hause, den Postmeister mit einem Flecken, nicht weit vom Amt-Hause, zu einem Gebäude, den Gast- wirth mit einer Wiese, und den Hrn. von Tem- ritz mit der Freyheit Brandtwein in seinem Hause vor sich zu brennen, so lange er lebte, vocirete auch dem Primario Martini seinen ältesten Sohn M. Christian Martini, bißhe- rigen Diacono in Liebenwerda zum Substitu- ten. Hierauf gieng sie den 1 November wie- der von hier nach Breßlau.
Jm Jahre 1709 den 28 October fuhr Mattheus Mroßck aus Colm gebürtig, und
nach
Das neunzehende Capitel.
Kirch-Hof begraben, die Frau hat ſich bald darauf aus der Stadt verlohren.
Jm Jahre 1707 den 7 November fuhr ein Buͤrger, Namens Schurich mit dem Pflu- ge auf ſeinen Acker, war aber kaum heraus, ſo ruͤhrete ihn der Schlag, man brachte ihn zwar lebendig nach Hauſe, ſtarb aber gleich darauf.
Jm Jahre 1708 den 6 Februar wurde eine ordinaire Poſt angeleget.
Jn eben dieſem Jahre den 8 October kam die Durchlauchtigſte Fuͤrſtin Urſula Cathari- na von Teſchen, als damalige Herrſchaft, nebſt ihren Herrn Bruder den Biſchof von Cracau, und hielte ſich etliche Wochen hier auf, erzeigte ſich gegen viele ſehr gnaͤdig, be- ſchenckte den damahligen Ober-Foͤrſter Lube- rin mit Holtz, zu ſeinem neuen Hauſe, den Poſtmeiſter mit einem Flecken, nicht weit vom Amt-Hauſe, zu einem Gebaͤude, den Gaſt- wirth mit einer Wieſe, und den Hrn. von Tem- ritz mit der Freyheit Brandtwein in ſeinem Hauſe vor ſich zu brennen, ſo lange er lebte, vocirete auch dem Primario Martini ſeinen aͤlteſten Sohn M. Chriſtian Martini, bißhe- rigen Diacono in Liebenwerda zum Subſtitu- ten. Hierauf gieng ſie den 1 November wie- der von hier nach Breßlau.
Jm Jahre 1709 den 28 October fuhr Mattheus Mroßck aus Colm gebuͤrtig, und
nach
<TEI><text><body><divn="1"><p><pbfacs="#f0186"n="168"/><fwplace="top"type="header"><hirendition="#b">Das neunzehende Capitel.</hi></fw><lb/>
Kirch-Hof begraben, die Frau hat ſich bald<lb/>
darauf aus der Stadt verlohren.</p><lb/><p>Jm Jahre 1707 den 7 November fuhr<lb/>
ein Buͤrger, Namens Schurich mit dem Pflu-<lb/>
ge auf ſeinen Acker, war aber kaum heraus, ſo<lb/>
ruͤhrete ihn der Schlag, man brachte ihn zwar<lb/>
lebendig nach Hauſe, ſtarb aber gleich darauf.</p><lb/><p>Jm Jahre 1708 den 6 Februar wurde<lb/>
eine ordinaire Poſt angeleget.</p><lb/><p>Jn eben dieſem Jahre den 8 October kam<lb/>
die Durchlauchtigſte Fuͤrſtin Urſula Cathari-<lb/>
na von Teſchen, als damalige Herrſchaft,<lb/>
nebſt ihren Herrn Bruder den Biſchof von<lb/>
Cracau, und hielte ſich etliche Wochen hier<lb/>
auf, erzeigte ſich gegen viele ſehr gnaͤdig, be-<lb/>ſchenckte den damahligen Ober-Foͤrſter Lube-<lb/>
rin mit Holtz, zu ſeinem neuen Hauſe, den<lb/>
Poſtmeiſter mit einem Flecken, nicht weit vom<lb/>
Amt-Hauſe, zu einem Gebaͤude, den Gaſt-<lb/>
wirth mit einer Wieſe, und den Hrn. von Tem-<lb/>
ritz mit der Freyheit Brandtwein in ſeinem<lb/>
Hauſe vor ſich zu brennen, ſo lange er lebte,<lb/>
vocirete auch dem <hirendition="#aq">Primario</hi> Martini ſeinen<lb/>
aͤlteſten Sohn M. Chriſtian Martini, bißhe-<lb/>
rigen <hirendition="#aq">Diacono</hi> in Liebenwerda zum Subſtitu-<lb/>
ten. Hierauf gieng ſie den 1 November wie-<lb/>
der von hier nach Breßlau.</p><lb/><p>Jm Jahre 1709 den 28 October fuhr<lb/>
Mattheus Mroßck aus Colm gebuͤrtig, und<lb/><fwplace="bottom"type="catch">nach</fw><lb/></p></div></body></text></TEI>
[168/0186]
Das neunzehende Capitel.
Kirch-Hof begraben, die Frau hat ſich bald
darauf aus der Stadt verlohren.
Jm Jahre 1707 den 7 November fuhr
ein Buͤrger, Namens Schurich mit dem Pflu-
ge auf ſeinen Acker, war aber kaum heraus, ſo
ruͤhrete ihn der Schlag, man brachte ihn zwar
lebendig nach Hauſe, ſtarb aber gleich darauf.
Jm Jahre 1708 den 6 Februar wurde
eine ordinaire Poſt angeleget.
Jn eben dieſem Jahre den 8 October kam
die Durchlauchtigſte Fuͤrſtin Urſula Cathari-
na von Teſchen, als damalige Herrſchaft,
nebſt ihren Herrn Bruder den Biſchof von
Cracau, und hielte ſich etliche Wochen hier
auf, erzeigte ſich gegen viele ſehr gnaͤdig, be-
ſchenckte den damahligen Ober-Foͤrſter Lube-
rin mit Holtz, zu ſeinem neuen Hauſe, den
Poſtmeiſter mit einem Flecken, nicht weit vom
Amt-Hauſe, zu einem Gebaͤude, den Gaſt-
wirth mit einer Wieſe, und den Hrn. von Tem-
ritz mit der Freyheit Brandtwein in ſeinem
Hauſe vor ſich zu brennen, ſo lange er lebte,
vocirete auch dem Primario Martini ſeinen
aͤlteſten Sohn M. Chriſtian Martini, bißhe-
rigen Diacono in Liebenwerda zum Subſtitu-
ten. Hierauf gieng ſie den 1 November wie-
der von hier nach Breßlau.
Jm Jahre 1709 den 28 October fuhr
Mattheus Mroßck aus Colm gebuͤrtig, und
nach
Informationen zur CAB-Ansicht
Diese Ansicht bietet Ihnen die Darstellung des Textes in normalisierter Orthographie.
Diese Textvariante wird vollautomatisch erstellt und kann aufgrund dessen auch Fehler enthalten.
Alle veränderten Wortformen sind grau hinterlegt. Als fremdsprachliches Material erkannte
Textteile sind ausgegraut dargestellt.
Frentzel, Salomon Gottlob: Historischer Schau-Platz Oder Chronike Und Beschreibung Der Königlichen und Churfürstlichen Sächßischen Stadt und Herrschaft Hoyerswerda Im Marggraffthume Ober-Laußitz. Leipzig u. a., 1744, S. 168. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/frentzel_schauplatz_1744/186>, abgerufen am 23.09.2024.
Alle Inhalte dieser Seite unterstehen, soweit nicht anders gekennzeichnet, einer
Creative-Commons-Lizenz.
Die Rechte an den angezeigten Bilddigitalisaten, soweit nicht anders gekennzeichnet, liegen bei den besitzenden Bibliotheken.
Weitere Informationen finden Sie in den DTA-Nutzungsbedingungen.
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf
diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken
dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder
nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der
Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden.
Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des
§ 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen
Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung
der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu
vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
Zitierempfehlung: Deutsches Textarchiv. Grundlage für ein Referenzkorpus der neuhochdeutschen Sprache. Herausgegeben von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 2024. URL: https://www.deutschestextarchiv.de/.