nach Neyda verheyrathet, aus der Stadt in den Busch nach Streu, als er in Heimfahren den Wagen halten wollen, wurde er vom Wagen nieder geschlagen, und des Abends von Fuhrleuten darunter todt gefunden.
Jm Jahre 1710 den 9 November gieng ein Bürger und Becker, Meister Hans Sal- tzenbrod, etwas Fische für seine gute Freunde zu fangen, ward darauf nach etlichen Stun- den am Ufer todt gefunden, mit dem Unter-Lei- be lag er auf dem Trockenen, mit dem Ober- Leibe aber in gantz seichten Wasser, der Haa- men neben ihm, und den Kober hatte er am Halse, worinnen ein einiger Krebs, woraus man schliessen wollte, er müste einen Zufall haben bekommen, ehe er noch recht fischen wollen, daß er niedergefallen und durch die Kälte und Wasser im Munde, (denn der Mund lag im Wasser) ums Leben gekommen, wie er denn auch einige Jahr zuvor die Epi- lepsie gehabt, hinterlies ein junges Weib, und zwey unerzogene Kinder.
Jm Jahre 1711 den 1 Januar schenckte Herr Ehrenfried Sartorius, Bürgemeister und Apothecker, der Kirchen eine silberne ver- goldete Kanne, so 50 Thaler kostet.
Jn eben diesem Jahre den 3 Januar wur- de auf dem Pfarr-Lehne ein Kind gebohren, so auf den 3ten Tag darauf starb, es war ein
Mägd-
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Von allerhand Merckwuͤrdigkeiten.
nach Neyda verheyrathet, aus der Stadt in den Buſch nach Streu, als er in Heimfahren den Wagen halten wollen, wurde er vom Wagen nieder geſchlagen, und des Abends von Fuhrleuten darunter todt gefunden.
Jm Jahre 1710 den 9 November gieng ein Buͤrger und Becker, Meiſter Hans Sal- tzenbrod, etwas Fiſche fuͤr ſeine gute Freunde zu fangen, ward darauf nach etlichen Stun- den am Ufer todt gefunden, mit dem Unter-Lei- be lag er auf dem Trockenen, mit dem Ober- Leibe aber in gantz ſeichten Waſſer, der Haa- men neben ihm, und den Kober hatte er am Halſe, worinnen ein einiger Krebs, woraus man ſchlieſſen wollte, er muͤſte einen Zufall haben bekommen, ehe er noch recht fiſchen wollen, daß er niedergefallen und durch die Kaͤlte und Waſſer im Munde, (denn der Mund lag im Waſſer) ums Leben gekommen, wie er denn auch einige Jahr zuvor die Epi- lepſie gehabt, hinterlies ein junges Weib, und zwey unerzogene Kinder.
Jm Jahre 1711 den 1 Januar ſchenckte Herr Ehrenfried Sartorius, Buͤrgemeiſter und Apothecker, der Kirchen eine ſilberne ver- goldete Kanne, ſo 50 Thaler koſtet.
Jn eben dieſem Jahre den 3 Januar wur- de auf dem Pfarr-Lehne ein Kind gebohren, ſo auf den 3ten Tag darauf ſtarb, es war ein
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Von allerhand Merckwuͤrdigkeiten.
nach Neyda verheyrathet, aus der Stadt in
den Buſch nach Streu, als er in Heimfahren
den Wagen halten wollen, wurde er vom
Wagen nieder geſchlagen, und des Abends
von Fuhrleuten darunter todt gefunden.
Jm Jahre 1710 den 9 November gieng
ein Buͤrger und Becker, Meiſter Hans Sal-
tzenbrod, etwas Fiſche fuͤr ſeine gute Freunde
zu fangen, ward darauf nach etlichen Stun-
den am Ufer todt gefunden, mit dem Unter-Lei-
be lag er auf dem Trockenen, mit dem Ober-
Leibe aber in gantz ſeichten Waſſer, der Haa-
men neben ihm, und den Kober hatte er am
Halſe, worinnen ein einiger Krebs, woraus
man ſchlieſſen wollte, er muͤſte einen Zufall
haben bekommen, ehe er noch recht fiſchen
wollen, daß er niedergefallen und durch die
Kaͤlte und Waſſer im Munde, (denn der
Mund lag im Waſſer) ums Leben gekommen,
wie er denn auch einige Jahr zuvor die Epi-
lepſie gehabt, hinterlies ein junges Weib, und
zwey unerzogene Kinder.
Jm Jahre 1711 den 1 Januar ſchenckte
Herr Ehrenfried Sartorius, Buͤrgemeiſter
und Apothecker, der Kirchen eine ſilberne ver-
goldete Kanne, ſo 50 Thaler koſtet.
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Frentzel, Salomon Gottlob: Historischer Schau-Platz Oder Chronike Und Beschreibung Der Königlichen und Churfürstlichen Sächßischen Stadt und Herrschaft Hoyerswerda Im Marggraffthume Ober-Laußitz. Leipzig u. a., 1744, S. 169. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/frentzel_schauplatz_1744/187>, abgerufen am 23.09.2024.
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