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Furttenbach, Josef: Mannhaffter Kunst-Spiegel. Augsburg, 1663.

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Geographia.
setzen könne/ auff das aller einfältigest vorzutragen/ zu welchem Ende vnd hiezugegen ich dann auch/
ein schlechten gar vnsichtbaren gerust von Instrumenten/ ja anders nichts/ dann einig/ vnd alleinAuff eine
Mappen
zubringen.

mein in Anno 1644. in den Truck gegebene Mechanische Reisladen/ zu mir zunehmen/ jedoch aber/
vnd zu noch mehrer Beständigkeit die daselbst beym vierdten Kupfferblatt zufindenden Instrumenten/
vnd nemblich
Das viereckete Brettlin/ neben der also obein-
anderstehenden Nuß im Brettlin
Die rechte grosse Nuß
Den Dreyfuß
Den andern Standstecken
Den Schnierhaspel
Jetztmahlen zugebrauchen/ derselben Erklä-
rung dann/ auch wie solche zu verfertigen seyen/
in gedachtem Tractat der Mechanischen Reis-
laden von folio 99. biß 104. gar vmbständlich
seynd bescl rieben worden. Darauff ich mich nun referieren thue. Wann dann obbenambsete Instru-
menten allbereit bey der Stell zufinden seynd/ so wölle man im Namen GOttes den Anfang/ vnd also
auff hernach beschriebene Manier mit der Geographia procedieren.

Ich stelle demnach den Dreyfuß (darob die rechte grosse Nuß/ vnd ob derselbigen das viereckete
Brettlin ist allbereit auffgeschrauffet worden) in die höhe/ oder aber gar auff deß Kirchenthurns obern
Gang/ deß

Bergdorffs bey A. vnd sprich/ daß dises mein erster Stand seye/ jetzunder das Brettlin durch hilffHierzu
man die
Mechani-
sche Reis-
laden ge-
brauchen
kan.

der grossen Nuß/ also flach daligend/ dargestellt/ beneben die Mechanische Reisladen eröffnet/ auß der-
selbigen aber das Lineal/ Item drey Nadlen/ vnd ein wenig Handkitt herauß genommen/ die erste
Nadel in den ersten Standpuncten A. bey . die ander Nadel aber/ in den zu seiner Zeit gebrauchen-
den andern Standpuncten . jedoch zu eusserst am Rand deß Brettlins/ gantz vffrecht eingeschlagen/
welche beede Nadlen dann/ die zwey absehen gegen der Standlini hinüber mitbringen. Wann nun
besagte zwo Nadlen . vnd . obangedeuter massen/ vffrechter am Ranfft deß Brettlins dastehn/ so
solle man das gedachte Brettlin/ so lang vnd vil lincks oder rechts vmbwenden/ biß das man also über
beyde berührte Nadlen auff das Eck deß Kirchenthurns B. im Dorff Heigelingen/ bey solcher graden
Lini zusihet/ daselbsten so muß seiner Zeit der ander Stand verrichtet werden/ (woferr aber die distan-
tia
nicht gar weit entlegen wäre/ so könte der ander Standstecken/ Senckelrecht/ bey dem Stand B.
auffgestellt/ vnd also der ander Stand mit ihme bemerckt werden.) Man messe demnach mit dem
Schnierhaspel/ zwischen beeden Ständen von A. gegen B. vnd befinden sich 100. grosse Rutten (jede
derselben zu 10. Schuch gerechnet) im Feld daraussen/ das wird nun bemerckt.

Anjetzo vnd auff dem Brettlin/ so theile man die weite von A. gegen . auch in 100. kleine
Rutten/ vnd mache neben zu am Brettlin gleicherweiß ein verjüngten Masstab/ der ist mit ^. be-
zeichnet/ theile denselbigen auch in 100. kleine verjüngte Rutten ab/ welcher dann zum verjüngern auff
besagtem Brettlin zubrauchen ist. Ferner/ vnd zu vorderist am Lineal/ bey . mit dem zuvor er-
wöhnten Handkitt/ die dritte Nadel vffrecht angekleibet/ welche deß Lineals absehen gegen den Dörffern
hinauß/ mitbringet/ man solle aber jetzunder den hindern Theil deß Lineals/ satt an die erste Nadel .
anlegen (vnd jederzeit daselbsten hinden/ also satt anligen lassen/ aber das vordere Theil deß Lineals bey
. wird wie bald folgen solle allweg auff die Dörffer herumber gewendet werden) vnd den Anfang
der Gesichter also machen. Erstlich so wird vom ersten Stand A. über beede Nadlen . vnd .Den ersten
Stand zu
observie-
ren.

auff den andern Stand B. das ist eben das Eck am Thurn zu Heigelingen/ gesehen/ damit also A. .
vnd B. just auff grader Lini auffeinander zusehend/ dastanden/ alsdann so solle das Brettlin/ das ist
der erste Stand A. nicht mehr verruckt werden/ aber das Lineal wie gemeldt/ mit seinem hindern
Theil/ satt an die Nadel . angelegt/ mit seinem vordern Theil aber/ so lang vmbgewendet werden/ biß
das man über die Nadel . auff die Lineals Nadel . vnd zugleich auch auff den Eckpuncten zum
Kirchenthurn/ deß Dorffs Guttingen/ scharpff dahin sihet/ alsdann so wird von der ersten Standna-
del . an dem Lineal her/ über . biß an den Ranfft deß Brettlins zu C. hinauß/ nur ein blinde Lini
mit dem Beinstefft (welcher auch in der Mechanischen Reisladen ligt) gezogen/ die dann für die Go-
sichtlini so auff Guttingen zulaufft/ gehalten wird.

Jetzunder das Lineal besser hinein geruckt/ biß das man von der Nadel . über . auff Her-
renburg zusihet/ abermahlen an dem Lineal her/ ein blinden Riß auff dem Brettlin von biß in D.
gezogen/ ferner das Lineal noch besser hinfür geruckt/ biß das man über . vnd . auff Wildberg
zusihet/ widerumben mit dem Bainstefft ein blinde Lini auff dem Brettlin gezogen/ vnd dieselbige mit
E. bemerckt/ weiter das Lineal fürbaß gewendet/ vnd auff Wespen geruckt/ alsdann daran her/ von
. über . ein blinde Lini gezogen/ die schlägt nun bey F. auff dem Brettlin ein/ Item das Lineal ge-
gen Ordingen geruckt/ ingleichem ein blinde Lini von . über . hinauß gezogen/ die thut auff dem
Brettlin in G. einschlagen. Ferner das Lineal auff Selden zugerichtet/ nochmahlen daran her/ ein

blinde

Geographia.
ſetzen koͤnne/ auff das aller einfaͤltigeſt vorzutragen/ zu welchem Ende vnd hiezugegen ich dann auch/
ein ſchlechten gar vnſichtbaren geruſt von Inſtrumenten/ ja anders nichts/ dann einig/ vnd alleinAuff eine
Mappen
zubringen.

mein in Anno 1644. in den Truck gegebene Mechaniſche Reisladen/ zu mir zunehmen/ jedoch aber/
vnd zu noch mehrer Beſtaͤndigkeit die daſelbſt beym vierdten Kupfferblatt zufindenden Inſtrumenten/
vnd nemblich
Das viereckete Brettlin/ neben der alſo obein-
anderſtehenden Nuß im Brettlin
Die rechte groſſe Nuß
Den Dreyfuß
Den andern Standſtecken
Den Schnierhaſpel
Jetztmahlen zugebrauchen/ derſelben Erklaͤ-
rung dann/ auch wie ſolche zu verfertigen ſeyen/
in gedachtem Tractat der Mechaniſchen Reis-
laden von folio 99. biß 104. gar vmbſtaͤndlich
ſeynd beſcl rieben worden. Darauff ich mich nun referieren thue. Wann dann obbenambſete Inſtru-
menten allbereit bey der Stell zufinden ſeynd/ ſo woͤlle man im Namen GOttes den Anfang/ vnd alſo
auff hernach beſchriebene Manier mit der Geographia procedieren.

Ich ſtelle demnach den Dreyfuß (darob die rechte groſſe Nuß/ vnd ob derſelbigen das viereckete
Brettlin iſt allbereit auffgeſchrauffet worden) in die hoͤhe/ oder aber gar auff deß Kirchenthurns obern
Gang/ deß

Bergdorffs bey A. vnd ſprich/ daß diſes mein erſter Stand ſeye/ jetzunder das Brettlin durch hilffHierzu
man die
Mechani-
ſche Reis-
laden ge-
brauchen
kan.

der groſſen Nuß/ alſo flach daligend/ dargeſtellt/ beneben die Mechaniſche Reisladen eroͤffnet/ auß der-
ſelbigen aber das Lineal/ Item drey Nadlen/ vnd ein wenig Handkitt herauß genommen/ die erſte
Nadel in den erſten Standpuncten A. bey ☍. die ander Nadel aber/ in den zu ſeiner Zeit gebrauchen-
den andern Standpuncten ♀. jedoch zu euſſerſt am Rand deß Brettlins/ gantz vffrecht eingeſchlagen/
welche beede Nadlen dann/ die zwey abſehen gegen der Standlini hinuͤber mitbringen. Wann nun
beſagte zwo Nadlen ☍. vnd ♀. obangedeuter maſſen/ vffrechter am Ranfft deß Brettlins daſtehn/ ſo
ſolle man das gedachte Brettlin/ ſo lang vnd vil lincks oder rechts vmbwenden/ biß das man alſo uͤber
beyde beruͤhrte Nadlen auff das Eck deß Kirchenthurns B. im Dorff Heigelingen/ bey ſolcher graden
Lini zuſihet/ daſelbſten ſo muß ſeiner Zeit der ander Stand verrichtet werden/ (woferꝛ aber die diſtan-
tia
nicht gar weit entlegen waͤre/ ſo koͤnte der ander Standſtecken/ Senckelrecht/ bey dem Stand B.
auffgeſtellt/ vnd alſo der ander Stand mit ihme bemerckt werden.) Man meſſe demnach mit dem
Schnierhaſpel/ zwiſchen beeden Staͤnden von A. gegen B. vnd befinden ſich 100. groſſe Rutten (jede
derſelben zu 10. Schuch gerechnet) im Feld darauſſen/ das wird nun bemerckt.

Anjetzo vnd auff dem Brettlin/ ſo theile man die weite von A. gegen ♀. auch in 100. kleine
Rutten/ vnd mache neben zu am Brettlin gleicherweiß ein verjuͤngten Masſtab/ der iſt mit △. be-
zeichnet/ theile denſelbigen auch in 100. kleine verjuͤngte Rutten ab/ welcher dann zum verjuͤngern auff
beſagtem Brettlin zubrauchen iſt. Ferner/ vnd zu vorderiſt am Lineal/ bey ✶. mit dem zuvor er-
woͤhnten Handkitt/ die dritte Nadel vffrecht angekleibet/ welche deß Lineals abſehen gegen den Doͤrffern
hinauß/ mitbringet/ man ſolle aber jetzunder den hindern Theil deß Lineals/ ſatt an die erſte Nadel ☍.
anlegen (vnd jederzeit daſelbſten hinden/ alſo ſatt anligen laſſen/ aber das vordere Theil deß Lineals bey
✶. wird wie bald folgen ſolle allweg auff die Doͤrffer herumber gewendet werden) vnd den Anfang
der Geſichter alſo machen. Erſtlich ſo wird vom erſten Stand A. uͤber beede Nadlen ☍. vnd ♀.Den erſten
Stand zu
obſervie-
ren.

auff den andern Stand B. das iſt eben das Eck am Thurn zu Heigelingen/ geſehen/ damit alſo A. ♀.
vnd B. juſt auff grader Lini auffeinander zuſehend/ daſtanden/ alsdann ſo ſolle das Brettlin/ das iſt
der erſte Stand A. nicht mehr verruckt werden/ aber das Lineal wie gemeldt/ mit ſeinem hindern
Theil/ ſatt an die Nadel ☍. angelegt/ mit ſeinem vordern Theil aber/ ſo lang vmbgewendet werden/ biß
das man uͤber die Nadel ☍. auff die Lineals Nadel ✶. vnd zugleich auch auff den Eckpuncten zum
Kirchenthurn/ deß Dorffs Guttingen/ ſcharpff dahin ſihet/ alsdann ſo wird von der erſten Standna-
del ☍. an dem Lineal her/ uͤber ✶. biß an den Ranfft deß Brettlins zu C. hinauß/ nur ein blinde Lini
mit dem Beinſtefft (welcher auch in der Mechaniſchen Reisladen ligt) gezogen/ die dann fuͤr die Go-
ſichtlini ſo auff Guttingen zulaufft/ gehalten wird.

Jetzunder das Lineal beſſer hinein geruckt/ biß das man von der Nadel ☍. uͤber ✶. auff Her-
renburg zuſihet/ abermahlen an dem Lineal her/ ein blinden Riß auff dem Brettlin von ☍ biß in D.
gezogen/ ferner das Lineal noch beſſer hinfuͤr geruckt/ biß das man uͤber ☍. vnd ✶. auff Wildberg
zuſihet/ widerumben mit dem Bainſtefft ein blinde Lini auff dem Brettlin gezogen/ vnd dieſelbige mit
E. bemerckt/ weiter das Lineal fuͤrbaß gewendet/ vnd auff Weſpen geruckt/ alsdann daran her/ von
☍. uͤber ✶. ein blinde Lini gezogen/ die ſchlaͤgt nun bey F. auff dem Brettlin ein/ Item das Lineal ge-
gen Ordingen geruckt/ ingleichem ein blinde Lini von ☍. uͤber ✶. hinauß gezogen/ die thut auff dem
Brettlin in G. einſchlagen. Ferner das Lineal auff Selden zugerichtet/ nochmahlen daran her/ ein

blinde
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Wann dann obbenambſete Inſtru- menten allbereit bey der Stell zufinden ſeynd/ ſo woͤlle man im Namen GOttes den Anfang/ vnd alſo auff hernach beſchriebene Manier mit der Geographia procedieren. Auff eine Mappen zubringen. Ich ſtelle demnach den Dreyfuß (darob die rechte groſſe Nuß/ vnd ob derſelbigen das viereckete Brettlin iſt allbereit auffgeſchrauffet worden) in die hoͤhe/ oder aber gar auff deß Kirchenthurns obern Gang/ deß Bergdorffs bey A. vnd ſprich/ daß diſes mein erſter Stand ſeye/ jetzunder das Brettlin durch hilff der groſſen Nuß/ alſo flach daligend/ dargeſtellt/ beneben die Mechaniſche Reisladen eroͤffnet/ auß der- ſelbigen aber das Lineal/ Item drey Nadlen/ vnd ein wenig Handkitt herauß genommen/ die erſte Nadel in den erſten Standpuncten A. bey ☍. die ander Nadel aber/ in den zu ſeiner Zeit gebrauchen- den andern Standpuncten ♀. jedoch zu euſſerſt am Rand deß Brettlins/ gantz vffrecht eingeſchlagen/ welche beede Nadlen dann/ die zwey abſehen gegen der Standlini hinuͤber mitbringen. Wann nun beſagte zwo Nadlen ☍. vnd ♀. obangedeuter maſſen/ vffrechter am Ranfft deß Brettlins daſtehn/ ſo ſolle man das gedachte Brettlin/ ſo lang vnd vil lincks oder rechts vmbwenden/ biß das man alſo uͤber beyde beruͤhrte Nadlen auff das Eck deß Kirchenthurns B. im Dorff Heigelingen/ bey ſolcher graden Lini zuſihet/ daſelbſten ſo muß ſeiner Zeit der ander Stand verrichtet werden/ (woferꝛ aber die diſtan- tia nicht gar weit entlegen waͤre/ ſo koͤnte der ander Standſtecken/ Senckelrecht/ bey dem Stand B. auffgeſtellt/ vnd alſo der ander Stand mit ihme bemerckt werden.) Man meſſe demnach mit dem Schnierhaſpel/ zwiſchen beeden Staͤnden von A. gegen B. vnd befinden ſich 100. groſſe Rutten (jede derſelben zu 10. Schuch gerechnet) im Feld darauſſen/ das wird nun bemerckt. Hierzu man die Mechani- ſche Reis- laden ge- brauchen kan. Anjetzo vnd auff dem Brettlin/ ſo theile man die weite von A. gegen ♀. auch in 100. kleine Rutten/ vnd mache neben zu am Brettlin gleicherweiß ein verjuͤngten Masſtab/ der iſt mit △. be- zeichnet/ theile denſelbigen auch in 100. kleine verjuͤngte Rutten ab/ welcher dann zum verjuͤngern auff beſagtem Brettlin zubrauchen iſt. Ferner/ vnd zu vorderiſt am Lineal/ bey ✶. mit dem zuvor er- woͤhnten Handkitt/ die dritte Nadel vffrecht angekleibet/ welche deß Lineals abſehen gegen den Doͤrffern hinauß/ mitbringet/ man ſolle aber jetzunder den hindern Theil deß Lineals/ ſatt an die erſte Nadel ☍. anlegen (vnd jederzeit daſelbſten hinden/ alſo ſatt anligen laſſen/ aber das vordere Theil deß Lineals bey ✶. wird wie bald folgen ſolle allweg auff die Doͤrffer herumber gewendet werden) vnd den Anfang der Geſichter alſo machen. Erſtlich ſo wird vom erſten Stand A. uͤber beede Nadlen ☍. vnd ♀. auff den andern Stand B. das iſt eben das Eck am Thurn zu Heigelingen/ geſehen/ damit alſo A. ♀. vnd B. juſt auff grader Lini auffeinander zuſehend/ daſtanden/ alsdann ſo ſolle das Brettlin/ das iſt der erſte Stand A. nicht mehr verruckt werden/ aber das Lineal wie gemeldt/ mit ſeinem hindern Theil/ ſatt an die Nadel ☍. angelegt/ mit ſeinem vordern Theil aber/ ſo lang vmbgewendet werden/ biß das man uͤber die Nadel ☍. auff die Lineals Nadel ✶. vnd zugleich auch auff den Eckpuncten zum Kirchenthurn/ deß Dorffs Guttingen/ ſcharpff dahin ſihet/ alsdann ſo wird von der erſten Standna- del ☍. an dem Lineal her/ uͤber ✶. biß an den Ranfft deß Brettlins zu C. hinauß/ nur ein blinde Lini mit dem Beinſtefft (welcher auch in der Mechaniſchen Reisladen ligt) gezogen/ die dann fuͤr die Go- ſichtlini ſo auff Guttingen zulaufft/ gehalten wird. Den erſten Stand zu obſervie- ren. Jetzunder das Lineal beſſer hinein geruckt/ biß das man von der Nadel ☍. uͤber ✶. auff Her- renburg zuſihet/ abermahlen an dem Lineal her/ ein blinden Riß auff dem Brettlin von ☍ biß in D. gezogen/ ferner das Lineal noch beſſer hinfuͤr geruckt/ biß das man uͤber ☍. vnd ✶. auff Wildberg zuſihet/ widerumben mit dem Bainſtefft ein blinde Lini auff dem Brettlin gezogen/ vnd dieſelbige mit E. bemerckt/ weiter das Lineal fuͤrbaß gewendet/ vnd auff Weſpen geruckt/ alsdann daran her/ von ☍. uͤber ✶. ein blinde Lini gezogen/ die ſchlaͤgt nun bey F. auff dem Brettlin ein/ Item das Lineal ge- gen Ordingen geruckt/ ingleichem ein blinde Lini von ☍. uͤber ✶. hinauß gezogen/ die thut auff dem Brettlin in G. einſchlagen. Ferner das Lineal auff Selden zugerichtet/ nochmahlen daran her/ ein blinde

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Zitationshilfe: Furttenbach, Josef: Mannhaffter Kunst-Spiegel. Augsburg, 1663, S. 83. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/furttenbach_kunstspiegel_1663/121>, abgerufen am 14.04.2021.