von + 50 auf + 4, und dann durch einen Zusatz von eben so viel sehr fein gepülvertem Mineralalkali auf -- 7.
Herr Lowitz in Petersburg hat das ätzende Laugensalz, dessen Krystallen von ihm zuerst dargestellt worden sind, zu Hervorbringung künstlicher Kälte gebraucht, und durch dessen Mischung mit Schnee das Quecksilber, selbst in gewärmten Zimmern, zum Gefrieren gebracht, s. den Zusatz des Art. Gefrierung, wo sich auch noch einige Nachrichten von Walker's und Lowitzens Mischungen finden.
Ueber die Erkältung durch Ausdünstung (S. 710) hat Herr de Saussure(Journ. de phys. Mars, 1789. übers. in Grens Journ. d. Phys. B. I. S. 460 u. f.) Versuche auf dem Col du Geant angestellt. Er befestigte die Kugel eines Thermometers in der Mitte eines feuchten Schwamms, band eine Schnur daran, und schwang das Thermometer in der Luft mit der größten Schnelligkeit um. Dadurch erhielt er eine Abkühlung, die bisweilen auf 8 Grade nach Reaumur gieng. Durch Verdünstung des Aethers brachte er die Erkältung auf 27 Grad, wenn er die Kugel eines kleinen Thermometers mit feiner Leinwand umwickelte, in Aether tauchte, und nach dem Herausziehen in der Luft mäßig schnell bewegte. Sobald es zu sinken aufhörte, tauchte er es zum zweytenmale in Aether, fieng die Bewegung wieder an u. s. w. bis das Maximum erreicht war. Cavallo verschloß bey den im Art. angeführten Versuchen den Aether in einen Trichter, der in eine Haarröhre ausgezogen war, durch welche der Aether tropfenweise auf die Kugel des Thermometers fiel.
Auch die mechanische Ausdehnung der Luft wird als ein Mittel, Kälte hervorzubringen, von D. Darwin(Philos. Transact. 1788. Vol. LXXVIII. P. I. p. 43. übers. in Grens Journ. d. Phys. B. I. S. 73. auch im Gothaischen Magaz. VII. B. 1. St. S. 127.) dargestellt. Er führt darüber folgende Versuche an. Der Luftstrom aus einer Windbüchse macht das Thermometer um mehrere Grade fallen. Auch fällt es unter der Glocke, wenn man die Luft schnell auspumpt, um 2--3 Grade. In den bleyernen Windkessel einer Wasserkunst zu Derby ward ein Loch von dem Umfange einer Rabenfeder gebohrt, durch welches ein starker Luftstrom
von + 50 auf + 4, und dann durch einen Zuſatz von eben ſo viel ſehr fein gepuͤlvertem Mineralalkali auf — 7.
Herr Lowitz in Petersburg hat das aͤtzende Laugenſalz, deſſen Kryſtallen von ihm zuerſt dargeſtellt worden ſind, zu Hervorbringung kuͤnſtlicher Kaͤlte gebraucht, und durch deſſen Miſchung mit Schnee das Queckſilber, ſelbſt in gewaͤrmten Zimmern, zum Gefrieren gebracht, ſ. den Zuſatz des Art. Gefrierung, wo ſich auch noch einige Nachrichten von Walker's und Lowitzens Miſchungen finden.
Ueber die Erkaͤltung durch Ausduͤnſtung (S. 710) hat Herr de Sauſſure(Journ. de phyſ. Mars, 1789. uͤberſ. in Grens Journ. d. Phyſ. B. I. S. 460 u. f.) Verſuche auf dem Col du Geant angeſtellt. Er befeſtigte die Kugel eines Thermometers in der Mitte eines feuchten Schwamms, band eine Schnur daran, und ſchwang das Thermometer in der Luft mit der groͤßten Schnelligkeit um. Dadurch erhielt er eine Abkuͤhlung, die bisweilen auf 8 Grade nach Reaumur gieng. Durch Verduͤnſtung des Aethers brachte er die Erkaͤltung auf 27 Grad, wenn er die Kugel eines kleinen Thermometers mit feiner Leinwand umwickelte, in Aether tauchte, und nach dem Herausziehen in der Luft maͤßig ſchnell bewegte. Sobald es zu ſinken aufhoͤrte, tauchte er es zum zweytenmale in Aether, fieng die Bewegung wieder an u. ſ. w. bis das Maximum erreicht war. Cavallo verſchloß bey den im Art. angefuͤhrten Verſuchen den Aether in einen Trichter, der in eine Haarroͤhre ausgezogen war, durch welche der Aether tropfenweiſe auf die Kugel des Thermometers fiel.
Auch die mechaniſche Ausdehnung der Luft wird als ein Mittel, Kaͤlte hervorzubringen, von D. Darwin(Philoſ. Transact. 1788. Vol. LXXVIII. P. I. p. 43. uͤberſ. in Grens Journ. d. Phyſ. B. I. S. 73. auch im Gothaiſchen Magaz. VII. B. 1. St. S. 127.) dargeſtellt. Er fuͤhrt daruͤber folgende Verſuche an. Der Luftſtrom aus einer Windbuͤchſe macht das Thermometer um mehrere Grade fallen. Auch faͤllt es unter der Glocke, wenn man die Luft ſchnell auspumpt, um 2—3 Grade. In den bleyernen Windkeſſel einer Waſſerkunſt zu Derby ward ein Loch von dem Umfange einer Rabenfeder gebohrt, durch welches ein ſtarker Luftſtrom
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von + 50 auf + 4, und dann durch einen Zuſatz von eben ſo viel ſehr fein gepuͤlvertem Mineralalkali auf — 7.
Herr Lowitz in Petersburg hat das aͤtzende Laugenſalz, deſſen Kryſtallen von ihm zuerſt dargeſtellt worden ſind, zu Hervorbringung kuͤnſtlicher Kaͤlte gebraucht, und durch deſſen Miſchung mit Schnee das Queckſilber, ſelbſt in gewaͤrmten Zimmern, zum Gefrieren gebracht, ſ. den Zuſatz des Art. Gefrierung, wo ſich auch noch einige Nachrichten von Walker's und Lowitzens Miſchungen finden.
Ueber die Erkaͤltung durch Ausduͤnſtung (S. 710) hat Herr de Sauſſure (Journ. de phyſ. Mars, 1789. uͤberſ. in Grens Journ. d. Phyſ. B. I. S. 460 u. f.) Verſuche auf dem Col du Geant angeſtellt. Er befeſtigte die Kugel eines Thermometers in der Mitte eines feuchten Schwamms, band eine Schnur daran, und ſchwang das Thermometer in der Luft mit der groͤßten Schnelligkeit um. Dadurch erhielt er eine Abkuͤhlung, die bisweilen auf 8 Grade nach Reaumur gieng. Durch Verduͤnſtung des Aethers brachte er die Erkaͤltung auf 27 Grad, wenn er die Kugel eines kleinen Thermometers mit feiner Leinwand umwickelte, in Aether tauchte, und nach dem Herausziehen in der Luft maͤßig ſchnell bewegte. Sobald es zu ſinken aufhoͤrte, tauchte er es zum zweytenmale in Aether, fieng die Bewegung wieder an u. ſ. w. bis das Maximum erreicht war. Cavallo verſchloß bey den im Art. angefuͤhrten Verſuchen den Aether in einen Trichter, der in eine Haarroͤhre ausgezogen war, durch welche der Aether tropfenweiſe auf die Kugel des Thermometers fiel.
Auch die mechaniſche Ausdehnung der Luft wird als ein Mittel, Kaͤlte hervorzubringen, von D. Darwin (Philoſ. Transact. 1788. Vol. LXXVIII. P. I. p. 43. uͤberſ. in Grens Journ. d. Phyſ. B. I. S. 73. auch im Gothaiſchen Magaz. VII. B. 1. St. S. 127.) dargeſtellt. Er fuͤhrt daruͤber folgende Verſuche an. Der Luftſtrom aus einer Windbuͤchſe macht das Thermometer um mehrere Grade fallen. Auch faͤllt es unter der Glocke, wenn man die Luft ſchnell auspumpt, um 2—3 Grade. In den bleyernen Windkeſſel einer Waſſerkunſt zu Derby ward ein Loch von dem Umfange einer Rabenfeder gebohrt, durch welches ein ſtarker Luftſtrom
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Gehler, Johann Samuel Traugott: Physikalisches Wörterbuch, oder, Versuch einer Erklärung der vornehmsten Begriffe und Kunstwörter der Naturlehre. Bd. 5. Leipzig, 1799, S. 515. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/gehler_woerterbuch05_1799/527>, abgerufen am 15.09.2024.
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