Alle dunkeln Lichtschirme sind den Augen schädlich, theils, weil das Licht von ihrer inwendigen Seite sehr unregelmäßig zurückgeworfen wird, theils weil der Abstand zwischen der Helligkeit des zurückgeworfenen Lichts und der Dunkelheit des Schattens zu groß ist, als daß das Auge bey einer so ungleichen Erleuchtung und beständigem Uebergange von einem Extrem aufs andere nicht gewaltig leiden sollte. Die gewöhnlichen runden Lampenschirme von Blech, die das ganze Zimmer bis auf einen kleinen Fleck verfinstern, sind sehr schädlich. Auch die sogenannten Buchbinderschirme, die an einem hölzernen Gestell in die Höhe geschraubt werden, machen zuviel Dunkelheit gerade vor dem Auge. Am meisten empfiehlt Herr Büsch die kleinen Schirme von grünem Taft, die an der Kerze selbst angeheftet werden, und deren Stelle im Nothfall ein Kartenblatt mit |einer Haarnadel vertritt; Adams räth an, einen kegelförmigen Schirm von weißem, mäßig dickem Papiere zu gebrauchen, welcher ein hinreichend starkes und gleichförmiges Licht auf das Buch werfe, das Auge vor dem Glanz der Flamme sichere, und das Zimmer nicht zu sehr verfinstere. Das helle weiße Licht der Argandischen Lampen sey dem Gesicht sehr schädlich; so vortheilhaft ihr Gebrauch zu manchen Absichten seyn möge, so dürfe doch ihr Licht nie ungemildert in das Auge fallen.
Von der Schädlichkeit der Lesegläser s. den Zusatz des Artikels: Brillen.
Ein Versuch, die Theorie des fehlerhaften Sehens zu verbessern, von John Stack in Grens Journal d. Phys. B. IV. S. 45 f.
Adams's Anweisung zur Erhaltung des Gesichts; aus dem Engl. von Kries. Gotha, 1794. 8. S. 117 u. f.
Ein optisches Instrument, welches den Bau des Auges nachahmt, und geschickt ist, die Wirkungen dieses Organs zu erläutern.
Das von Adams beschriebene künstliche Auge besteht aus einer hölzernen Kapsel auf einem Fuße. Am vordern Ende
Alle dunkeln Lichtſchirme ſind den Augen ſchaͤdlich, theils, weil das Licht von ihrer inwendigen Seite ſehr unregelmaͤßig zuruͤckgeworfen wird, theils weil der Abſtand zwiſchen der Helligkeit des zuruͤckgeworfenen Lichts und der Dunkelheit des Schattens zu groß iſt, als daß das Auge bey einer ſo ungleichen Erleuchtung und beſtaͤndigem Uebergange von einem Extrem aufs andere nicht gewaltig leiden ſollte. Die gewoͤhnlichen runden Lampenſchirme von Blech, die das ganze Zimmer bis auf einen kleinen Fleck verfinſtern, ſind ſehr ſchaͤdlich. Auch die ſogenannten Buchbinderſchirme, die an einem hoͤlzernen Geſtell in die Hoͤhe geſchraubt werden, machen zuviel Dunkelheit gerade vor dem Auge. Am meiſten empfiehlt Herr Buͤſch die kleinen Schirme von gruͤnem Taft, die an der Kerze ſelbſt angeheftet werden, und deren Stelle im Nothfall ein Kartenblatt mit |einer Haarnadel vertritt; Adams raͤth an, einen kegelfoͤrmigen Schirm von weißem, maͤßig dickem Papiere zu gebrauchen, welcher ein hinreichend ſtarkes und gleichfoͤrmiges Licht auf das Buch werfe, das Auge vor dem Glanz der Flamme ſichere, und das Zimmer nicht zu ſehr verfinſtere. Das helle weiße Licht der Argandiſchen Lampen ſey dem Geſicht ſehr ſchaͤdlich; ſo vortheilhaft ihr Gebrauch zu manchen Abſichten ſeyn moͤge, ſo duͤrfe doch ihr Licht nie ungemildert in das Auge fallen.
Von der Schaͤdlichkeit der Leſeglaͤſer ſ. den Zuſatz des Artikels: Brillen.
Ein Verſuch, die Theorie des fehlerhaften Sehens zu verbeſſern, von John Stack in Grens Journal d. Phyſ. B. IV. S. 45 f.
Adams's Anweiſung zur Erhaltung des Geſichts; aus dem Engl. von Kries. Gotha, 1794. 8. S. 117 u. f.
Ein optiſches Inſtrument, welches den Bau des Auges nachahmt, und geſchickt iſt, die Wirkungen dieſes Organs zu erlaͤutern.
Das von Adams beſchriebene kuͤnſtliche Auge beſteht aus einer hoͤlzernen Kapſel auf einem Fuße. Am vordern Ende
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Alle dunkeln Lichtſchirme ſind den Augen ſchaͤdlich, theils, weil das Licht von ihrer inwendigen Seite ſehr unregelmaͤßig zuruͤckgeworfen wird, theils weil der Abſtand zwiſchen der Helligkeit des zuruͤckgeworfenen Lichts und der Dunkelheit des Schattens zu groß iſt, als daß das Auge bey einer ſo ungleichen Erleuchtung und beſtaͤndigem Uebergange von einem Extrem aufs andere nicht gewaltig leiden ſollte. Die gewoͤhnlichen runden Lampenſchirme von Blech, die das ganze Zimmer bis auf einen kleinen Fleck verfinſtern, ſind ſehr ſchaͤdlich. Auch die ſogenannten Buchbinderſchirme, die an einem hoͤlzernen Geſtell in die Hoͤhe geſchraubt werden, machen zuviel Dunkelheit gerade vor dem Auge. Am meiſten empfiehlt Herr Buͤſch die kleinen Schirme von gruͤnem Taft, die an der Kerze ſelbſt angeheftet werden, und deren Stelle im Nothfall ein Kartenblatt mit |einer Haarnadel vertritt; Adams raͤth an, einen kegelfoͤrmigen Schirm von weißem, maͤßig dickem Papiere zu gebrauchen, welcher ein hinreichend ſtarkes und gleichfoͤrmiges Licht auf das Buch werfe, das Auge vor dem Glanz der Flamme ſichere, und das Zimmer nicht zu ſehr verfinſtere. Das helle weiße Licht der Argandiſchen Lampen ſey dem Geſicht ſehr ſchaͤdlich; ſo vortheilhaft ihr Gebrauch zu manchen Abſichten ſeyn moͤge, ſo duͤrfe doch ihr Licht nie ungemildert in das Auge fallen.
Von der Schaͤdlichkeit der Leſeglaͤſer ſ. den Zuſatz des Artikels: Brillen.
Ein Verſuch, die Theorie des fehlerhaften Sehens zu verbeſſern, von John Stack in Grens Journal d. Phyſ. B. IV. S. 45 f.
Adams's Anweiſung zur Erhaltung des Geſichts; aus dem Engl. von Kries. Gotha, 1794. 8. S. 117 u. f.
Auge, kuͤnſtliches.
N. A.
Auge, kuͤnſtliches, Oculus artificialis, Oeil artificiel.
Ein optiſches Inſtrument, welches den Bau des Auges nachahmt, und geſchickt iſt, die Wirkungen dieſes Organs zu erlaͤutern.
Das von Adams beſchriebene kuͤnſtliche Auge beſteht aus einer hoͤlzernen Kapſel auf einem Fuße. Am vordern Ende
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Gehler, Johann Samuel Traugott: Physikalisches Wörterbuch, oder, Versuch einer Erklärung der vornehmsten Begriffe und Kunstwörter der Naturlehre. Bd. 5. Leipzig, 1799, S. 82. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/gehler_woerterbuch05_1799/94>, abgerufen am 15.09.2024.
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