der Versuche einen beträchlichen Einfluß haben müsse.
Herr von Humboldt (Bergmänn. Journal 1792. 1. St. S. 120.) macht die Bemerkung, daß der Sauerstoff die Capacität oder specifische Wärme der Körper zu vermehren, mithin unter übrigens gleichen Umständen ihre Leitungskraft zu vermindern scheine. So haben Metalle, Schwefel rc. weniger Capacität und mehr Leitungskraft, als Metallkalke, Schwefelsäure u. s. w. Dieses ist im Grunde nichts anders, als Crawford's Satz, daß Entziehung des Phlogistons die Capacität verstärke (s. Feuer, Th. II. S. 222.); was nämlich im alten System Entziehung des Phlogistons hieß, das wird im neuen als Säurung, oder Verbindung mit Sauerstoff, angesehen.
Man wird übrigens leicht bemerken, daß sich von der Fortsetzung dieser Untersuchungen, in welchen man noch nicht sehr weit gekommen ist, ungemein viel Vortheile für die Künste erwarten lassen. So hat z. B. Herr Watt bey den neuen Verbesserungen seiner Dampfmaschine diese Lehren glücklich benützt, indem er den eisernen Cylinder derselben mit einem hölzernen bekleidet, und den Zwischenraum mit einem schlechten Leiter der Wärme, mit Kuhhaaren oder Asche aussüllt (s. Gren Neues Journal der Physik. 1795. B. I. S. 88.). Auch hat Herr von Humboldt in Absicht auf die Salzcoctur von der Theorie und den Erfahrungen über die wärmeleitende Kraft der Substanzen einen vortheilhaften Gebrauch gemacht (Abhdl. über die chemischen und physikal. Grundsätze der Salzwerkskunde im Bergmännischen Journal von Köhler und Hofmann. 1792. 1. und 2. St.), indem er zu besserer Benutzung der Hitze die Pfannenborden von Holz verfertigen, und den Raum zwischen dem Holze und der Mauer mit Holzasche ausfüttern läßt. Ueber Bindung des Wärmestoffs nach Mayer. Zusatz zu Th IV. S. 557 u. f.
Hr. Hofr. Mayer (Ueber die Gesetze und Modificationen des Wärmestoffs. Erlangen, 1791. 8.) läugnet zwar nicht die Möglichkeit, daß der Wärmestoff eben so gut,
der Verſuche einen betraͤchlichen Einfluß haben muͤſſe.
Herr von Humboldt (Bergmaͤnn. Journal 1792. 1. St. S. 120.) macht die Bemerkung, daß der Sauerſtoff die Capacitaͤt oder ſpecifiſche Waͤrme der Koͤrper zu vermehren, mithin unter uͤbrigens gleichen Umſtaͤnden ihre Leitungskraft zu vermindern ſcheine. So haben Metalle, Schwefel rc. weniger Capacitaͤt und mehr Leitungskraft, als Metallkalke, Schwefelſaͤure u. ſ. w. Dieſes iſt im Grunde nichts anders, als Crawford's Satz, daß Entziehung des Phlogiſtons die Capacitaͤt verſtaͤrke (ſ. Feuer, Th. II. S. 222.); was naͤmlich im alten Syſtem Entziehung des Phlogiſtons hieß, das wird im neuen als Saͤurung, oder Verbindung mit Sauerſtoff, angeſehen.
Man wird uͤbrigens leicht bemerken, daß ſich von der Fortſetzung dieſer Unterſuchungen, in welchen man noch nicht ſehr weit gekommen iſt, ungemein viel Vortheile fuͤr die Kuͤnſte erwarten laſſen. So hat z. B. Herr Watt bey den neuen Verbeſſerungen ſeiner Dampfmaſchine dieſe Lehren gluͤcklich benuͤtzt, indem er den eiſernen Cylinder derſelben mit einem hoͤlzernen bekleidet, und den Zwiſchenraum mit einem ſchlechten Leiter der Waͤrme, mit Kuhhaaren oder Aſche ausſuͤllt (ſ. Gren Neues Journal der Phyſik. 1795. B. I. S. 88.). Auch hat Herr von Humboldt in Abſicht auf die Salzcoctur von der Theorie und den Erfahrungen uͤber die waͤrmeleitende Kraft der Subſtanzen einen vortheilhaften Gebrauch gemacht (Abhdl. uͤber die chemiſchen und phyſikal. Grundſaͤtze der Salzwerkskunde im Bergmaͤnniſchen Journal von Koͤhler und Hofmann. 1792. 1. und 2. St.), indem er zu beſſerer Benutzung der Hitze die Pfannenborden von Holz verfertigen, und den Raum zwiſchen dem Holze und der Mauer mit Holzaſche ausfuͤttern laͤßt. Ueber Bindung des Waͤrmeſtoffs nach Mayer. Zuſatz zu Th IV. S. 557 u. f.
Hr. Hofr. Mayer (Ueber die Geſetze und Modificationen des Waͤrmeſtoffs. Erlangen, 1791. 8.) laͤugnet zwar nicht die Moͤglichkeit, daß der Waͤrmeſtoff eben ſo gut,
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der Verſuche einen betraͤchlichen Einfluß haben muͤſſe.
Herr von Humboldt (Bergmaͤnn. Journal 1792. 1. St. S. 120.) macht die Bemerkung, daß der Sauerſtoff die Capacitaͤt oder ſpecifiſche Waͤrme der Koͤrper zu vermehren, mithin unter uͤbrigens gleichen Umſtaͤnden ihre Leitungskraft zu vermindern ſcheine. So haben Metalle, Schwefel rc. weniger Capacitaͤt und mehr Leitungskraft, als Metallkalke, Schwefelſaͤure u. ſ. w. Dieſes iſt im Grunde nichts anders, als Crawford's Satz, daß Entziehung des Phlogiſtons die Capacitaͤt verſtaͤrke (ſ. Feuer, Th. II. S. 222.); was naͤmlich im alten Syſtem Entziehung des Phlogiſtons hieß, das wird im neuen als Saͤurung, oder Verbindung mit Sauerſtoff, angeſehen.
Man wird uͤbrigens leicht bemerken, daß ſich von der Fortſetzung dieſer Unterſuchungen, in welchen man noch nicht ſehr weit gekommen iſt, ungemein viel Vortheile fuͤr die Kuͤnſte erwarten laſſen. So hat z. B. Herr Watt bey den neuen Verbeſſerungen ſeiner Dampfmaſchine dieſe Lehren gluͤcklich benuͤtzt, indem er den eiſernen Cylinder derſelben mit einem hoͤlzernen bekleidet, und den Zwiſchenraum mit einem ſchlechten Leiter der Waͤrme, mit Kuhhaaren oder Aſche ausſuͤllt (ſ. Gren Neues Journal der Phyſik. 1795. B. I. S. 88.). Auch hat Herr von Humboldt in Abſicht auf die Salzcoctur von der Theorie und den Erfahrungen uͤber die waͤrmeleitende Kraft der Subſtanzen einen vortheilhaften Gebrauch gemacht (Abhdl. uͤber die chemiſchen und phyſikal. Grundſaͤtze der Salzwerkskunde im Bergmaͤnniſchen Journal von Koͤhler und Hofmann. 1792. 1. und 2. St.), indem er zu beſſerer Benutzung der Hitze die Pfannenborden von Holz verfertigen, und den Raum zwiſchen dem Holze und der Mauer mit Holzaſche ausfuͤttern laͤßt. Ueber Bindung des Waͤrmeſtoffs nach Mayer. Zuſatz zu Th IV. S. 557 u. f.
Hr. Hofr. Mayer (Ueber die Geſetze und Modificationen des Waͤrmeſtoffs. Erlangen, 1791. 8.) laͤugnet zwar nicht die Moͤglichkeit, daß der Waͤrmeſtoff eben ſo gut,
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Gehler, Johann Samuel Traugott: Physikalisches Wörterbuch, oder, Versuch einer Erklärung der vornehmsten Begriffe und Kunstwörter der Naturlehre. Bd. 5. Leipzig, 1799, S. 954. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/gehler_woerterbuch05_1799/966>, abgerufen am 15.09.2024.
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