Wer fühlet, Wie wühlet Der Schmerz mir im Gebein? Was mein armes Herz hier banget, Was es zittert, was verlanget, Weißt nur du, nur du allein! Wohin ich immer gehe, Wie weh, wie weh, wie wehe Wird mir im Busen hier! Ich bin ach kaum alleine, Ich wein', ich wein', ich weine, Das Herz zerbricht in mir. Die Scherben vor meinem Fenster Bethaut' ich mit Thränen, ach! Als ich am frühen Morgen Dir diese Blumen brach. Schien hell in meine Kammer Die Sonne früh herauf, Saß ich in allem Jammer In meinem Bett' schon auf.
Wer fuͤhlet, Wie wuͤhlet Der Schmerz mir im Gebein? Was mein armes Herz hier banget, Was es zittert, was verlanget, Weißt nur du, nur du allein! Wohin ich immer gehe, Wie weh, wie weh, wie wehe Wird mir im Buſen hier! Ich bin ach kaum alleine, Ich wein’, ich wein’, ich weine, Das Herz zerbricht in mir. Die Scherben vor meinem Fenſter Bethaut’ ich mit Thraͤnen, ach! Als ich am fruͤhen Morgen Dir dieſe Blumen brach. Schien hell in meine Kammer Die Sonne fruͤh herauf, Saß ich in allem Jammer In meinem Bett’ ſchon auf.
<TEI><text><body><divn="1"><divn="2"><spwho="#GRET"><pbfacs="#f0246"n="240"/><p>Wer fuͤhlet,<lb/>
Wie wuͤhlet<lb/>
Der Schmerz mir im Gebein?<lb/>
Was mein armes Herz hier banget,<lb/>
Was es zittert, was verlanget,<lb/>
Weißt nur du, nur du allein!</p><lb/><p>Wohin ich immer gehe,<lb/>
Wie weh, wie weh, wie wehe<lb/>
Wird mir im Buſen hier!<lb/>
Ich bin ach kaum alleine,<lb/>
Ich wein’, ich wein’, ich weine,<lb/>
Das Herz zerbricht in mir.</p><lb/><p>Die Scherben vor meinem Fenſter<lb/>
Bethaut’ ich mit Thraͤnen, ach!<lb/>
Als ich am fruͤhen Morgen<lb/>
Dir dieſe Blumen brach.</p><lb/><p>Schien hell in meine Kammer<lb/>
Die Sonne fruͤh herauf,<lb/>
Saß ich in allem Jammer<lb/>
In meinem Bett’ſchon auf.</p><lb/></sp></div></div></body></text></TEI>
[240/0246]
Wer fuͤhlet,
Wie wuͤhlet
Der Schmerz mir im Gebein?
Was mein armes Herz hier banget,
Was es zittert, was verlanget,
Weißt nur du, nur du allein!
Wohin ich immer gehe,
Wie weh, wie weh, wie wehe
Wird mir im Buſen hier!
Ich bin ach kaum alleine,
Ich wein’, ich wein’, ich weine,
Das Herz zerbricht in mir.
Die Scherben vor meinem Fenſter
Bethaut’ ich mit Thraͤnen, ach!
Als ich am fruͤhen Morgen
Dir dieſe Blumen brach.
Schien hell in meine Kammer
Die Sonne fruͤh herauf,
Saß ich in allem Jammer
In meinem Bett’ ſchon auf.
Informationen zur CAB-Ansicht
Diese Ansicht bietet Ihnen die Darstellung des Textes in normalisierter Orthographie.
Diese Textvariante wird vollautomatisch erstellt und kann aufgrund dessen auch Fehler enthalten.
Alle veränderten Wortformen sind grau hinterlegt. Als fremdsprachliches Material erkannte
Textteile sind ausgegraut dargestellt.
Goethe, Johann Wolfgang von: Faust. Eine Tragödie. Tübingen, 1808, S. 240. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/goethe_faust01_1808/246>, abgerufen am 23.09.2024.
Alle Inhalte dieser Seite unterstehen, soweit nicht anders gekennzeichnet, einer
Creative-Commons-Lizenz.
Die Rechte an den angezeigten Bilddigitalisaten, soweit nicht anders gekennzeichnet, liegen bei den besitzenden Bibliotheken.
Weitere Informationen finden Sie in den DTA-Nutzungsbedingungen.
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf
diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken
dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder
nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der
Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden.
Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des
§ 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen
Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung
der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu
vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
Zitierempfehlung: Deutsches Textarchiv. Grundlage für ein Referenzkorpus der neuhochdeutschen Sprache. Herausgegeben von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 2024. URL: https://www.deutschestextarchiv.de/.