Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Goethe, Johann Wolfgang von: Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. [s. l.], 1773.

Bild:
<< vorherige Seite


stung! -- Das ist ein garstiger Drach -- Jetzt
schies ich nach Sperlingen -- Heiliger Georg!
mach mich groß und stark, gieb mir so eine Lanze,
Rüstung und Pferd, dann laß mir die Drachen
kommen.

Jaxthaussen.
Götzens Burg.



Elisabeth, (seine Frau,) Maria, (seine
Schwester,) Carl, (sein Söhngen.)
Carl. Jch bitte dich, liebe Tante, erzähl mir
das noch einmal vom frommen Kind, 's is gar zu
schön.
Maria. Erzähl du mirs kleiner Schelm, da will
ich hören ob du Acht giebst.
Carl. Wart e bis, ich will mich bedenken --
Es war einmal -- ja -- es war einmal ein Kind,
und sein Mutter war krank, da gieng das Kind hin.
Maria. Nicht doch. Da sagte die Mutter, lie-
bes Kind --
Carl. Jch bin krank.
Maria. Und kann nicht ausgehn.
Carl.


ſtung! — Das iſt ein garſtiger Drach — Jetzt
ſchies ich nach Sperlingen — Heiliger Georg!
mach mich groß und ſtark, gieb mir ſo eine Lanze,
Ruͤſtung und Pferd, dann laß mir die Drachen
kommen.

Jaxthauſſen.
Goͤtzens Burg.



Eliſabeth, (ſeine Frau,) Maria, (ſeine
Schweſter,) Carl, (ſein Soͤhngen.)
Carl. Jch bitte dich, liebe Tante, erzaͤhl mir
das noch einmal vom frommen Kind, ’s is gar zu
ſchoͤn.
Maria. Erzaͤhl du mirs kleiner Schelm, da will
ich hoͤren ob du Acht giebſt.
Carl. Wart e bis, ich will mich bedenken —
Es war einmal — ja — es war einmal ein Kind,
und ſein Mutter war krank, da gieng das Kind hin.
Maria. Nicht doch. Da ſagte die Mutter, lie-
bes Kind —
Carl. Jch bin krank.
Maria. Und kann nicht ausgehn.
Carl.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <sp who="#GEO">
          <p><pb facs="#f0024" n="20"/><fw place="top" type="header"><milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/></fw> &#x017F;tung! &#x2014; Das i&#x017F;t ein gar&#x017F;tiger Drach &#x2014; Jetzt<lb/>
&#x017F;chies ich nach Sperlingen &#x2014; Heiliger Georg!<lb/>
mach mich groß und &#x017F;tark, gieb mir &#x017F;o eine Lanze,<lb/>
Ru&#x0364;&#x017F;tung und Pferd, dann laß mir die Drachen<lb/>
kommen.</p><lb/>
          <stage> <hi rendition="#b">Jaxthau&#x017F;&#x017F;en.<lb/>
Go&#x0364;tzens Burg.</hi> </stage><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
          <stage> <hi rendition="#b">Eli&#x017F;abeth, (&#x017F;eine Frau,) Maria, (&#x017F;eine<lb/>
Schwe&#x017F;ter,) Carl, (&#x017F;ein So&#x0364;hngen.)</hi> </stage>
        </sp><lb/>
        <sp who="#CAR">
          <speaker> <hi rendition="#fr">Carl.</hi> </speaker>
          <p>Jch bitte dich, liebe Tante, erza&#x0364;hl mir<lb/>
das noch einmal vom frommen Kind, &#x2019;s is gar zu<lb/>
&#x017F;cho&#x0364;n.</p>
        </sp><lb/>
        <sp who="#MAR">
          <speaker> <hi rendition="#fr">Maria.</hi> </speaker>
          <p>Erza&#x0364;hl du mirs kleiner Schelm, da will<lb/>
ich ho&#x0364;ren ob du Acht gieb&#x017F;t.</p>
        </sp><lb/>
        <sp who="#CAR">
          <speaker> <hi rendition="#fr">Carl.</hi> </speaker>
          <p>Wart e bis, ich will mich bedenken &#x2014;<lb/>
Es war einmal &#x2014; ja &#x2014; es war einmal ein Kind,<lb/>
und &#x017F;ein Mutter war krank, da gieng das Kind hin.</p>
        </sp><lb/>
        <sp who="#MAR">
          <speaker> <hi rendition="#fr">Maria.</hi> </speaker>
          <p>Nicht doch. Da &#x017F;agte die Mutter, lie-<lb/>
bes Kind &#x2014;</p>
        </sp><lb/>
        <sp who="#CAR">
          <speaker> <hi rendition="#fr">Carl.</hi> </speaker>
          <p>Jch bin krank.</p>
        </sp><lb/>
        <sp who="#MAR">
          <speaker> <hi rendition="#fr">Maria.</hi> </speaker>
          <p>Und kann nicht ausgehn.</p><lb/>
          <fw place="bottom" type="catch">Carl.</fw><lb/>
        </sp>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[20/0024] ſtung! — Das iſt ein garſtiger Drach — Jetzt ſchies ich nach Sperlingen — Heiliger Georg! mach mich groß und ſtark, gieb mir ſo eine Lanze, Ruͤſtung und Pferd, dann laß mir die Drachen kommen. Jaxthauſſen. Goͤtzens Burg. Eliſabeth, (ſeine Frau,) Maria, (ſeine Schweſter,) Carl, (ſein Soͤhngen.) Carl. Jch bitte dich, liebe Tante, erzaͤhl mir das noch einmal vom frommen Kind, ’s is gar zu ſchoͤn. Maria. Erzaͤhl du mirs kleiner Schelm, da will ich hoͤren ob du Acht giebſt. Carl. Wart e bis, ich will mich bedenken — Es war einmal — ja — es war einmal ein Kind, und ſein Mutter war krank, da gieng das Kind hin. Maria. Nicht doch. Da ſagte die Mutter, lie- bes Kind — Carl. Jch bin krank. Maria. Und kann nicht ausgehn. Carl.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/goethe_goetz_1773
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/goethe_goetz_1773/24
Zitationshilfe: Goethe, Johann Wolfgang von: Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. [s. l.], 1773, S. 20. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/goethe_goetz_1773/24>, abgerufen am 07.12.2022.