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Goethe, Johann Wolfgang von: Die Wahlverwandtschaften. Bd. 1. Tübingen, 1809.

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Achtes Kapitel.

Der Hauptmann untersuchte gleich am
frühsten Morgen den Platz, entwarf erst ei¬
nen flüchtigen, und als die Gesellschaft an
Ort und Stelle sich nochmals entschieden hat¬
te, einen genauen Riß nebst Anschlag und
allem Erforderlichen. Es fehlte nicht an der
nöthigen Vorbereitung. Jenes Geschäft we¬
gen Verkauf des Vorwerks ward auch sogleich
wieder angegriffen. Die Männer fanden zu¬
sammen neuen Anlaß zur Thätigkeit.

Der Hauptmann machte Eduarden bemerk¬
lich, daß es eine Artigkeit, ja wohl gar eine
Schuldigkeit sey, Charlottens Geburtstag
durch Legung des Grundsteins zu feyern. Es

Achtes Kapitel.

Der Hauptmann unterſuchte gleich am
fruͤhſten Morgen den Platz, entwarf erſt ei¬
nen fluͤchtigen, und als die Geſellſchaft an
Ort und Stelle ſich nochmals entſchieden hat¬
te, einen genauen Riß nebſt Anſchlag und
allem Erforderlichen. Es fehlte nicht an der
noͤthigen Vorbereitung. Jenes Geſchaͤft we¬
gen Verkauf des Vorwerks ward auch ſogleich
wieder angegriffen. Die Maͤnner fanden zu¬
ſammen neuen Anlaß zur Thaͤtigkeit.

Der Hauptmann machte Eduarden bemerk¬
lich, daß es eine Artigkeit, ja wohl gar eine
Schuldigkeit ſey, Charlottens Geburtstag
durch Legung des Grundſteins zu feyern. Es

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[0146] Achtes Kapitel. Der Hauptmann unterſuchte gleich am fruͤhſten Morgen den Platz, entwarf erſt ei¬ nen fluͤchtigen, und als die Geſellſchaft an Ort und Stelle ſich nochmals entſchieden hat¬ te, einen genauen Riß nebſt Anſchlag und allem Erforderlichen. Es fehlte nicht an der noͤthigen Vorbereitung. Jenes Geſchaͤft we¬ gen Verkauf des Vorwerks ward auch ſogleich wieder angegriffen. Die Maͤnner fanden zu¬ ſammen neuen Anlaß zur Thaͤtigkeit. Der Hauptmann machte Eduarden bemerk¬ lich, daß es eine Artigkeit, ja wohl gar eine Schuldigkeit ſey, Charlottens Geburtstag durch Legung des Grundſteins zu feyern. Es

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Zitationshilfe: Goethe, Johann Wolfgang von: Die Wahlverwandtschaften. Bd. 1. Tübingen, 1809, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/goethe_wahlverw01_1809/146>, abgerufen am 07.08.2022.