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Goethe, Johann Wolfgang von: Die Wahlverwandtschaften. Bd. 1. Tübingen, 1809.

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Drittes Kapitel.

Der Hauptmann kam. Er hatte einen
sehr verständigen Brief vorausgeschickt, der
Charlotten völlig beruhigte. So viel Deutlich¬
keit über sich selbst, so viel Klarheit über
seinen eigenen Zustand, über den Zustand sei¬
ner Freunde, gab eine heitere und fröhliche
Aussicht.

Die Unterhaltungen der ersten Stunden
waren, wie unter Freunden zu geschehen pflegt
die sich eine Zeit lang nicht gesehen haben, leb¬
haft, ja fast erschöpfend. Gegen Abend ver¬
anlaßte Charlotte einen Spaziergang auf die
neuen Anlagen. Der Hauptmann gefiel sich
sehr in der Gegend und bemerkte jede Schön¬

Drittes Kapitel.

Der Hauptmann kam. Er hatte einen
ſehr verſtaͤndigen Brief vorausgeſchickt, der
Charlotten voͤllig beruhigte. So viel Deutlich¬
keit uͤber ſich ſelbſt, ſo viel Klarheit uͤber
ſeinen eigenen Zuſtand, uͤber den Zuſtand ſei¬
ner Freunde, gab eine heitere und froͤhliche
Ausſicht.

Die Unterhaltungen der erſten Stunden
waren, wie unter Freunden zu geſchehen pflegt
die ſich eine Zeit lang nicht geſehen haben, leb¬
haft, ja faſt erſchoͤpfend. Gegen Abend ver¬
anlaßte Charlotte einen Spaziergang auf die
neuen Anlagen. Der Hauptmann gefiel ſich
ſehr in der Gegend und bemerkte jede Schoͤn¬

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[0049] Drittes Kapitel. Der Hauptmann kam. Er hatte einen ſehr verſtaͤndigen Brief vorausgeſchickt, der Charlotten voͤllig beruhigte. So viel Deutlich¬ keit uͤber ſich ſelbſt, ſo viel Klarheit uͤber ſeinen eigenen Zuſtand, uͤber den Zuſtand ſei¬ ner Freunde, gab eine heitere und froͤhliche Ausſicht. Die Unterhaltungen der erſten Stunden waren, wie unter Freunden zu geſchehen pflegt die ſich eine Zeit lang nicht geſehen haben, leb¬ haft, ja faſt erſchoͤpfend. Gegen Abend ver¬ anlaßte Charlotte einen Spaziergang auf die neuen Anlagen. Der Hauptmann gefiel ſich ſehr in der Gegend und bemerkte jede Schoͤn¬

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Zitationshilfe: Goethe, Johann Wolfgang von: Die Wahlverwandtschaften. Bd. 1. Tübingen, 1809, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/goethe_wahlverw01_1809/49>, abgerufen am 19.08.2022.