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Gottschalck, Friedrich: Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen. Halle, 1814.

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Der Liebesring.

Petrarka erzählt in einem seiner vertrauten Briefe, er habe bei seinem Aufenthalt in Aachen das Grab Karls des Großen besucht, und dort von den Priestern eine sonderbare, fabelhafte Sage vom Kaiser vernommen, die sie irgendwo gelesen zu haben versicherten. Sie lautet folgender Maßen:

Karl hatte sich in ein gewisses Frauenzimmer so über alle Maßen verliebt, daß er aller Staatsgeschäfte und alles Heldenruhms darüber vergaß, und gleichsam sich selbst nicht angehörte; all' sein Dichten und Trachten war allein auf die Geliebte gerichtet, die jedoch bald nachher starb. Jedermann war über den Tod erfreuet, nur der Kaiser wollte verzweifeln; nichts war im Stande, ihn zu

Der Liebesring.

Petrarka erzählt in einem seiner vertrauten Briefe, er habe bei seinem Aufenthalt in Aachen das Grab Karls des Großen besucht, und dort von den Priestern eine sonderbare, fabelhafte Sage vom Kaiser vernommen, die sie irgendwo gelesen zu haben versicherten. Sie lautet folgender Maßen:

Karl hatte sich in ein gewisses Frauenzimmer so über alle Maßen verliebt, daß er aller Staatsgeschäfte und alles Heldenruhms darüber vergaß, und gleichsam sich selbst nicht angehörte; all’ sein Dichten und Trachten war allein auf die Geliebte gerichtet, die jedoch bald nachher starb. Jedermann war über den Tod erfreuet, nur der Kaiser wollte verzweifeln; nichts war im Stande, ihn zu

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[330/0369] Der Liebesring. Petrarka erzählt in einem seiner vertrauten Briefe, er habe bei seinem Aufenthalt in Aachen das Grab Karls des Großen besucht, und dort von den Priestern eine sonderbare, fabelhafte Sage vom Kaiser vernommen, die sie irgendwo gelesen zu haben versicherten. Sie lautet folgender Maßen: Karl hatte sich in ein gewisses Frauenzimmer so über alle Maßen verliebt, daß er aller Staatsgeschäfte und alles Heldenruhms darüber vergaß, und gleichsam sich selbst nicht angehörte; all’ sein Dichten und Trachten war allein auf die Geliebte gerichtet, die jedoch bald nachher starb. Jedermann war über den Tod erfreuet, nur der Kaiser wollte verzweifeln; nichts war im Stande, ihn zu

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Zitationshilfe: Gottschalck, Friedrich: Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen. Halle, 1814, S. 330. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/gottschalck_sagen_1814/369>, abgerufen am 13.05.2021.