Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Gryphius, Andreas: Horribilicribrifax. Breslau, 1665.

Bild:
<< vorherige Seite
Horribilicribrifax
Fürsten heute eingeladen/ zu Pfande gegeben/
gleich als sich die Gäste gewaschen/ damit ich ihm
Keseph zu Brodt liehe. Wenn sie werden Taffel
gehalten haben/ hat er mir versprochen das Saltz-
faß mit den Tellern und Schüsseln dargegen zu-
schicken/ damit ich ihm das Becken wiederfolgen
lasse/ daß sie sich nach der Mahlzeit wider Thaharn
können.
Antonia. O das Hertz möchte mir für Vngedult in tau-
send Stücken brechen; O meine Tochter! meine
Tochter! in was Elend hast du dich und mich durch
deine Vnbesonnenheit gestürtzet!


Der vierdte Auffzug.
Bonosus. Palladius. Cleander.
CLeander. Jch bitte die Herren verschonen meiner mit
derogleichen Wortgepränge; Sintemal ich sie
nach Würden vor diesesmal nicht habe bewirthen
können: Doch verhoffe ich mein guter Wille werde
die Taffel/ stat der Speisen besetzet haben.
Palladius. Mein werthester Cleander, ich bleibe ihm e-
wig verbunden.
Cleander Herr Mareschall ich sterbe der Seinige.
Bonosus. Mein Herr Cleander, ich bitte/ er wolle mir
befehlen/ er sol mich bereitwilligst finden/ ihm zu
dinen.
Cleander. Mein Herr/ ich bin gantz der Seinige. Herr
Mareschall/ er denck unserm geheim Gespräche et-
was nach. Fräulin Eudoxia ist eines Liebhabers
von sonderbaren Vortrefflikeiten würdig.
Bonos. Dem Herren meine Dienst!
Pallad. Mein Herr/ ich bleibe der Seine.
Cle-
Horribilicribrifax
Fuͤrſten heute eingeladen/ zu Pfande gegeben/
gleich als ſich die Gaͤſte gewaſchen/ damit ich ihm
Keſeph zu Brodt liehe. Wenn ſie werden Taffel
gehalten haben/ hat er mir verſprochen das Saltz-
faß mit den Tellern und Schuͤſſeln dargegen zu-
ſchicken/ damit ich ihm das Becken wiederfolgen
laſſe/ daß ſie ſich nach der Mahlzeit wider Thaharn
koͤnnen.
Antonia. O das Hertz moͤchte mir fuͤr Vngedult in tau-
ſend Stuͤcken brechen; O meine Tochter! meine
Tochter! in was Elend haſt du dich und mich durch
deine Vnbeſonnenheit geſtuͤrtzet!


Der vierdte Auffzug.
Bonoſus. Palladius. Cleander.
CLeander. Jch bitte die Herren verſchonen meiner mit
derogleichen Wortgepraͤnge; Sintemal ich ſie
nach Wuͤrden vor dieſesmal nicht habe bewirthen
koͤnnen: Doch verhoffe ich mein guter Wille werde
die Taffel/ ſtat der Speiſen beſetzet haben.
Palladius. Mein wertheſter Cleander, ich bleibe ihm e-
wig verbunden.
Cleander Herr Mareſchall ich ſterbe der Seinige.
Bonoſus. Mein Herr Cleander, ich bitte/ er wolle mir
befehlen/ er ſol mich bereitwilligſt finden/ ihm zu
dinen.
Cleander. Mein Herr/ ich bin gantz der Seinige. Herr
Mareſchall/ er denck unſerm geheim Geſpraͤche et-
was nach. Fraͤulin Eudoxia iſt eines Liebhabers
von ſonderbaren Vortrefflikeiten wuͤrdig.
Bonoſ. Dem Herren meine Dienſt!
Pallad. Mein Herr/ ich bleibe der Seine.
Cle-
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <sp who="#RAB">
            <p><pb facs="#f0068" n="52"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#aq">Horribilicribrifax</hi></fw><lb/>
Fu&#x0364;r&#x017F;ten heute eingeladen/ zu Pfande gegeben/<lb/>
gleich als &#x017F;ich die Ga&#x0364;&#x017F;te gewa&#x017F;chen/ damit ich ihm<lb/><hi rendition="#aq">Ke&#x017F;eph</hi> zu Brodt liehe. Wenn &#x017F;ie werden Taffel<lb/>
gehalten haben/ hat er mir ver&#x017F;prochen das Saltz-<lb/>
faß mit den Tellern und Schu&#x0364;&#x017F;&#x017F;eln dargegen zu-<lb/>
&#x017F;chicken/ damit ich ihm das Becken wiederfolgen<lb/>
la&#x017F;&#x017F;e/ daß &#x017F;ie &#x017F;ich nach der Mahlzeit wider <hi rendition="#aq">Thaharn</hi><lb/>
ko&#x0364;nnen.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#ANT">
            <speaker> <hi rendition="#aq">Antonia.</hi> </speaker>
            <p>O das Hertz mo&#x0364;chte mir fu&#x0364;r Vngedult in tau-<lb/>
&#x017F;end Stu&#x0364;cken brechen; O meine Tochter! meine<lb/>
Tochter! in was Elend ha&#x017F;t du dich und mich durch<lb/>
deine Vnbe&#x017F;onnenheit ge&#x017F;tu&#x0364;rtzet!</p>
          </sp>
        </div><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Der vierdte Auffzug.</hi> </head><lb/>
          <stage> <hi rendition="#aq">Bono&#x017F;us. Palladius. Cleander.</hi> </stage><lb/>
          <sp who="#CLE">
            <speaker> <hi rendition="#aq"><hi rendition="#in">C</hi>Leander.</hi> </speaker>
            <p>Jch bitte die Herren ver&#x017F;chonen meiner mit<lb/>
derogleichen Wortgepra&#x0364;nge; Sintemal ich &#x017F;ie<lb/>
nach Wu&#x0364;rden vor die&#x017F;esmal nicht habe bewirthen<lb/>
ko&#x0364;nnen: Doch verhoffe ich mein guter Wille werde<lb/>
die Taffel/ &#x017F;tat der Spei&#x017F;en be&#x017F;etzet haben.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#PAL">
            <speaker> <hi rendition="#aq">Palladius.</hi> </speaker>
            <p>Mein werthe&#x017F;ter <hi rendition="#aq">Cleander,</hi> ich bleibe ihm e-<lb/>
wig verbunden.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#CLE">
            <speaker> <hi rendition="#aq">
                <choice>
                  <sic>Gleander.</sic>
                  <corr>Cleander</corr>
                </choice>
              </hi> </speaker>
            <p>Herr Mare&#x017F;chall ich &#x017F;terbe der Seinige.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#BON">
            <speaker> <hi rendition="#aq">Bono&#x017F;us.</hi> </speaker>
            <p>Mein Herr <hi rendition="#aq">Cleander,</hi> ich bitte/ er wolle mir<lb/>
befehlen/ er &#x017F;ol mich bereitwillig&#x017F;t finden/ ihm zu<lb/>
dinen.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#CLE">
            <speaker> <hi rendition="#aq">Cleander.</hi> </speaker>
            <p>Mein Herr/ ich bin gantz der Seinige. Herr<lb/>
Mare&#x017F;chall/ er denck un&#x017F;erm geheim Ge&#x017F;pra&#x0364;che et-<lb/>
was nach. Fra&#x0364;ulin <hi rendition="#aq">Eudoxia</hi> i&#x017F;t eines Liebhabers<lb/>
von &#x017F;onderbaren Vortrefflikeiten wu&#x0364;rdig.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#BON">
            <speaker> <hi rendition="#aq">Bono&#x017F;.</hi> </speaker>
            <p>Dem Herren meine Dien&#x017F;t<hi rendition="#i">!</hi></p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#PAL">
            <speaker> <hi rendition="#aq">Pallad.</hi> </speaker>
            <p>Mein Herr/ ich bleibe der Seine.</p><lb/>
            <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#aq">Cle-</hi> </fw>
          </sp><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[52/0068] Horribilicribrifax Fuͤrſten heute eingeladen/ zu Pfande gegeben/ gleich als ſich die Gaͤſte gewaſchen/ damit ich ihm Keſeph zu Brodt liehe. Wenn ſie werden Taffel gehalten haben/ hat er mir verſprochen das Saltz- faß mit den Tellern und Schuͤſſeln dargegen zu- ſchicken/ damit ich ihm das Becken wiederfolgen laſſe/ daß ſie ſich nach der Mahlzeit wider Thaharn koͤnnen. Antonia. O das Hertz moͤchte mir fuͤr Vngedult in tau- ſend Stuͤcken brechen; O meine Tochter! meine Tochter! in was Elend haſt du dich und mich durch deine Vnbeſonnenheit geſtuͤrtzet! Der vierdte Auffzug. Bonoſus. Palladius. Cleander. CLeander. Jch bitte die Herren verſchonen meiner mit derogleichen Wortgepraͤnge; Sintemal ich ſie nach Wuͤrden vor dieſesmal nicht habe bewirthen koͤnnen: Doch verhoffe ich mein guter Wille werde die Taffel/ ſtat der Speiſen beſetzet haben. Palladius. Mein wertheſter Cleander, ich bleibe ihm e- wig verbunden. Cleander Herr Mareſchall ich ſterbe der Seinige. Bonoſus. Mein Herr Cleander, ich bitte/ er wolle mir befehlen/ er ſol mich bereitwilligſt finden/ ihm zu dinen. Cleander. Mein Herr/ ich bin gantz der Seinige. Herr Mareſchall/ er denck unſerm geheim Geſpraͤche et- was nach. Fraͤulin Eudoxia iſt eines Liebhabers von ſonderbaren Vortrefflikeiten wuͤrdig. Bonoſ. Dem Herren meine Dienſt! Pallad. Mein Herr/ ich bleibe der Seine. Cle-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Das Exemplar stellt den ersten datierten Druck da… [mehr]

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/gryphius_horribilicribrifax_1663
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/gryphius_horribilicribrifax_1663/68
Zitationshilfe: Gryphius, Andreas: Horribilicribrifax. Breslau, 1665, S. 52. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/gryphius_horribilicribrifax_1663/68>, abgerufen am 17.10.2021.