Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Günther, Johann: Send-Schreiben an einen S. Theologum. Leipzig, 1711.

Bild:
<< vorherige Seite
Antwort auf die vier und zwanzigste Betrachtung.

Es ist wahr / GOtt hat den Aposteln und Apostolischen GOttes-Männern die Gaben der Wunderwercke gegeben / dazumahl da die Kirche noch solte gepflantzet werden / aber nachdem sie gepflantzet worden ist / so hat diese Gabe aufgehöret. Deswegen auch S. Augustinus schreibet / de Civitate Dei lib. 22. c. 8. qui adhuc prodigia, ut credat, inquirit, magnum est ipse prodigium, qui mundo credente non credit. NB. Nachdem die Kirche gepflantzet ist / so ist diejenige Particulir-Kirche / welche sich der Wunderwercke rühmet / [wie die ietzige Römische Kirche] in sehr grossem Verdachte / daß sie Antichristisch und daß ihre Lehrer falsche Propheten seyn / weil St. Paulus ausdrücklich schreibet / daß die Zukunfft des grossen Anti-Christs geschehen werde / nach der Wirckung des Satans / nach allerley lügenhafften kräfftigen Zeichen und Wundern 2. Thess. 2 / 9. ingleichen weil der H. Augustinus schreibet Tract. 13. in Joh. contra istos mirabiliarios cautum me fecit Deus meus, dicens: in novissimis diebus exurgent multi pseudoprophetae facientes

Antwort auf die vier und zwanzigste Betrachtung.

Es ist wahr / GOtt hat den Aposteln und Apostolischen GOttes-Männern die Gaben der Wunderwercke gegeben / dazumahl da die Kirche noch solte gepflantzet werden / aber nachdem sie gepflantzet worden ist / so hat diese Gabe aufgehöret. Deswegen auch S. Augustinus schreibet / de Civitate Dei lib. 22. c. 8. qui adhuc prodigia, ut credat, inquirit, magnum est ipse prodigium, qui mundo credente non credit. NB. Nachdem die Kirche gepflantzet ist / so ist diejenige Particulir-Kirche / welche sich der Wunderwercke rühmet / [wie die ietzige Römische Kirche] in sehr grossem Verdachte / daß sie Antichristisch und daß ihre Lehrer falsche Propheten seyn / weil St. Paulus ausdrücklich schreibet / daß die Zukunfft des grossen Anti-Christs geschehen werde / nach der Wirckung des Satans / nach allerley lügenhafften kräfftigen Zeichen und Wundern 2. Thess. 2 / 9. ingleichen weil der H. Augustinus schreibet Tract. 13. in Joh. contra istos mirabiliarios cautum me fecit Deus meus, dicens: in novissimis diebus exurgent multi pseudoprophetae facientes

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <pb facs="#f0052" n="52"/>
      </div>
      <div>
        <head>Antwort auf die vier und zwanzigste Betrachtung.<lb/></head>
        <p>Es ist wahr / GOtt hat den Aposteln und Apostolischen GOttes-Männern die Gaben                      der Wunderwercke gegeben / dazumahl da die Kirche noch solte gepflantzet werden                      / aber nachdem sie gepflantzet worden ist / so hat diese Gabe aufgehöret.                      Deswegen auch S. Augustinus schreibet / de Civitate Dei lib. 22. c. 8. qui adhuc                      prodigia, ut credat, inquirit, magnum est ipse prodigium, qui mundo credente non                      credit. NB. Nachdem die Kirche gepflantzet ist / so ist diejenige                      Particulir-Kirche / welche sich der Wunderwercke rühmet / [wie die ietzige                      Römische Kirche] in sehr grossem Verdachte / daß sie Antichristisch und daß ihre                      Lehrer falsche Propheten seyn / weil St. Paulus ausdrücklich schreibet / daß die                      Zukunfft des grossen Anti-Christs geschehen werde / nach der Wirckung des Satans                      / nach allerley lügenhafften kräfftigen Zeichen und Wundern 2. Thess. 2 / 9.                      ingleichen weil der H. Augustinus schreibet Tract. 13. in Joh. contra istos                      mirabiliarios cautum me fecit Deus meus, dicens: in novissimis diebus exurgent                      multi pseudoprophetae facientes
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[52/0052] Antwort auf die vier und zwanzigste Betrachtung. Es ist wahr / GOtt hat den Aposteln und Apostolischen GOttes-Männern die Gaben der Wunderwercke gegeben / dazumahl da die Kirche noch solte gepflantzet werden / aber nachdem sie gepflantzet worden ist / so hat diese Gabe aufgehöret. Deswegen auch S. Augustinus schreibet / de Civitate Dei lib. 22. c. 8. qui adhuc prodigia, ut credat, inquirit, magnum est ipse prodigium, qui mundo credente non credit. NB. Nachdem die Kirche gepflantzet ist / so ist diejenige Particulir-Kirche / welche sich der Wunderwercke rühmet / [wie die ietzige Römische Kirche] in sehr grossem Verdachte / daß sie Antichristisch und daß ihre Lehrer falsche Propheten seyn / weil St. Paulus ausdrücklich schreibet / daß die Zukunfft des grossen Anti-Christs geschehen werde / nach der Wirckung des Satans / nach allerley lügenhafften kräfftigen Zeichen und Wundern 2. Thess. 2 / 9. ingleichen weil der H. Augustinus schreibet Tract. 13. in Joh. contra istos mirabiliarios cautum me fecit Deus meus, dicens: in novissimis diebus exurgent multi pseudoprophetae facientes

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Obrigkeitskritik und Fürstenberatung: Die Oberhofprediger in Braunschweig-Wolfenbüttel 1568-1714: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML/TEI. (2013-02-15T13:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme entsprechen muss.
Wolfenbütteler Digitale Bibliothek: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-02-15T13:54:31Z)
Marcus Baumgarten, Frederike Neuber, Frank Wiegand: Konvertierung nach XML gemäß DTA-Basisformat, Tagging der Titelblätter, Korrekturen der Transkription. (2013-02-15T13:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/guenther_sendschreiben_1711
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/guenther_sendschreiben_1711/52
Zitationshilfe: Günther, Johann: Send-Schreiben an einen S. Theologum. Leipzig, 1711, S. 52. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/guenther_sendschreiben_1711/52>, abgerufen am 15.04.2021.