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Günther, Johann: Send-Schreiben an einen S. Theologum. Leipzig, 1711.

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ihnen ein gottloß Leben führen / nicht nur etliche seyn / wie er schreibet / sondern sehr viele / und daß sie durch die Lehr-Sätze der Päbstischen Religion / von dem opere operato, von dem aufgedrungenen coelibat, wie auch durch den Müßiggang / indem sie auser dem bißgen Meß-Lesen wenig zu thun haben / dazu verleitet werden.

Antwort auf die dreyßigste Betrachtung.

In dieser Motive liegt wieder etwas / das wohl zu untersuchen ist. Denn was erstlich insgemein von dem Schmähen und Lästern geurtheilet wird / dem stimme ich völlig bey / und wird mit Schmähen und Lügen keine Warheit vertheidiget. Nur ist die Frage / wer solches Schmähen und Lügen treibet? und da wird es wohl die Römisch-Catholischen treffen. Und wo auch unter unsern dergleichen zu finden; so wird es doch nicht aus einerley Absehen geschehen / indem aus dem 1. Reg. 18. zu sehen / daß auch Elias ohne Sünde die Baals-Pfaffen spottet. Es stehet beydes Prov. 26 / 4. 5. Antworte / und antworte dem Narren nicht nach seiner Narrheit. NB. Wenn etliche von unsern Predi-

ihnen ein gottloß Leben führen / nicht nur etliche seyn / wie er schreibet / sondern sehr viele / und daß sie durch die Lehr-Sätze der Päbstischen Religion / von dem opere operato, von dem aufgedrungenen coelibat, wie auch durch den Müßiggang / indem sie auser dem bißgen Meß-Lesen wenig zu thun haben / dazu verleitet werden.

Antwort auf die dreyßigste Betrachtung.

In dieser Motive liegt wieder etwas / das wohl zu untersuchen ist. Denn was erstlich insgemein von dem Schmähen und Lästern geurtheilet wird / dem stimme ich völlig bey / und wird mit Schmähen und Lügen keine Warheit vertheidiget. Nur ist die Frage / wer solches Schmähen und Lügen treibet? und da wird es wohl die Römisch-Catholischen treffen. Und wo auch unter unsern dergleichen zu finden; so wird es doch nicht aus einerley Absehen geschehen / indem aus dem 1. Reg. 18. zu sehen / daß auch Elias ohne Sünde die Baals-Pfaffen spottet. Es stehet beydes Prov. 26 / 4. 5. Antworte / und antworte dem Narren nicht nach seiner Narrheit. NB. Wenn etliche von unsern Predi-

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[65/0065] ihnen ein gottloß Leben führen / nicht nur etliche seyn / wie er schreibet / sondern sehr viele / und daß sie durch die Lehr-Sätze der Päbstischen Religion / von dem opere operato, von dem aufgedrungenen coelibat, wie auch durch den Müßiggang / indem sie auser dem bißgen Meß-Lesen wenig zu thun haben / dazu verleitet werden. Antwort auf die dreyßigste Betrachtung. In dieser Motive liegt wieder etwas / das wohl zu untersuchen ist. Denn was erstlich insgemein von dem Schmähen und Lästern geurtheilet wird / dem stimme ich völlig bey / und wird mit Schmähen und Lügen keine Warheit vertheidiget. Nur ist die Frage / wer solches Schmähen und Lügen treibet? und da wird es wohl die Römisch-Catholischen treffen. Und wo auch unter unsern dergleichen zu finden; so wird es doch nicht aus einerley Absehen geschehen / indem aus dem 1. Reg. 18. zu sehen / daß auch Elias ohne Sünde die Baals-Pfaffen spottet. Es stehet beydes Prov. 26 / 4. 5. Antworte / und antworte dem Narren nicht nach seiner Narrheit. NB. Wenn etliche von unsern Predi-

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Zitationshilfe: Günther, Johann: Send-Schreiben an einen S. Theologum. Leipzig, 1711, S. 65. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/guenther_sendschreiben_1711/65>, abgerufen am 10.04.2021.