einem wohlanständigen Betragen auch in ihren Arbeiten eine ganz besondre Geschicklichkeit bli- cken lassen, außer den silbernen Medaillen noch 2 von Golde, eine von 3 Unzen oder 18 So- lotnik, und die andre halb so schwer, in allen obbemeldten Künsten, als ein Prämium aus- zutheilen.
Zu dem Ende hält die Academie eine be- sondere Zusammenkunft, und giebt durch ge- meinschaftlichen Schluß einem jeden von obbe- schriebnen Lehrlingen gewisse Aufgaben in sei- ner Kunst, nach welchen er seinen Entwurf machen muß, ohne das Stück aus dem Saal zu bringen. Nachher druckt der Professor, an dem die Reihe ist, auf diejenige Entwürfe, die er für die besten hält, sein Siegel, und giebt sie den Lehrlingen zurück, um solche in denen im Saal abgetheilten Cabinetern zur bevorste- henden Generalversammlung der Academie aus- zuarbeiten: wobey er genau darauf sieht, daß sie sich keiner fremden Hülfe bedienen, widri- genfalls sie befahren müssen, von dem Exa- men ausgeschlossen zu werden. Denen so in Kupfer, Stahl, und harten Steinen gravi- ren, werden, weil ihre Arbeiten mehr Zeit er- fodern, die Aufgaben früher, im übrigen aber auf eben dieselbe Art aufgegeben.
Alle
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Kayſerinn von Rußland.
einem wohlanſtaͤndigen Betragen auch in ihren Arbeiten eine ganz beſondre Geſchicklichkeit bli- cken laſſen, außer den ſilbernen Medaillen noch 2 von Golde, eine von 3 Unzen oder 18 So- lotnik, und die andre halb ſo ſchwer, in allen obbemeldten Kuͤnſten, als ein Praͤmium aus- zutheilen.
Zu dem Ende haͤlt die Academie eine be- ſondere Zuſammenkunft, und giebt durch ge- meinſchaftlichen Schluß einem jeden von obbe- ſchriebnen Lehrlingen gewiſſe Aufgaben in ſei- ner Kunſt, nach welchen er ſeinen Entwurf machen muß, ohne das Stuͤck aus dem Saal zu bringen. Nachher druckt der Profeſſor, an dem die Reihe iſt, auf diejenige Entwuͤrfe, die er fuͤr die beſten haͤlt, ſein Siegel, und giebt ſie den Lehrlingen zuruͤck, um ſolche in denen im Saal abgetheilten Cabinetern zur bevorſte- henden Generalverſammlung der Academie aus- zuarbeiten: wobey er genau darauf ſieht, daß ſie ſich keiner fremden Huͤlfe bedienen, widri- genfalls ſie befahren muͤſſen, von dem Exa- men ausgeſchloſſen zu werden. Denen ſo in Kupfer, Stahl, und harten Steinen gravi- ren, werden, weil ihre Arbeiten mehr Zeit er- fodern, die Aufgaben fruͤher, im uͤbrigen aber auf eben dieſelbe Art aufgegeben.
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[215/0239]
Kayſerinn von Rußland.
einem wohlanſtaͤndigen Betragen auch in ihren
Arbeiten eine ganz beſondre Geſchicklichkeit bli-
cken laſſen, außer den ſilbernen Medaillen noch
2 von Golde, eine von 3 Unzen oder 18 So-
lotnik, und die andre halb ſo ſchwer, in allen
obbemeldten Kuͤnſten, als ein Praͤmium aus-
zutheilen.
Zu dem Ende haͤlt die Academie eine be-
ſondere Zuſammenkunft, und giebt durch ge-
meinſchaftlichen Schluß einem jeden von obbe-
ſchriebnen Lehrlingen gewiſſe Aufgaben in ſei-
ner Kunſt, nach welchen er ſeinen Entwurf
machen muß, ohne das Stuͤck aus dem Saal
zu bringen. Nachher druckt der Profeſſor, an
dem die Reihe iſt, auf diejenige Entwuͤrfe, die
er fuͤr die beſten haͤlt, ſein Siegel, und giebt
ſie den Lehrlingen zuruͤck, um ſolche in denen
im Saal abgetheilten Cabinetern zur bevorſte-
henden Generalverſammlung der Academie aus-
zuarbeiten: wobey er genau darauf ſieht, daß
ſie ſich keiner fremden Huͤlfe bedienen, widri-
genfalls ſie befahren muͤſſen, von dem Exa-
men ausgeſchloſſen zu werden. Denen ſo in
Kupfer, Stahl, und harten Steinen gravi-
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fodern, die Aufgaben fruͤher, im uͤbrigen aber
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[Schlözer, August Ludwig von]: Neuverändertes Rußland oder Leben Catharinä der Zweyten Kayserinn von Rußland. Bd. 1. Riga u. a., 1767, S. 215. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/haigold_russland01_1767/239>, abgerufen am 11.09.2024.
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