lich, getreu, und undeutsch. Diese Ge- wissenhaftigkeit, die ein Franzos eine deutsche Pedanterey nennen würde, fo- dern öffentliche Staatsschriften; und hö- her kann man sie wohl nicht treiben, als ich hier durchgängig gethan habe.
Auch in den Anmerkungen habe ich mir zum Gesetz gemacht, nichts zu sagen, als was entweder notorisch ist, oder in Büchern steht, die in Rußland selbst ge- druckt worden. Dieß ist die Ursache, warum deren so wenige sind. Zu man- chen dunkeln Stellen werden sich in den künftigen Theilen authentische Erklärun- gen finden.
Leser, die dergleichen statistische Nach- richten nur gebrauchen, um die Zeitun- gen zu verstehen, werden mich einer er- müdenden Weitläuftigkeit beschuldigen; sie werden verlangen, daß ich mich an unzähligen Stellen hätte kürzer fassen, und überall die Specificationen, und das ganze Detail, aus dem Leute von ihren Einsichten keine Schlüsse zu ziehen wissen, weglassen sollen. Aber für Leute von ih- ren Einsichten schreibe ich nicht.
Moscau, den Jan. 1767. M. Joh. Jos. Haigold.
I. Neueste
Vorrede.
lich, getreu, und undeutſch. Dieſe Ge- wiſſenhaftigkeit, die ein Franzos eine deutſche Pedanterey nennen wuͤrde, fo- dern oͤffentliche Staatsſchriften; und hoͤ- her kann man ſie wohl nicht treiben, als ich hier durchgaͤngig gethan habe.
Auch in den Anmerkungen habe ich mir zum Geſetz gemacht, nichts zu ſagen, als was entweder notoriſch iſt, oder in Buͤchern ſteht, die in Rußland ſelbſt ge- druckt worden. Dieß iſt die Urſache, warum deren ſo wenige ſind. Zu man- chen dunkeln Stellen werden ſich in den kuͤnftigen Theilen authentiſche Erklaͤrun- gen finden.
Leſer, die dergleichen ſtatiſtiſche Nach- richten nur gebrauchen, um die Zeitun- gen zu verſtehen, werden mich einer er- muͤdenden Weitlaͤuftigkeit beſchuldigen; ſie werden verlangen, daß ich mich an unzaͤhligen Stellen haͤtte kuͤrzer faſſen, und uͤberall die Specificationen, und das ganze Detail, aus dem Leute von ihren Einſichten keine Schluͤſſe zu ziehen wiſſen, weglaſſen ſollen. Aber fuͤr Leute von ih- ren Einſichten ſchreibe ich nicht.
Moſcau, den Jan. 1767. M. Joh. Joſ. Haigold.
I. Neueſte
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[0024]
Vorrede.
lich, getreu, und undeutſch. Dieſe Ge-
wiſſenhaftigkeit, die ein Franzos eine
deutſche Pedanterey nennen wuͤrde, fo-
dern oͤffentliche Staatsſchriften; und hoͤ-
her kann man ſie wohl nicht treiben, als
ich hier durchgaͤngig gethan habe.
Auch in den Anmerkungen habe ich
mir zum Geſetz gemacht, nichts zu ſagen,
als was entweder notoriſch iſt, oder in
Buͤchern ſteht, die in Rußland ſelbſt ge-
druckt worden. Dieß iſt die Urſache,
warum deren ſo wenige ſind. Zu man-
chen dunkeln Stellen werden ſich in den
kuͤnftigen Theilen authentiſche Erklaͤrun-
gen finden.
Leſer, die dergleichen ſtatiſtiſche Nach-
richten nur gebrauchen, um die Zeitun-
gen zu verſtehen, werden mich einer er-
muͤdenden Weitlaͤuftigkeit beſchuldigen;
ſie werden verlangen, daß ich mich an
unzaͤhligen Stellen haͤtte kuͤrzer faſſen,
und uͤberall die Specificationen, und das
ganze Detail, aus dem Leute von ihren
Einſichten keine Schluͤſſe zu ziehen wiſſen,
weglaſſen ſollen. Aber fuͤr Leute von ih-
ren Einſichten ſchreibe ich nicht.
Moſcau, den [FORMEL] Jan. 1767.
M. Joh. Joſ. Haigold.
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[Schlözer, August Ludwig von]: Neuverändertes Rußland oder Leben Catharinä der Zweyten Kayserinn von Rußland. Bd. 1. Riga u. a., 1767, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/haigold_russland01_1767/24>, abgerufen am 11.09.2024.
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