Harsdörffer, Georg Philipp: Poetischer Trichter. Bd. 3. Nürnberg, 1653.VIII. Es in Küssen und Geniessen/ in Freyen und bereuen. den Wörtlein Kunst und Gunst. in Regen und den Segen. der Armen zum Erbarmen. im Wörtlein Neid und Leid. Das Fangen und Erhangen. Jm Beben und im Leben im Wort allein und mein. Zum Essen was erpressen. das stehen und ergehen. Gehirn und die Stirn. Daß dieses nicht der Natur sondern der Kunst Wiederkehr. Wie übel gleicht schickt fügt doch Das Wörtlein mein und dein. Das schweben zu den Reben. Erhangen mit dem prangen. Das Wörtlein Neid und Weid. Umarmen mit Erbarmen. Das Fegen zu den Wägen. Der Dunst zu waarer Kunst. Das Freyen und erneuen. Das grüssen und geniessen. Der Durst auch ohne Wurst. Das Bauen ohn vertrauen. Das
VIII. Es in Kuͤſſen und Genieſſen/ in Freyen und bereuen. den Woͤrtlein Kunſt und Gunſt. in Regen und den Segen. der Armen zum Erbarmen. im Woͤrtlein Neid und Leid. Das Fangen und Erhangen. Jm Beben und im Leben im Wort allein und mein. Zum Eſſen was erpreſſen. das ſtehen und ergehen. Gehirn und die Stirn. Daß dieſes nicht der Natur ſondern der Kunſt Wiederkehr. Wie uͤbel gleicht ſchickt fuͤgt doch Das Woͤrtlein mein und dein. Das ſchweben zu den Reben. Erhangen mit dem prangen. Das Woͤrtlein Neid und Weid. Umarmen mit Erbarmen. Das Fegen zu den Waͤgen. Der Dunſt zu waarer Kunſt. Das Freyen und erneuen. Das gruͤſſen und genieſſen. Der Durſt auch ohne Wurſt. Das Bauen ohn vertrauen. Das
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VIII.
Es
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Ver-
ſtandin Kuͤſſen und Genieſſen/
in Freyen und bereuen.
den Woͤrtlein Kunſt und Gunſt.
in Regen und den Segen.
der Armen zum Erbarmen.
im Woͤrtlein Neid und Leid.
Das Fangen und Erhangen.
Jm Beben und im Leben
im Wort allein und mein.
Zum Eſſen was erpreſſen.
das ſtehen und ergehen.
Gehirn und die Stirn.
Daß dieſes nicht der Natur ſondern der Kunſt
Bemuͤhſigung zuzuſchreiben/ wolten andere
aus nachgehenden Gegenſatz behaubten.
Wiederkehr.
Wie
uͤbel
gleicht
ſchickt
fuͤgt
ſich
dochDas Woͤrtlein mein und dein.
Das ſchweben zu den Reben.
Erhangen mit dem prangen.
Das Woͤrtlein Neid und Weid.
Umarmen mit Erbarmen.
Das Fegen zu den Waͤgen.
Der Dunſt zu waarer Kunſt.
Das Freyen und erneuen.
Das gruͤſſen und genieſſen.
Der Durſt auch ohne Wurſt.
Das Bauen ohn vertrauen.
Das
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| Zitationshilfe: | Harsdörffer, Georg Philipp: Poetischer Trichter. Bd. 3. Nürnberg, 1653, S. 80. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/harsdoerffer_trichter03_1653/112>, abgerufen am 06.08.2024. |


