Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathskeller. Stuttgart, 1827.von Stein füglich ablegen können," sprach "Wie mundet Euch der Wein?" fragte "Er ist gut, bei meinem Schwert! sehr "Rother Engelheimer, gestrenger Herr!" Das steinerne Auge des Ritters bekam Le¬ "Engelheim! du süßer, trauter Name!" von Stein fuͤglich ablegen koͤnnen,“ ſprach „Wie mundet Euch der Wein?“ fragte „Er iſt gut, bei meinem Schwert! ſehr „Rother Engelheimer, geſtrenger Herr!“ Das ſteinerne Auge des Ritters bekam Le¬ „Engelheim! du ſuͤßer, trauter Name!“ <TEI> <text> <body> <div n="1"> <p><pb facs="#f0109" n="103"/> von Stein fuͤglich ablegen koͤnnen,“ ſprach<lb/> Balthaſar aͤrgerlich, und credenzte ihm einen<lb/> ſilbernen Becher, ſo ein Maas hielt, und in<lb/> fruͤherer Zeit Tummler genannt wurde. Der<lb/> Ritter faßte ihn, druͤckte nur einige unbedeu¬<lb/> tende Buckeln in den Becher, ſperrte das ſtei¬<lb/> nerne Maul auf und goß den Wein hinab.</p><lb/> <p>„Wie mundet Euch der Wein?“ fragte<lb/> Bachus den Gaſt; „Ihr habt wohl lange kei¬<lb/> nen getrunken?“</p><lb/> <p>„Er iſt gut, bei meinem Schwert! ſehr<lb/> gut! was iſt es fuͤr Gewaͤchs?“</p><lb/> <p>„Rother Engelheimer, geſtrenger Herr!“<lb/> antwortete der Kellermeiſter.</p><lb/> <p>Das ſteinerne Auge des Ritters bekam Le¬<lb/> ben und Glanz, als er dieß hoͤrte, die gemei¬<lb/> ſelten Zuͤge verſchoͤnerte ein ſanftes Laͤcheln,<lb/> und vergnuͤglich ſchaute er in den Becher.</p><lb/> <p>„<hi rendition="#g">Engelheim</hi>! du ſuͤßer, trauter Name!“<lb/> ſprach er. „Du edle Burg meines ritterlichen<lb/></p> </div> </body> </text> </TEI> [103/0109]
von Stein fuͤglich ablegen koͤnnen,“ ſprach
Balthaſar aͤrgerlich, und credenzte ihm einen
ſilbernen Becher, ſo ein Maas hielt, und in
fruͤherer Zeit Tummler genannt wurde. Der
Ritter faßte ihn, druͤckte nur einige unbedeu¬
tende Buckeln in den Becher, ſperrte das ſtei¬
nerne Maul auf und goß den Wein hinab.
„Wie mundet Euch der Wein?“ fragte
Bachus den Gaſt; „Ihr habt wohl lange kei¬
nen getrunken?“
„Er iſt gut, bei meinem Schwert! ſehr
gut! was iſt es fuͤr Gewaͤchs?“
„Rother Engelheimer, geſtrenger Herr!“
antwortete der Kellermeiſter.
Das ſteinerne Auge des Ritters bekam Le¬
ben und Glanz, als er dieß hoͤrte, die gemei¬
ſelten Zuͤge verſchoͤnerte ein ſanftes Laͤcheln,
und vergnuͤglich ſchaute er in den Becher.
„Engelheim! du ſuͤßer, trauter Name!“
ſprach er. „Du edle Burg meines ritterlichen
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| Zitationshilfe: | Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathskeller. Stuttgart, 1827, S. 103. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hauff_phantasien_1827/109>, abgerufen am 10.08.2024. |


