Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathskeller. Stuttgart, 1827.werfen noch bis zu uns. Noch gibt es Her¬ "So haben wir nicht vergebens gelebt, werfen noch bis zu uns. Noch gibt es Her¬ „So haben wir nicht vergebens gelebt, <TEI> <text> <body> <div n="1"> <p><pb facs="#f0111" n="105"/> werfen noch bis zu uns. Noch gibt es Her¬<lb/> zen, die ſich hinuͤberretten in die Vergan¬<lb/> genheit, wenn die Gegenwart zu ſchaal und<lb/> truͤbe wird, die hoͤher ſchlagen bei dem Klang<lb/> großer Namen und mit Achtung durch die<lb/> Ruinen wandlen, wo einſt der große Kaiſer<lb/> ſaß in ſeiner Zelle, wo ſeine Ritter um ihn<lb/> ſtanden, wo <hi rendition="#g">Eginhart</hi> bedeutungsvolle Worte<lb/> ſprach und die traute Emma dem treuſten ſei¬<lb/> ner Paladine den Becher credenzte. Wo man<lb/> den Namen Eures großen Kaiſers ausſpricht,<lb/> da iſt auch Roland unvergeſſen, und wie Ihr<lb/> ihm nahe ſtandet im Leben, ſo enge ſeyd Ihr<lb/> mit ihm verbunden in Lied und Sage und in<lb/> den Bildern der Erinnerung. Der letzte Ton<lb/> Eures Hifthorns toͤnt noch immer aus dem<lb/> Thal von Ronceval durch die Erde und wird<lb/> toͤnen, bis er ſich in die Klaͤnge der letzten<lb/> Poſaune miſcht.“</p><lb/> <p>„So haben wir nicht vergebens gelebt,<lb/></p> </div> </body> </text> </TEI> [105/0111]
werfen noch bis zu uns. Noch gibt es Her¬
zen, die ſich hinuͤberretten in die Vergan¬
genheit, wenn die Gegenwart zu ſchaal und
truͤbe wird, die hoͤher ſchlagen bei dem Klang
großer Namen und mit Achtung durch die
Ruinen wandlen, wo einſt der große Kaiſer
ſaß in ſeiner Zelle, wo ſeine Ritter um ihn
ſtanden, wo Eginhart bedeutungsvolle Worte
ſprach und die traute Emma dem treuſten ſei¬
ner Paladine den Becher credenzte. Wo man
den Namen Eures großen Kaiſers ausſpricht,
da iſt auch Roland unvergeſſen, und wie Ihr
ihm nahe ſtandet im Leben, ſo enge ſeyd Ihr
mit ihm verbunden in Lied und Sage und in
den Bildern der Erinnerung. Der letzte Ton
Eures Hifthorns toͤnt noch immer aus dem
Thal von Ronceval durch die Erde und wird
toͤnen, bis er ſich in die Klaͤnge der letzten
Poſaune miſcht.“
„So haben wir nicht vergebens gelebt,
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| Zitationshilfe: | Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathskeller. Stuttgart, 1827, S. 105. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hauff_phantasien_1827/111>, abgerufen am 10.08.2024. |


