alter Karl!" sprach der Ritter, "die Nach¬ welt feiert unsere Namen."
"Ha!" rief Johannes feurigen Muthes; "diese Menschen wären auch werth Wasser aus dem Rhein zu saufen statt des Rebenblutes seiner Hügel, wenn sie den Namen des Man¬ nes vergessen hätten, der zuerst die Reben pflanzte im Rheingau. Auf, ihr trauten Ge¬ sellen und Apostel, stoßet an, unser herrlicher Stammvater lebe, es lebe Kaiser Karl der Große!"
Die Römer klangen, aber Bachus sprach: "Ja, es war eine schöne, herrliche Zeit, und ich freue mich ihrer wie vor tausend Jah¬ ren. Wo jetzt die wundervollen Weingärten stehen vom Ufer bis hinauf an die Rücken der Berge, und hinauf und hinab im Rhein¬ thal Traube an Traube sich schlingt, da lag sonst wüster, düsterer Wald. Da schaute einst Kaiser Karl aus seiner Burg in Engelheim
alter Karl!“ ſprach der Ritter, „die Nach¬ welt feiert unſere Namen.“
„Ha!“ rief Johannes feurigen Muthes; „dieſe Menſchen waͤren auch werth Waſſer aus dem Rhein zu ſaufen ſtatt des Rebenblutes ſeiner Huͤgel, wenn ſie den Namen des Man¬ nes vergeſſen haͤtten, der zuerſt die Reben pflanzte im Rheingau. Auf, ihr trauten Ge¬ ſellen und Apoſtel, ſtoßet an, unſer herrlicher Stammvater lebe, es lebe Kaiſer Karl der Große!“
Die Roͤmer klangen, aber Bachus ſprach: „Ja, es war eine ſchoͤne, herrliche Zeit, und ich freue mich ihrer wie vor tauſend Jah¬ ren. Wo jetzt die wundervollen Weingaͤrten ſtehen vom Ufer bis hinauf an die Ruͤcken der Berge, und hinauf und hinab im Rhein¬ thal Traube an Traube ſich ſchlingt, da lag ſonſt wuͤſter, duͤſterer Wald. Da ſchaute einſt Kaiſer Karl aus ſeiner Burg in Engelheim
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alter Karl!“ ſprach der Ritter, „die Nach¬
welt feiert unſere Namen.“
„Ha!“ rief Johannes feurigen Muthes;
„dieſe Menſchen waͤren auch werth Waſſer aus
dem Rhein zu ſaufen ſtatt des Rebenblutes
ſeiner Huͤgel, wenn ſie den Namen des Man¬
nes vergeſſen haͤtten, der zuerſt die Reben
pflanzte im Rheingau. Auf, ihr trauten Ge¬
ſellen und Apoſtel, ſtoßet an, unſer herrlicher
Stammvater lebe, es lebe Kaiſer Karl
der Große!“
Die Roͤmer klangen, aber Bachus ſprach:
„Ja, es war eine ſchoͤne, herrliche Zeit,
und ich freue mich ihrer wie vor tauſend Jah¬
ren. Wo jetzt die wundervollen Weingaͤrten
ſtehen vom Ufer bis hinauf an die Ruͤcken
der Berge, und hinauf und hinab im Rhein¬
thal Traube an Traube ſich ſchlingt, da lag
ſonſt wuͤſter, duͤſterer Wald. Da ſchaute einſt
Kaiſer Karl aus ſeiner Burg in Engelheim
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Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathskeller. Stuttgart, 1827, S. 106. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hauff_phantasien_1827/112>, abgerufen am 10.08.2024.
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