Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathskeller. Stuttgart, 1827.wiederte ich, mich zum Lachen zwingend; "wenn "Ich sehe, was ich sehe," sagte er kopf¬ "Einbildungen, Possen! ich habe ein wenig "Dießmal Einen im Keller gelassen in sol¬ "Doch hat daselbst von allen Eine Jungfrau mir gefallen." Der Worte des fröhlichen Bachus eingedenk wiederte ich, mich zum Lachen zwingend; „wenn „Ich ſehe, was ich ſehe,“ ſagte er kopf¬ „Einbildungen, Poſſen! ich habe ein wenig „Dießmal Einen im Keller gelaſſen in ſol¬ „Doch hat daſelbſt von allen Eine Jungfrau mir gefallen.“ Der Worte des froͤhlichen Bachus eingedenk <TEI> <text> <body> <div n="1"> <p><pb facs="#f0136" n="130"/> wiederte ich, mich zum Lachen zwingend; „wenn<lb/> ich bleich ausſehe und verſtoͤrt, ſo koͤmmt es<lb/> vom langen Wachen und weil ich nicht im Bette<lb/> geſchlafen.“ —</p><lb/> <p>„Ich ſehe, was ich ſehe,“ ſagte er kopf¬<lb/> ſchuͤttelnd; „und der Nachtwaͤchter war heute<lb/> fruͤhe auch ſchon bei mir und erzaͤhlte, wie er<lb/> am Kellerloch voruͤbergegangen zwiſchen 12 und<lb/> 1 Uhr habe er allerlei Geſang und Gemurmel<lb/> vieler Stimmen vernommen aus dem Keller.“</p><lb/> <p>„Einbildungen, Poſſen! ich habe ein wenig<lb/> fuͤr mich geſungen zur Unterhaltung und viel¬<lb/> leicht im Schlaf geſprochen, das iſt alles.“</p><lb/> <p>„Dießmal Einen im Keller gelaſſen in ſol¬<lb/> cher Nacht und von nun an nie wieder,“ mur¬<lb/> melte er, indem er mich die Treppe hinauf<lb/> begleitete; „Gott weiß, was der Herr Graͤuli¬<lb/> ches hat hoͤren und ſchauen muͤſſen! Wuͤnſche<lb/> gehorſamſt guten Morgen.“</p><lb/> <milestone rendition="#hr" unit="section"/> <lg type="poem"> <l>„Doch hat daſelbſt von allen</l><lb/> <l>Eine Jungfrau mir gefallen.“</l><lb/> </lg> <p>Der Worte des froͤhlichen Bachus eingedenk<lb/> und von Sehnſucht der Liebe getrieben, ging<lb/></p> </div> </body> </text> </TEI> [130/0136]
wiederte ich, mich zum Lachen zwingend; „wenn
ich bleich ausſehe und verſtoͤrt, ſo koͤmmt es
vom langen Wachen und weil ich nicht im Bette
geſchlafen.“ —
„Ich ſehe, was ich ſehe,“ ſagte er kopf¬
ſchuͤttelnd; „und der Nachtwaͤchter war heute
fruͤhe auch ſchon bei mir und erzaͤhlte, wie er
am Kellerloch voruͤbergegangen zwiſchen 12 und
1 Uhr habe er allerlei Geſang und Gemurmel
vieler Stimmen vernommen aus dem Keller.“
„Einbildungen, Poſſen! ich habe ein wenig
fuͤr mich geſungen zur Unterhaltung und viel¬
leicht im Schlaf geſprochen, das iſt alles.“
„Dießmal Einen im Keller gelaſſen in ſol¬
cher Nacht und von nun an nie wieder,“ mur¬
melte er, indem er mich die Treppe hinauf
begleitete; „Gott weiß, was der Herr Graͤuli¬
ches hat hoͤren und ſchauen muͤſſen! Wuͤnſche
gehorſamſt guten Morgen.“
„Doch hat daſelbſt von allen
Eine Jungfrau mir gefallen.“
Der Worte des froͤhlichen Bachus eingedenk
und von Sehnſucht der Liebe getrieben, ging
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| Zitationshilfe: | Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Rathskeller. Stuttgart, 1827, S. 130. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hauff_phantasien_1827/136>, abgerufen am 10.08.2024. |


