Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 100, Hamburg, 24. Juni 1789.

Bild:
erste Seite
Mit allergnädigster Kayserlichen Freyheit.
Staats- und [Abbildung] Gelehrte
Zei- tung
des Hamburgischen unpartheyischen
CORRESPONDENTEN.

Anno 1789.    (Am Mittewochen, den 24 Junii.)    
Num. 100.



[Beginn Spaltensatz]

Von Stockholm berichtet man, daß verschiedene von
den aus Königsberg und andern Oertern dahin mit
Getraide beladenen Schiffen in einem harten Sturm
verunglückt sind, welches bey der in einigen Schwedi-
schen Provinzen, sonderlich aber in Finnland über-
hand nehmenden Theurung, sehr hart fällt.

Jn der heutigen Dänischen Zeitung stehet ein Brief
von Moß, welcher eine ausführliche Nachricht von der
den 1sten dieses geschehenen Wegnahme der Schwedi-
schen Fregatte Venus durch die Rußische Brigantine
Mercurius enthält: Die erstere begegnete der in der
Nord See kreuzenden Rußischen Eskadre den 30sten
May bey Skagen, wurde von derselben verfolgt, und
erst bey Färder von dem bemeldeten Cutter oder Bri-
gantine eingeholt. Jn der Nacht ankerte die Fregatte
nahe bey Ell-Oen, in Meynung, von dem Nordischen
Grund zu profitiren, und des Morgens, um 5 Uhr,
näherte sich der Cutter, und gab ihr einige scharfe
Schüsse, welche beantwortet wurden, darauf der Cutter
im Segeln der Fregatte einigemal die volle Lage gab,
welches diese nur gering und unordentlich erwiederte,
auch gleich darauf sich an den Cutter ergab, welcher sie
denn nach Laurkullen brachte, wo 1 Stunde her-
nach auch die anderen 2 Rußischen Kriegsschiffe und
2 Fregatten ankamen und ankerten. Auf der Schwe-
dischen Fregatte waren 2 Capitains, 2 Lieutenants,
2 Fähnrichs, 250 Matrosen, und 100 Soldaten vom
Skaraborg'schen Regiment. Unter dem Treffen retirir-
ten sich die am Bord gewesenen 9 Schwedische Loot-
sen ans Land, und von ihnen hat man im Verhör
obige Aufklärung in der Sache erhalten. Von den
Russen sollen 2 Mann todt geschossen und unterschied-
liche verwundet, von den Schweden aber nur einige
bleßirt seyn. Den Abend zuvor hatte die Fregatte
einen Nordischen Loots am Bord genommen, der aber
[Spaltenumbruch] mit dem gewählten Ankerplatz gar nicht zufrieden war,
weil solcher so gut als wie in offener See gewesen.
Auf der Strandkante von Laurkullen wurden sogleich
die besten Anstalten, sowol zur Versorgung dieser un-
erwarteten Gäste von beyden Nationen, als zu Bey-
behaltung der Ordnung gemacht. Den 5ten verließ
die Rußische Eskadre den Haven mit ihrer Prise,
kam aber den nämlichen Tag wegen widrigen Win-
des wieder zurück, und sämmtliche Schiffe liegen dorten
noch vor Anker. Ehe die Schwedische Fregatte ge-
strichen hatte, soll auf derselben die Rede gewesen seyn,
die Pulverkammer anzustecken, oder auf den Strand
zu laufen; aber die Uneinigkeit und Unordnung ließen
es weder zu dem einem noch dem andern kommen.
Daß übrigens diese schöne wohl ausgerüstete und gut
bemannte Fregatte vor einem Cutter, der nur 90 Mann
Equipage hatte, gestrichen, gereicht dem geschickten
Manoeuvre, dem Muth und der Thätigkeit des den
letzten commandirenden Capitain Crown zur wahren
Ehre. Es ist derselbe der nämliche, der vor einigen
Wochen den Schwedischen Cutter Snapop genommen.
Seine Frau befindet sich bey allen seinen Kreuzzügen
mit am Bord, und besitzt außer einer natürlichen Artig-
keit noch andere Talente, da sie nicht nur im Stande
ist, die schriftlichen Rapports zu machen, sondern auch
in der Wund-Arzeneykunst nicht unerfahren, und
bey einem vorfallenden Treffen die Pulverkammer mit
aller Ordnung versorgt.

Unter dem 29sten vorigen Monats sind die Capitain-
Lieutenants: Kleist, Günthelberg und Wium, mit
Capitains Charakter im See-Etat begnadiget worden.

Der in Rußischen Diensten stehende General-Lieute-
nant von Numsen wird morgen zu Schiffe nach Pe-
tersburg abreisen.

Einige der vornehmsten Kaufleute haben bey Sr.
Majestät, dem Könige, eine Bittschrift eingegeben,

Mit allergnaͤdigſter Kayſerlichen Freyheit.
Staats- und [Abbildung] Gelehrte
Zei- tung
des Hamburgiſchen unpartheyiſchen
CORRESPONDENTEN.

Anno 1789.    (Am Mittewochen, den 24 Junii.)    
Num. 100.



[Beginn Spaltensatz]

Von Stockholm berichtet man, daß verſchiedene von
den aus Koͤnigsberg und andern Oertern dahin mit
Getraide beladenen Schiffen in einem harten Sturm
verungluͤckt ſind, welches bey der in einigen Schwedi-
ſchen Provinzen, ſonderlich aber in Finnland uͤber-
hand nehmenden Theurung, ſehr hart faͤllt.

Jn der heutigen Daͤniſchen Zeitung ſtehet ein Brief
von Moß, welcher eine ausfuͤhrliche Nachricht von der
den 1ſten dieſes geſchehenen Wegnahme der Schwedi-
ſchen Fregatte Venus durch die Rußiſche Brigantine
Mercurius enthaͤlt: Die erſtere begegnete der in der
Nord See kreuzenden Rußiſchen Eskadre den 30ſten
May bey Skagen, wurde von derſelben verfolgt, und
erſt bey Faͤrder von dem bemeldeten Cutter oder Bri-
gantine eingeholt. Jn der Nacht ankerte die Fregatte
nahe bey Ell-Oen, in Meynung, von dem Nordiſchen
Grund zu profitiren, und des Morgens, um 5 Uhr,
naͤherte ſich der Cutter, und gab ihr einige ſcharfe
Schuͤſſe, welche beantwortet wurden, darauf der Cutter
im Segeln der Fregatte einigemal die volle Lage gab,
welches dieſe nur gering und unordentlich erwiederte,
auch gleich darauf ſich an den Cutter ergab, welcher ſie
denn nach Laurkullen brachte, wo 1 Stunde her-
nach auch die anderen 2 Rußiſchen Kriegsſchiffe und
2 Fregatten ankamen und ankerten. Auf der Schwe-
diſchen Fregatte waren 2 Capitains, 2 Lieutenants,
2 Faͤhnrichs, 250 Matroſen, und 100 Soldaten vom
Skaraborg’ſchen Regiment. Unter dem Treffen retirir-
ten ſich die am Bord geweſenen 9 Schwediſche Loot-
ſen ans Land, und von ihnen hat man im Verhoͤr
obige Aufklaͤrung in der Sache erhalten. Von den
Ruſſen ſollen 2 Mann todt geſchoſſen und unterſchied-
liche verwundet, von den Schweden aber nur einige
bleßirt seyn. Den Abend zuvor hatte die Fregatte
einen Nordiſchen Loots am Bord genommen, der aber
[Spaltenumbruch] mit dem gewaͤhlten Ankerplatz gar nicht zufrieden war,
weil ſolcher ſo gut als wie in offener See geweſen.
Auf der Strandkante von Laurkullen wurden ſogleich
die beſten Anſtalten, ſowol zur Verſorgung dieſer un-
erwarteten Gaͤſte von beyden Nationen, als zu Bey-
behaltung der Ordnung gemacht. Den 5ten verließ
die Rußiſche Eskadre den Haven mit ihrer Priſe,
kam aber den naͤmlichen Tag wegen widrigen Win-
des wieder zuruͤck, und ſaͤmmtliche Schiffe liegen dorten
noch vor Anker. Ehe die Schwediſche Fregatte ge-
ſtrichen hatte, ſoll auf derſelben die Rede geweſen ſeyn,
die Pulverkammer anzuſtecken, oder auf den Strand
zu laufen; aber die Uneinigkeit und Unordnung ließen
es weder zu dem einem noch dem andern kommen.
Daß uͤbrigens dieſe ſchoͤne wohl ausgeruͤſtete und gut
bemannte Fregatte vor einem Cutter, der nur 90 Mann
Equipage hatte, geſtrichen, gereicht dem geſchickten
Manoeuvre, dem Muth und der Thaͤtigkeit des den
letzten commandirenden Capitain Crown zur wahren
Ehre. Es iſt derſelbe der naͤmliche, der vor einigen
Wochen den Schwediſchen Cutter Snapop genommen.
Seine Frau befindet ſich bey allen ſeinen Kreuzzuͤgen
mit am Bord, und beſitzt außer einer natuͤrlichen Artig-
keit noch andere Talente, da ſie nicht nur im Stande
iſt, die ſchriftlichen Rapports zu machen, ſondern auch
in der Wund-Arzeneykunſt nicht unerfahren, und
bey einem vorfallenden Treffen die Pulverkammer mit
aller Ordnung verſorgt.

Unter dem 29ſten vorigen Monats ſind die Capitain-
Lieutenants: Kleiſt, Guͤnthelberg und Wium, mit
Capitains Charakter im See-Etat begnadiget worden.

Der in Rußiſchen Dienſten ſtehende General-Lieute-
nant von Numſen wird morgen zu Schiffe nach Pe-
tersburg abreiſen.

Einige der vornehmſten Kaufleute haben bey Sr.
Majeſtaͤt, dem Koͤnige, eine Bittſchrift eingegeben,

<TEI>
  <text>
    <front>
      <pb facs="#f0001" n="[1]"/>
      <titlePage type="main">
        <imprimatur> <hi rendition="#c"> <hi rendition="#b">Mit allergna&#x0364;dig&#x017F;ter Kay&#x017F;erlichen
                         Freyheit.</hi> </hi> </imprimatur><lb/>
        <docTitle>
          <titlePart type="main"> <hi rendition="#b">Staats- und <figure/> Gelehrte</hi><lb/> <hi rendition="#b #g"><hi rendition="#in">Z</hi>ei- tung</hi><lb/> <hi rendition="#c"> <hi rendition="#b">des Hamburgi&#x017F;chen
                             unpartheyi&#x017F;chen</hi> </hi><lb/> <hi rendition="#g"> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#i"><hi rendition="#in">C</hi>ORRESPONDENTEN.</hi> </hi> </hi> </titlePart>
        </docTitle><lb/>
        <docDate><hi rendition="#aq">Anno</hi> 1789. <space dim="horizontal"/>(Am Mittewochen,
                     den 24 Junii.)</docDate>
        <space dim="horizontal"/>
        <docTitle>
          <titlePart type="sub"><hi rendition="#aq">Num.</hi> 100.</titlePart>
        </docTitle>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
      </titlePage><lb/>
    </front>
    <body>
      <cb type="start"/>
      <div n="1">
        <div type="jPoliticalNews">
          <div type="jArticle">
            <dateline> <hi rendition="#c"> <hi rendition="#fr">Schreiben aus Copenhagen, vom 20 Junii.</hi> </hi> </dateline><lb/>
            <p>Von Stockholm berichtet man, daß ver&#x017F;chiedene von<lb/>
den aus
                         Ko&#x0364;nigsberg und andern Oertern dahin mit<lb/>
Getraide beladenen
                         Schiffen in einem harten Sturm<lb/>
verunglu&#x0364;ckt &#x017F;ind, welches
                         bey der in einigen Schwedi-<lb/>
&#x017F;chen Provinzen, &#x017F;onderlich
                         aber in Finnland u&#x0364;ber-<lb/>
hand nehmenden Theurung, &#x017F;ehr hart
                         fa&#x0364;llt.</p><lb/>
            <p>Jn der heutigen Da&#x0364;ni&#x017F;chen Zeitung &#x017F;tehet ein
                             Brief<lb/>
von Moß, welcher eine ausfu&#x0364;hrliche Nachricht von
                             der<lb/>
den 1&#x017F;ten die&#x017F;es ge&#x017F;chehenen Wegnahme der
                             Schwedi-<lb/>
&#x017F;chen Fregatte Venus durch die Rußi&#x017F;che
                             Brigantine<lb/>
Mercurius entha&#x0364;lt: Die er&#x017F;tere begegnete
                             der in der<lb/>
Nord See kreuzenden Rußi&#x017F;chen Eskadre den
                             30&#x017F;ten<lb/>
May bey Skagen, wurde von der&#x017F;elben verfolgt,
                             und<lb/>
er&#x017F;t bey Fa&#x0364;rder von dem bemeldeten Cutter oder
                             Bri-<lb/>
gantine eingeholt. Jn der Nacht ankerte die Fregatte<lb/>
nahe
                             bey Ell-Oen, in Meynung, von dem Nordi&#x017F;chen<lb/>
Grund zu
                             profitiren, und des Morgens, um 5 Uhr,<lb/>
na&#x0364;herte &#x017F;ich
                             der Cutter, und gab ihr einige
                             &#x017F;charfe<lb/>
Schu&#x0364;&#x017F;&#x017F;e, welche beantwortet
                             wurden, darauf der Cutter<lb/>
im Segeln der Fregatte einigemal die volle
                             Lage gab,<lb/>
welches die&#x017F;e nur gering und unordentlich
                             erwiederte,<lb/>
auch gleich darauf &#x017F;ich an den Cutter ergab,
                             welcher &#x017F;ie<lb/>
denn nach Laurkullen brachte, wo 1 Stunde
                             her-<lb/>
nach auch die anderen 2 Rußi&#x017F;chen Kriegs&#x017F;chiffe
                             und<lb/>
2 Fregatten ankamen und ankerten. Auf der
                             Schwe-<lb/>
di&#x017F;chen Fregatte waren 2 Capitains, 2
                             Lieutenants,<lb/>
2 Fa&#x0364;hnrichs, 250 Matro&#x017F;en, und 100
                             Soldaten vom<lb/>
Skaraborg&#x2019;&#x017F;chen Regiment. Unter dem
                             Treffen retirir-<lb/>
ten &#x017F;ich die am Bord gewe&#x017F;enen 9
                             Schwedi&#x017F;che Loot-<lb/>
&#x017F;en ans Land, und von ihnen hat man
                             im Verho&#x0364;r<lb/>
obige Aufkla&#x0364;rung in der Sache erhalten.
                             Von den<lb/>
Ru&#x017F;&#x017F;en &#x017F;ollen 2 Mann todt
                             ge&#x017F;cho&#x017F;&#x017F;en und unter&#x017F;chied-<lb/>
liche
                             verwundet, von den Schweden aber nur einige<lb/>
bleßirt seyn. Den Abend
                             zuvor hatte die Fregatte<lb/>
einen Nordi&#x017F;chen Loots am Bord
                             genommen, der aber<lb/><cb/>
mit dem gewa&#x0364;hlten Ankerplatz gar
                             nicht zufrieden war,<lb/>
weil &#x017F;olcher &#x017F;o gut als wie in
                             offener See gewe&#x017F;en.<lb/>
Auf der Strandkante von Laurkullen
                             wurden &#x017F;ogleich<lb/>
die be&#x017F;ten An&#x017F;talten,
                             &#x017F;owol zur Ver&#x017F;orgung die&#x017F;er un-<lb/>
erwarteten
                             Ga&#x0364;&#x017F;te von beyden Nationen, als zu Bey-<lb/>
behaltung der
                             Ordnung gemacht. Den 5ten verließ<lb/>
die Rußi&#x017F;che Eskadre den
                             Haven mit ihrer Pri&#x017F;e,<lb/>
kam aber den na&#x0364;mlichen Tag
                             wegen widrigen Win-<lb/>
des wieder zuru&#x0364;ck, und
                             &#x017F;a&#x0364;mmtliche Schiffe liegen dorten<lb/>
noch vor Anker. Ehe
                             die Schwedi&#x017F;che Fregatte ge-<lb/>
&#x017F;trichen hatte,
                             &#x017F;oll auf der&#x017F;elben die Rede gewe&#x017F;en
                             &#x017F;eyn,<lb/>
die Pulverkammer anzu&#x017F;tecken, oder auf den
                             Strand<lb/>
zu laufen; aber die Uneinigkeit und Unordnung ließen<lb/>
es
                             weder zu dem einem noch dem andern kommen.<lb/>
Daß u&#x0364;brigens
                             die&#x017F;e &#x017F;cho&#x0364;ne wohl ausgeru&#x0364;&#x017F;tete und
                             gut<lb/>
bemannte Fregatte vor einem Cutter, der nur 90 Mann<lb/>
Equipage
                             hatte, ge&#x017F;trichen, gereicht dem ge&#x017F;chickten<lb/>
Manoeuvre,
                             dem Muth und der Tha&#x0364;tigkeit des den<lb/>
letzten commandirenden
                             Capitain Crown zur wahren<lb/>
Ehre. Es i&#x017F;t der&#x017F;elbe der
                             na&#x0364;mliche, der vor einigen<lb/>
Wochen den Schwedi&#x017F;chen
                             Cutter Snapop genommen.<lb/>
Seine Frau befindet &#x017F;ich bey allen
                             &#x017F;einen Kreuzzu&#x0364;gen<lb/>
mit am Bord, und be&#x017F;itzt
                             außer einer natu&#x0364;rlichen Artig-<lb/>
keit noch andere Talente, da
                             &#x017F;ie nicht nur im Stande<lb/>
i&#x017F;t, die &#x017F;chriftlichen
                             Rapports zu machen, &#x017F;ondern auch<lb/>
in der
                             Wund-Arzeneykun&#x017F;t nicht unerfahren, und<lb/>
bey einem
                             vorfallenden Treffen die Pulverkammer mit<lb/>
aller Ordnung
                             ver&#x017F;orgt.</p><lb/>
            <p>Unter dem 29&#x017F;ten vorigen Monats &#x017F;ind die
                         Capitain-<lb/>
Lieutenants: Klei&#x017F;t, Gu&#x0364;nthelberg und Wium,
                         mit<lb/>
Capitains Charakter im See-Etat begnadiget worden.</p><lb/>
            <p>Der in Rußi&#x017F;chen Dien&#x017F;ten &#x017F;tehende
                         General-Lieute-<lb/>
nant von Num&#x017F;en wird morgen zu Schiffe nach
                         Pe-<lb/>
tersburg abrei&#x017F;en.</p><lb/>
            <p>Einige der vornehm&#x017F;ten Kaufleute haben bey
                         Sr.<lb/>
Maje&#x017F;ta&#x0364;t, dem Ko&#x0364;nige, eine Bitt&#x017F;chrift
                             eingegeben,<lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[1]/0001] Mit allergnaͤdigſter Kayſerlichen Freyheit. Staats- und [Abbildung] Gelehrte Zei- tung des Hamburgiſchen unpartheyiſchen CORRESPONDENTEN. Anno 1789. (Am Mittewochen, den 24 Junii.) Num. 100. Schreiben aus Copenhagen, vom 20 Junii. Von Stockholm berichtet man, daß verſchiedene von den aus Koͤnigsberg und andern Oertern dahin mit Getraide beladenen Schiffen in einem harten Sturm verungluͤckt ſind, welches bey der in einigen Schwedi- ſchen Provinzen, ſonderlich aber in Finnland uͤber- hand nehmenden Theurung, ſehr hart faͤllt. Jn der heutigen Daͤniſchen Zeitung ſtehet ein Brief von Moß, welcher eine ausfuͤhrliche Nachricht von der den 1ſten dieſes geſchehenen Wegnahme der Schwedi- ſchen Fregatte Venus durch die Rußiſche Brigantine Mercurius enthaͤlt: Die erſtere begegnete der in der Nord See kreuzenden Rußiſchen Eskadre den 30ſten May bey Skagen, wurde von derſelben verfolgt, und erſt bey Faͤrder von dem bemeldeten Cutter oder Bri- gantine eingeholt. Jn der Nacht ankerte die Fregatte nahe bey Ell-Oen, in Meynung, von dem Nordiſchen Grund zu profitiren, und des Morgens, um 5 Uhr, naͤherte ſich der Cutter, und gab ihr einige ſcharfe Schuͤſſe, welche beantwortet wurden, darauf der Cutter im Segeln der Fregatte einigemal die volle Lage gab, welches dieſe nur gering und unordentlich erwiederte, auch gleich darauf ſich an den Cutter ergab, welcher ſie denn nach Laurkullen brachte, wo 1 Stunde her- nach auch die anderen 2 Rußiſchen Kriegsſchiffe und 2 Fregatten ankamen und ankerten. Auf der Schwe- diſchen Fregatte waren 2 Capitains, 2 Lieutenants, 2 Faͤhnrichs, 250 Matroſen, und 100 Soldaten vom Skaraborg’ſchen Regiment. Unter dem Treffen retirir- ten ſich die am Bord geweſenen 9 Schwediſche Loot- ſen ans Land, und von ihnen hat man im Verhoͤr obige Aufklaͤrung in der Sache erhalten. Von den Ruſſen ſollen 2 Mann todt geſchoſſen und unterſchied- liche verwundet, von den Schweden aber nur einige bleßirt seyn. Den Abend zuvor hatte die Fregatte einen Nordiſchen Loots am Bord genommen, der aber mit dem gewaͤhlten Ankerplatz gar nicht zufrieden war, weil ſolcher ſo gut als wie in offener See geweſen. Auf der Strandkante von Laurkullen wurden ſogleich die beſten Anſtalten, ſowol zur Verſorgung dieſer un- erwarteten Gaͤſte von beyden Nationen, als zu Bey- behaltung der Ordnung gemacht. Den 5ten verließ die Rußiſche Eskadre den Haven mit ihrer Priſe, kam aber den naͤmlichen Tag wegen widrigen Win- des wieder zuruͤck, und ſaͤmmtliche Schiffe liegen dorten noch vor Anker. Ehe die Schwediſche Fregatte ge- ſtrichen hatte, ſoll auf derſelben die Rede geweſen ſeyn, die Pulverkammer anzuſtecken, oder auf den Strand zu laufen; aber die Uneinigkeit und Unordnung ließen es weder zu dem einem noch dem andern kommen. Daß uͤbrigens dieſe ſchoͤne wohl ausgeruͤſtete und gut bemannte Fregatte vor einem Cutter, der nur 90 Mann Equipage hatte, geſtrichen, gereicht dem geſchickten Manoeuvre, dem Muth und der Thaͤtigkeit des den letzten commandirenden Capitain Crown zur wahren Ehre. Es iſt derſelbe der naͤmliche, der vor einigen Wochen den Schwediſchen Cutter Snapop genommen. Seine Frau befindet ſich bey allen ſeinen Kreuzzuͤgen mit am Bord, und beſitzt außer einer natuͤrlichen Artig- keit noch andere Talente, da ſie nicht nur im Stande iſt, die ſchriftlichen Rapports zu machen, ſondern auch in der Wund-Arzeneykunſt nicht unerfahren, und bey einem vorfallenden Treffen die Pulverkammer mit aller Ordnung verſorgt. Unter dem 29ſten vorigen Monats ſind die Capitain- Lieutenants: Kleiſt, Guͤnthelberg und Wium, mit Capitains Charakter im See-Etat begnadiget worden. Der in Rußiſchen Dienſten ſtehende General-Lieute- nant von Numſen wird morgen zu Schiffe nach Pe- tersburg abreiſen. Einige der vornehmſten Kaufleute haben bey Sr. Majeſtaͤt, dem Koͤnige, eine Bittſchrift eingegeben,

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Britt-Marie Schuster, Manuel Wille, Arnika Lutz: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-07T10:32:49Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.

Weitere Informationen:

Die Transkription erfolgte nach den unter http://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat formulierten Richtlinien.

Verfahren der Texterfassung: manuell (doppelt erfasst).

Bogensignaturen: keine Angabe; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: wie Vorlage; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): wie Vorlage; i/j in Fraktur: wie Vorlage; I/J in Fraktur: wie Vorlage; Kolumnentitel: keine Angabe; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): wie Vorlage; Normalisierungen: dokumentiert; rundes r (&#xa75b;): wie Vorlage; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: wie Vorlage; u/v bzw. U/V: wie Vorlage; Vokale mit übergest. e: wie Vorlage; Vollständigkeit: vollständig erfasst; Zeichensetzung: wie Vorlage; Zeilenumbrüche markiert: ja;




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/hc_1002406_1789
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/hc_1002406_1789/1
Zitationshilfe: Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 100, Hamburg, 24. Juni 1789, S. [1]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hc_1002406_1789/1>, abgerufen am 26.02.2021.