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Staats- und Gelehrte Zeitung Des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 117, Hamburg, 23. Julii 1771.

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Kleider und Geld verlangten. Es wurde ihnen eidlich
versprochen, ihr Begehren zu erfüllen, und man machte
einen Stillstand; doch behielten beyde Theile die Waffen
in den Händen, und der Capitain stand immer fertig,
Feuer in die Pulverkammer zu legen. Nun ward eben
in diesem Augenblicke von den Aufrührern eine große
Fischerbarke entdeckt. Man gab ihr durch einen Ka-
nonenschuß ein Zeichen, an Bord zu kommen. Sie
kam, und unterdessen hatten die Aufrührer, welche sich
auf dem Verdeck befanden, die Thüre zu dem Unterver-
deck verschlossen, damit ihre übrigen Compagnons nicht
herauf kommen möchten. Sie empfiengen sodann, zu-
folge der Capitulation, 1550 Zechinen, einige Fässer Wein,
Zwieback, ein Faß Pulver, Flinten und Kleider. Alles
dies ladeten sie in die Fischerbarke, und stiegen hierauf
selbst hinein, da sie denn die Fischer weiter fort, wohin
sie wollten, bringen mußten. Auf diese Weise wurde
durch den standhaften Muth und Aufführung des besag-
ten Capitains das Schiff mit dem größten Theil der
Ladung, mit einer ansehnlichen Summe Geldes und
noch mit einigen Galeeren-Sclaven gerettet. Die
Zahl der Entflohenen belief sich auf 26. Darunter war
1 Aufseher, der ihnen Instrumente, um sich von den
Ketten los zu machen, geliefert hatte. Der Capitain ist
hierauf in unserm Haven zurückgekommen, und hat ob-
gedachten Vorfall selbst bekannt gemacht.

Aus der Levante haben wir gar keine Nachricht.


Zu Toulon ist ein Griechischer Seeräuber, den der
Ritter von Glandeves genommen, angekommen. Er
hatte 12 kleine Kanonen, und 26 Mann Equipage. Die
letztern sind einem Bassa auf der Insel Candia zurück-
gegeben worden, um sie abzustrafen. Herr von Tressemane
ist nun auch im Archipelago angelanget.

Capitain Martichon hat auf seiner Reise von Constan-
tinopel den 25sten May ein Rußisches Kriegsschiff, von
66 Kanonen, vor den Dardanellen angetroffen, dem er
seine Ausfertigung zeigen müssen. Einige Tage vor-
her hatte dieses Schiff das Fahrzeug des Capitains
Egries, welches von Alexandrien mit einer Ladung für
Türkische Rechnung, nach Salonichi gieng, genommen.
Capitain Reinier, der von hier abgegangenen, ist von den
Russen angehalten, aber auf Befehl des Rußischen Ad-
mirals zu Paros wieder frey gelassen worden.


Wir erwarten hier den Kronjägermeister, Graf Bra-
nicki, von Crakau. In hiesiger Gegend ist es, nach der
Declaration des Herrn von Saldern, ziemlich sicher;
aber nach Willemberg zu ist die Gefahr so groß, daß
keine Post mehr ungehindert durchkommen kann.

Nachdem der Groß-Feldherr von Litthauen, Graf
Oginsky, wegen der Conföderation in Litthauen alles
eingerichtet hat, ist er für seine Person weggegangen;
das Commando aber hat er einem andern übertragen.
Der Bylack und Kornky haben durch ihre Partheyen
die Conföderirten sehr verstärket; auch sollen noch auf
Befehl des Pulawsky, 800 Mann unter dem Szys dazu
stoßen. Die Russen haben aus Wilna, Kewno und an-
dern besetzten Städten, alles, was daraus entbehrlich
gewesen, zusammen gezogen, um daraus ein Corps zu
formiren; zu diesem kommt noch der Fürst Labutow mit
800 Mann aus Podlachien, welche alsdenn die Confö-
derirten aufsuchen sollen.


In der vergangenen Nacht ist das Wasser einige Zoll
gefallen. Man hat Hoffnung, daß es noch ferner ab-
[Spaltenumbruch] nehmen werde, da es am Orte des Bruchs in der Neuen-
Gammer- und des anliegenden Elb-Ufers ebenfalls ge-
fallen ist. Da die starke Gewalt des abfließenden Was-
sers wieder eine Senkung des Walls an der einen Seite
der Schleuse vor dem Deichthor veranlasset hat, so ist
man jetzo beschäfftiget, durch Versenkung einiger Fahr-
zeuge, und andere dienliche Mittel, dem etwa zu be-
sorgenden Durchbruche zuvorzukommen. Wegen dieser
hohen Wasserfluth wird die hiesige Schaubühne auf
14 Tage geschlossen bleiben, und alle Musik in öffentli-
chen Häusern eingestellt werden. Auch soll das hiesige
Lotto übermorgen ohne Trompeten- und Paukenschall
gezogen werden.




Von gelehrten Sachen.

In der Dyckischen Buchhandlung in Leipzig ist die
zehnte Auflage von Rabeners Satyren sehr correct und
mit 4 neuen Vignetten von Geyser herausgekommen.
Die hinterlassenen Schriften des seligen Rabeners, und
eine neue verbesserte und mit 3 Kupfertafeln vermehrte
Ausgabe der Abhandlung des Herrn Schmidts von den
Weltkörpern, werden nächstens in eben dieser Buch-
handlung ans Licht treten.

Von dem Unterricht und Zeitvertreib für das schöne
Geschlecht,
etc. ist der 15te Theil, und von der Land-
Bibliothek,
etc. der 19te Band, beyde bey Weidmanns
Erben und Reich in Leipzig, herausgekommen. In dem
ersten ist der Beschluß der im vorigen Theile angefan-
genen Geschichte, die zärtliche Bedrängniß, auch die
Geschichte des Herzens, und Schreiben einer verhei-
ratheten Frau. In der Landbibliothek
ist der zweyte
Theil von dem sanftmüthigen Mann, und der vierte
Theil von Brookens vornehmen Thor. Auch diese
beyden Bände verdienen den Beyfall, welchen die vori-
gen mit Recht erhalten.




Mandat wegen der eindringenden Wasserfluth.

Ob Wir wol zu der großen Langmuth des Höchsten
das demüthigste Vertrauen haben. Er werde die diese
gute Stadt bedrohende Wassergefahr annoch in Gnaden
abwenden, und die dazu angewandten Mittel gesegnen;
So haben Wir, Bürgermeister und Rath, dennoch jeder-
männiglich Stadt-väterlich anzeigen wollen, daß Wir,
zu eines jeden Warnung, bey etwa wirklich eintreten-
der Wassersgefahr für die Stadt, das Signal durch die
Abfeurung zweyer Kanonen und durch Rührung der
Trommel geben lassen wollen, damit die in Kellern und
niedrigen Gegenden Wohnenden sich und ihre Haabse-
ligkeiten retten mögen. Nachdem diese Signale gege-
ben worden, hat ein jeder, dessen bürgerliche Pflicht es
erfordert, sich an seine behörige Stände zu begeben, und
daselbst seiner Schuldigkeit getreulich nachzukommen;
allen übrigen Bürgern und Einwohnern aber und sonst
jedermann, welche keine bürgerliche Pflichten bey der
Gefahr zu beobachten, oder sonst hülfreiche Hand
zu leisten haben, wird befohlen, und werden selbige ermah-
net und anerinnert, sich stille in ihren Häusern zu ver-
halten, so lieb es ihnen seyn wird, sich nicht selbst den
größten Beschwerlichkeiten und Gefahren auszusetzen;
alles herumtreibende Gesindel aber wird sogleich zur
Haft gezogen werden, und diejenigen, welche, wie Wir
doch dergleichen Frevel nicht vermuthen, sich auf Rau-
ben, Stehlen, und andern dergleichen Unwesen betreten
ließen, sollen mit der schärfsten willkührlichen Ahndung,
und, nach Befinden, mit Leib- und Lebensstrafe ange-
[Spaltenumbruch]

Kleider und Geld verlangten. Es wurde ihnen eidlich
verſprochen, ihr Begehren zu erfuͤllen, und man machte
einen Stillſtand; doch behielten beyde Theile die Waffen
in den Haͤnden, und der Capitain ſtand immer fertig,
Feuer in die Pulverkammer zu legen. Nun ward eben
in dieſem Augenblicke von den Aufruͤhrern eine große
Fiſcherbarke entdeckt. Man gab ihr durch einen Ka-
nonenſchuß ein Zeichen, an Bord zu kommen. Sie
kam, und unterdeſſen hatten die Aufruͤhrer, welche ſich
auf dem Verdeck befanden, die Thuͤre zu dem Unterver-
deck verſchloſſen, damit ihre uͤbrigen Compagnons nicht
herauf kommen moͤchten. Sie empfiengen ſodann, zu-
folge der Capitulation, 1550 Zechinen, einige Faͤſſer Wein,
Zwieback, ein Faß Pulver, Flinten und Kleider. Alles
dies ladeten ſie in die Fiſcherbarke, und ſtiegen hierauf
ſelbſt hinein, da ſie denn die Fiſcher weiter fort, wohin
ſie wollten, bringen mußten. Auf dieſe Weiſe wurde
durch den ſtandhaften Muth und Auffuͤhrung des beſag-
ten Capitains das Schiff mit dem groͤßten Theil der
Ladung, mit einer anſehnlichen Summe Geldes und
noch mit einigen Galeeren-Sclaven gerettet. Die
Zahl der Entflohenen belief ſich auf 26. Darunter war
1 Aufſeher, der ihnen Inſtrumente, um ſich von den
Ketten los zu machen, geliefert hatte. Der Capitain iſt
hierauf in unſerm Haven zuruͤckgekommen, und hat ob-
gedachten Vorfall ſelbſt bekannt gemacht.

Aus der Levante haben wir gar keine Nachricht.


Zu Toulon iſt ein Griechiſcher Seeraͤuber, den der
Ritter von Glandeves genommen, angekommen. Er
hatte 12 kleine Kanonen, und 26 Mann Equipage. Die
letztern ſind einem Baſſa auf der Inſel Candia zuruͤck-
gegeben worden, um ſie abzuſtrafen. Herr von Treſſemane
iſt nun auch im Archipelago angelanget.

Capitain Martichon hat auf ſeiner Reiſe von Conſtan-
tinopel den 25ſten May ein Rußiſches Kriegsſchiff, von
66 Kanonen, vor den Dardanellen angetroffen, dem er
ſeine Ausfertigung zeigen muͤſſen. Einige Tage vor-
her hatte dieſes Schiff das Fahrzeug des Capitains
Egries, welches von Alexandrien mit einer Ladung fuͤr
Tuͤrkiſche Rechnung, nach Salonichi gieng, genommen.
Capitain Reinier, der von hier abgegangenen, iſt von den
Ruſſen angehalten, aber auf Befehl des Rußiſchen Ad-
mirals zu Paros wieder frey gelaſſen worden.


Wir erwarten hier den Kronjaͤgermeiſter, Graf Bra-
nicki, von Crakau. In hieſiger Gegend iſt es, nach der
Declaration des Herrn von Saldern, ziemlich ſicher;
aber nach Willemberg zu iſt die Gefahr ſo groß, daß
keine Poſt mehr ungehindert durchkommen kann.

Nachdem der Groß-Feldherr von Litthauen, Graf
Oginsky, wegen der Confoͤderation in Litthauen alles
eingerichtet hat, iſt er fuͤr ſeine Perſon weggegangen;
das Commando aber hat er einem andern uͤbertragen.
Der Bylack und Kornky haben durch ihre Partheyen
die Confoͤderirten ſehr verſtaͤrket; auch ſollen noch auf
Befehl des Pulawsky, 800 Mann unter dem Szys dazu
ſtoßen. Die Ruſſen haben aus Wilna, Kewno und an-
dern beſetzten Staͤdten, alles, was daraus entbehrlich
geweſen, zuſammen gezogen, um daraus ein Corps zu
formiren; zu dieſem kommt noch der Fuͤrſt Labutow mit
800 Mann aus Podlachien, welche alsdenn die Confoͤ-
derirten aufſuchen ſollen.


In der vergangenen Nacht iſt das Waſſer einige Zoll
gefallen. Man hat Hoffnung, daß es noch ferner ab-
[Spaltenumbruch] nehmen werde, da es am Orte des Bruchs in der Neuen-
Gammer- und des anliegenden Elb-Ufers ebenfalls ge-
fallen iſt. Da die ſtarke Gewalt des abfließenden Waſ-
ſers wieder eine Senkung des Walls an der einen Seite
der Schleuſe vor dem Deichthor veranlaſſet hat, ſo iſt
man jetzo beſchaͤfftiget, durch Verſenkung einiger Fahr-
zeuge, und andere dienliche Mittel, dem etwa zu be-
ſorgenden Durchbruche zuvorzukommen. Wegen dieſer
hohen Waſſerfluth wird die hieſige Schaubuͤhne auf
14 Tage geſchloſſen bleiben, und alle Muſik in oͤffentli-
chen Haͤuſern eingeſtellt werden. Auch ſoll das hieſige
Lotto uͤbermorgen ohne Trompeten- und Paukenſchall
gezogen werden.




Von gelehrten Sachen.

In der Dyckiſchen Buchhandlung in Leipzig iſt die
zehnte Auflage von Rabeners Satyren ſehr correct und
mit 4 neuen Vignetten von Geyſer herausgekommen.
Die hinterlaſſenen Schriften des ſeligen Rabeners, und
eine neue verbeſſerte und mit 3 Kupfertafeln vermehrte
Ausgabe der Abhandlung des Herrn Schmidts von den
Weltkoͤrpern, werden naͤchſtens in eben dieſer Buch-
handlung ans Licht treten.

Von dem Unterricht und Zeitvertreib fuͤr das ſchoͤne
Geſchlecht,
ꝛc. iſt der 15te Theil, und von der Land-
Bibliothek,
ꝛc. der 19te Band, beyde bey Weidmanns
Erben und Reich in Leipzig, herausgekommen. In dem
erſten iſt der Beſchluß der im vorigen Theile angefan-
genen Geſchichte, die zaͤrtliche Bedraͤngniß, auch die
Geſchichte des Herzens, und Schreiben einer verhei-
ratheten Frau. In der Landbibliothek
iſt der zweyte
Theil von dem ſanftmuͤthigen Mann, und der vierte
Theil von Brookens vornehmen Thor. Auch dieſe
beyden Baͤnde verdienen den Beyfall, welchen die vori-
gen mit Recht erhalten.




Mandat wegen der eindringenden Waſſerfluth.

Ob Wir wol zu der großen Langmuth des Hoͤchſten
das demuͤthigſte Vertrauen haben. Er werde die dieſe
gute Stadt bedrohende Waſſergefahr annoch in Gnaden
abwenden, und die dazu angewandten Mittel geſegnen;
So haben Wir, Buͤrgermeiſter und Rath, dennoch jeder-
maͤnniglich Stadt-vaͤterlich anzeigen wollen, daß Wir,
zu eines jeden Warnung, bey etwa wirklich eintreten-
der Waſſersgefahr fuͤr die Stadt, das Signal durch die
Abfeurung zweyer Kanonen und durch Ruͤhrung der
Trommel geben laſſen wollen, damit die in Kellern und
niedrigen Gegenden Wohnenden ſich und ihre Haabſe-
ligkeiten retten moͤgen. Nachdem dieſe Signale gege-
ben worden, hat ein jeder, deſſen buͤrgerliche Pflicht es
erfordert, ſich an ſeine behoͤrige Staͤnde zu begeben, und
daſelbſt ſeiner Schuldigkeit getreulich nachzukommen;
allen uͤbrigen Buͤrgern und Einwohnern aber und ſonſt
jedermann, welche keine buͤrgerliche Pflichten bey der
Gefahr zu beobachten, oder ſonſt huͤlfreiche Hand
zu leiſten haben, wird befohlen, und werden ſelbige ermah-
net und anerinnert, ſich ſtille in ihren Haͤuſern zu ver-
halten, ſo lieb es ihnen ſeyn wird, ſich nicht ſelbſt den
groͤßten Beſchwerlichkeiten und Gefahren auszuſetzen;
alles herumtreibende Geſindel aber wird ſogleich zur
Haft gezogen werden, und diejenigen, welche, wie Wir
doch dergleichen Frevel nicht vermuthen, ſich auf Rau-
ben, Stehlen, und andern dergleichen Unweſen betreten
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und, nach Befinden, mit Leib- und Lebensſtrafe ange-
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[[3]/0003] Kleider und Geld verlangten. Es wurde ihnen eidlich verſprochen, ihr Begehren zu erfuͤllen, und man machte einen Stillſtand; doch behielten beyde Theile die Waffen in den Haͤnden, und der Capitain ſtand immer fertig, Feuer in die Pulverkammer zu legen. Nun ward eben in dieſem Augenblicke von den Aufruͤhrern eine große Fiſcherbarke entdeckt. Man gab ihr durch einen Ka- nonenſchuß ein Zeichen, an Bord zu kommen. Sie kam, und unterdeſſen hatten die Aufruͤhrer, welche ſich auf dem Verdeck befanden, die Thuͤre zu dem Unterver- deck verſchloſſen, damit ihre uͤbrigen Compagnons nicht herauf kommen moͤchten. Sie empfiengen ſodann, zu- folge der Capitulation, 1550 Zechinen, einige Faͤſſer Wein, Zwieback, ein Faß Pulver, Flinten und Kleider. Alles dies ladeten ſie in die Fiſcherbarke, und ſtiegen hierauf ſelbſt hinein, da ſie denn die Fiſcher weiter fort, wohin ſie wollten, bringen mußten. Auf dieſe Weiſe wurde durch den ſtandhaften Muth und Auffuͤhrung des beſag- ten Capitains das Schiff mit dem groͤßten Theil der Ladung, mit einer anſehnlichen Summe Geldes und noch mit einigen Galeeren-Sclaven gerettet. Die Zahl der Entflohenen belief ſich auf 26. Darunter war 1 Aufſeher, der ihnen Inſtrumente, um ſich von den Ketten los zu machen, geliefert hatte. Der Capitain iſt hierauf in unſerm Haven zuruͤckgekommen, und hat ob- gedachten Vorfall ſelbſt bekannt gemacht. Aus der Levante haben wir gar keine Nachricht. Marſeille, den 5 Julii. Zu Toulon iſt ein Griechiſcher Seeraͤuber, den der Ritter von Glandeves genommen, angekommen. Er hatte 12 kleine Kanonen, und 26 Mann Equipage. Die letztern ſind einem Baſſa auf der Inſel Candia zuruͤck- gegeben worden, um ſie abzuſtrafen. Herr von Treſſemane iſt nun auch im Archipelago angelanget. Capitain Martichon hat auf ſeiner Reiſe von Conſtan- tinopel den 25ſten May ein Rußiſches Kriegsſchiff, von 66 Kanonen, vor den Dardanellen angetroffen, dem er ſeine Ausfertigung zeigen muͤſſen. Einige Tage vor- her hatte dieſes Schiff das Fahrzeug des Capitains Egries, welches von Alexandrien mit einer Ladung fuͤr Tuͤrkiſche Rechnung, nach Salonichi gieng, genommen. Capitain Reinier, der von hier abgegangenen, iſt von den Ruſſen angehalten, aber auf Befehl des Rußiſchen Ad- mirals zu Paros wieder frey gelaſſen worden. Warſchau, den 13 Julii. Wir erwarten hier den Kronjaͤgermeiſter, Graf Bra- nicki, von Crakau. In hieſiger Gegend iſt es, nach der Declaration des Herrn von Saldern, ziemlich ſicher; aber nach Willemberg zu iſt die Gefahr ſo groß, daß keine Poſt mehr ungehindert durchkommen kann. Nachdem der Groß-Feldherr von Litthauen, Graf Oginsky, wegen der Confoͤderation in Litthauen alles eingerichtet hat, iſt er fuͤr ſeine Perſon weggegangen; das Commando aber hat er einem andern uͤbertragen. Der Bylack und Kornky haben durch ihre Partheyen die Confoͤderirten ſehr verſtaͤrket; auch ſollen noch auf Befehl des Pulawsky, 800 Mann unter dem Szys dazu ſtoßen. Die Ruſſen haben aus Wilna, Kewno und an- dern beſetzten Staͤdten, alles, was daraus entbehrlich geweſen, zuſammen gezogen, um daraus ein Corps zu formiren; zu dieſem kommt noch der Fuͤrſt Labutow mit 800 Mann aus Podlachien, welche alsdenn die Confoͤ- derirten aufſuchen ſollen. Hamburg, den 22 Julii. In der vergangenen Nacht iſt das Waſſer einige Zoll gefallen. Man hat Hoffnung, daß es noch ferner ab- nehmen werde, da es am Orte des Bruchs in der Neuen- Gammer- und des anliegenden Elb-Ufers ebenfalls ge- fallen iſt. Da die ſtarke Gewalt des abfließenden Waſ- ſers wieder eine Senkung des Walls an der einen Seite der Schleuſe vor dem Deichthor veranlaſſet hat, ſo iſt man jetzo beſchaͤfftiget, durch Verſenkung einiger Fahr- zeuge, und andere dienliche Mittel, dem etwa zu be- ſorgenden Durchbruche zuvorzukommen. Wegen dieſer hohen Waſſerfluth wird die hieſige Schaubuͤhne auf 14 Tage geſchloſſen bleiben, und alle Muſik in oͤffentli- chen Haͤuſern eingeſtellt werden. Auch ſoll das hieſige Lotto uͤbermorgen ohne Trompeten- und Paukenſchall gezogen werden. Von gelehrten Sachen. In der Dyckiſchen Buchhandlung in Leipzig iſt die zehnte Auflage von Rabeners Satyren ſehr correct und mit 4 neuen Vignetten von Geyſer herausgekommen. Die hinterlaſſenen Schriften des ſeligen Rabeners, und eine neue verbeſſerte und mit 3 Kupfertafeln vermehrte Ausgabe der Abhandlung des Herrn Schmidts von den Weltkoͤrpern, werden naͤchſtens in eben dieſer Buch- handlung ans Licht treten. Von dem Unterricht und Zeitvertreib fuͤr das ſchoͤne Geſchlecht, ꝛc. iſt der 15te Theil, und von der Land- Bibliothek, ꝛc. der 19te Band, beyde bey Weidmanns Erben und Reich in Leipzig, herausgekommen. In dem erſten iſt der Beſchluß der im vorigen Theile angefan- genen Geſchichte, die zaͤrtliche Bedraͤngniß, auch die Geſchichte des Herzens, und Schreiben einer verhei- ratheten Frau. In der Landbibliothek iſt der zweyte Theil von dem ſanftmuͤthigen Mann, und der vierte Theil von Brookens vornehmen Thor. Auch dieſe beyden Baͤnde verdienen den Beyfall, welchen die vori- gen mit Recht erhalten. Mandat wegen der eindringenden Waſſerfluth. Ob Wir wol zu der großen Langmuth des Hoͤchſten das demuͤthigſte Vertrauen haben. Er werde die dieſe gute Stadt bedrohende Waſſergefahr annoch in Gnaden abwenden, und die dazu angewandten Mittel geſegnen; So haben Wir, Buͤrgermeiſter und Rath, dennoch jeder- maͤnniglich Stadt-vaͤterlich anzeigen wollen, daß Wir, zu eines jeden Warnung, bey etwa wirklich eintreten- der Waſſersgefahr fuͤr die Stadt, das Signal durch die Abfeurung zweyer Kanonen und durch Ruͤhrung der Trommel geben laſſen wollen, damit die in Kellern und niedrigen Gegenden Wohnenden ſich und ihre Haabſe- ligkeiten retten moͤgen. Nachdem dieſe Signale gege- ben worden, hat ein jeder, deſſen buͤrgerliche Pflicht es erfordert, ſich an ſeine behoͤrige Staͤnde zu begeben, und daſelbſt ſeiner Schuldigkeit getreulich nachzukommen; allen uͤbrigen Buͤrgern und Einwohnern aber und ſonſt jedermann, welche keine buͤrgerliche Pflichten bey der Gefahr zu beobachten, oder ſonſt huͤlfreiche Hand zu leiſten haben, wird befohlen, und werden ſelbige ermah- net und anerinnert, ſich ſtille in ihren Haͤuſern zu ver- halten, ſo lieb es ihnen ſeyn wird, ſich nicht ſelbſt den groͤßten Beſchwerlichkeiten und Gefahren auszuſetzen; alles herumtreibende Geſindel aber wird ſogleich zur Haft gezogen werden, und diejenigen, welche, wie Wir doch dergleichen Frevel nicht vermuthen, ſich auf Rau- ben, Stehlen, und andern dergleichen Unweſen betreten ließen, ſollen mit der ſchaͤrfſten willkuͤhrlichen Ahndung, und, nach Befinden, mit Leib- und Lebensſtrafe ange-

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Britt-Marie Schuster, Manuel Wille, Arnika Lutz, Fabienne Wollny: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-07T12:30:46Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.

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Zitationshilfe: Staats- und Gelehrte Zeitung Des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 117, Hamburg, 23. Julii 1771, S. [3]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hc_1172307_1771/3>, abgerufen am 26.02.2021.