Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Stats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 136, Hamburg, 28. August 1731.

Bild:
<< vorherige Seite
letzte Seite


Tractaten und der Eventual-Investitur-Patenten,
allen demjenigen, was wegen der Parmesanischen
Erbfolge in oberwehnten III. Articul des zu Wien
den 16. Merz dieses Jahr geschlossen worden, un-
verbrüchlich nachzuleben; und die Erbfolge, zum
Behuf der Männlichen Erben, der itzigen Köni-
gin von Spanien im Parmesanischen zu guaranti-
ren. Im III. Articul wird beschlossen, daß diese
von allen contrahirenden Partheyen verglichene
Uebereinstimmung die Richtschnur in allen Stü-
cken seyn solle; Es betreffe nun die Spanische
Besazung etc. etc. oder was sonst zu dieser Erbfol-
gungs-Sache gehörig und verglichen etc. Im IV.
Articul versprechen der Kayser und Groß-Brittan-
nien, alles Mögliche anzuwenden, um die Ein-
willigung wegen der Einführung der Spanischen
Völcker bey dem Groß-Herzogen von Toscana zu
erhalten. Vermöge des V. Articuls guarantiren
eben diese beyden Höfe dem Groß-Herzog von
Toscana und allen seynen Unterthanen Ruhe
und Sicherheit. Im VI. Articul wird beschlos-
sen, den Groß-Herzog von Toscana zum Beytritt
gegenwärtigen Tractats einzuladen; und endlich
werden im VII. Articul die Ratifications-Paten-
te, vom Tage der Unterschrifft an zu rechnen, in-
nerhalb zweener Monathe Frist auf das längste
zu Wien einander auszuliefern.

    Gezeichnet von
(L.S.) Eugenius a Sabaudia.
(L.S.) J. Dux de Liria.
(L.S.) Thomas Robinson.
(L.S.) Philip. Lud. C. a Sinzendorff.
(L.S.) Grundaccarus C. a Stahrenberg.
(L.S.) J.L.C. a Königsegg.



Von neuen merckwürdigen
gelehrten Sachen.
Amsterdam.

Daß auch schlechten Deutschen
Büchern die unverdiente Ehre zu wiederfahren
pflege, Ausländern zu gefallen, und in fremde
Sprachen übersezet zu werden, bezeuget diejenige
magere und nüchterne Geschichte, welche, da die
Robinsons-Mode unter den Bücher-Machern ty-
rannisirte, unter der Aufschrifft: Der Sächsi-
sche Robinson; an das Licht gestellet wurde. Sie
ist nehmlich in das Holländische übersezet worden,
und hat diesen Titul: De Saxische Robinson, of
de wonderlyke Ryze van W. Retcher&c.
Zwey
Theile in Octav mit Kupfern.


[Spaltenumbruch]
Leipzig.

Man siehet auch nunmehr den drit-
ten Theil des Werckes, welches unter dem Titul:
Gundlingiana Materia Continuata; oder allerhand
zur Jurisprudenz, Philosophie, Historie, Critic,
Litteratur, und übriger Gelehrsamkeit gehörige
Sachen; zum Vorschein kommen. Der Inhalt
desselben bestehet ganz und gar aus Philosophi-
schen Abhandlungen. Die erste davon ist eine
Untersuchung des sonderbaren Nuzens der Lehre
von Probabilitäten in der Rechts-Gelahrtheit.
In der zweyten wird die Frage beantwortet: Ob
in jeder Definitione Causali der Endzweck des De-
finiti
anzuführen nöthig sey; oder nicht? Und das
dritte Stück machet eine Untersuchung der Frage
aus: wie viel Haupt-Momenta in einer jeden ge-
lehrten Meditation abgehandelt werden müssen?

Allhier ist ein sehr brauchbares Buch an das
Licht gestellet worden, welches den Lernenden der
Italiänischen Sprache nicht anders als angenehm
seyn kan; und diese Aufschrifft hat: Ottonis von
Graben zum Stein Italiänisch-Deutsches und
Deutsch-Italiänisches Hand-Lexicon, worinnen
nicht nur alle gebräuchliche Wörter der Italiäni-
schen Sprache, sondern auch die nöthigsten Re-
dens-Arten befindlich; zum Nuzen und Gebrauch
der Liebhaber dieser edlen Sprache; nebst beyge-
fügter kurzen Grammatica, nach welcher die
Sprache in kurzer Zeit, auch ohne Anweisung mag
erlernet werden. In Octav.




NOTIFICATION.

Am bevorstehenden 17. September und folgende Tage/ soll der
gewöhnliche Ausruf im hiesigen Lombard oder Leyh-Hause ge-
halten werden; welches hiemit jedermänniglich/ die etwa ihre
Pfände prolongiren zu lassen/ oder daraus etwas zu kauffen
vorhabens/ zur Nachricht kundgemacht wird.



Als nach ergangenen specialen Befehle/ von der allergnädig-
sten Landes-Herrschafft/ auf Ansuchen einiger Sierhagen- und
Seedorffischen Creditoren/ die von allerhöchst deroselben zur
Licitation der gesammten Gräfl. Dernathischen Güter verord-
nete Commission zur Licitation der im Herzogthum Hollstein be-
legenenen Adelichen Güter See- und Hornstorff/ den 19. Jan.
des mit GOtt zu hoffenden 1732. Jahres/ in Kiel auf dem Rath-
Hause angesezet worden; So wird solches mittelst diesem vor-
gängig männiglich kund gemachet / damit diejenigen / welche
sothane angenehm situirte und einträgliche Güter an sich zu
kauffen gewillet/ sich an bestimmten Tage in Kiel des Morgens
um 9. Uhr/ auf dem Rathhause daselbst/ entweder in Persohn/
oder durch einen gnugsamen Gevollmächtigten einfinden/ und
nach geschehenem Both/ und Gegen-Both/ ihr Glück/ in Er-
kauffung solcher ansehnlichen Güter machen können: Und soll
noch in bevorstehenden Monath den Herren Liebhabern der Vor-
schlag von beregten Gütern/ nebst den Kauff-Conditionen
bey zeiten communiciret/ und an welchen Oertern [selbighnee o]
Entgelt zu bekommen/ auf gleiche Art kund gemachet werden.




Dieser Staats- und Gelehrten Zeitungen werden
Wöchentlich 4. Stück gedruckt bey Georg
Christian Grund, neben der Börse,
In der Buchdruckerey.


[Ende Spaltensatz]


Tractaten und der Eventual-Inveſtitur-Patenten,
allen demjenigen, was wegen der Parmeſaniſchen
Erbfolge in oberwehnten III. Articul des zu Wien
den 16. Merz dieſes Jahr geſchloſſen worden, un-
verbruͤchlich nachzuleben; und die Erbfolge, zum
Behuf der Maͤnnlichen Erben, der itzigen Koͤni-
gin von Spanien im Parmeſaniſchen zu guaranti-
ren. Im III. Articul wird beſchloſſen, daß dieſe
von allen contrahirenden Partheyen verglichene
Uebereinſtimmung die Richtſchnur in allen Stuͤ-
cken ſeyn ſolle; Es betreffe nun die Spaniſche
Beſazung ꝛc. ꝛc. oder was ſonſt zu dieſer Erbfol-
gungs-Sache gehoͤrig und verglichen ꝛc. Im IV.
Articul verſprechen der Kayſer und Groß-Brittan-
nien, alles Moͤgliche anzuwenden, um die Ein-
willigung wegen der Einfuͤhrung der Spaniſchen
Voͤlcker bey dem Groß-Herzogen von Toſcana zu
erhalten. Vermoͤge des V. Articuls guarantiren
eben dieſe beyden Hoͤfe dem Groß-Herzog von
Toſcana und allen ſeynen Unterthanen Ruhe
und Sicherheit. Im VI. Articul wird beſchloſ-
ſen, den Groß-Herzog von Toſcana zum Beytritt
gegenwaͤrtigen Tractats einzuladen; und endlich
werden im VII. Articul die Ratifications-Paten-
te, vom Tage der Unterſchrifft an zu rechnen, in-
nerhalb zweener Monathe Friſt auf das laͤngſte
zu Wien einander auszuliefern.

    Gezeichnet von
(L.S.) Eugenius à Sabaudia.
(L.S.) J. Dux de Liria.
(L.S.) Thomas Robinſon.
(L.S.) Philip. Lud. C. à Sinzendorff.
(L.S.) Grundaccarus C. à Stahrenberg.
(L.S.) J.L.C. à Königsegg.



Von neuen merckwuͤrdigen
gelehrten Sachen.
Amſterdam.

Daß auch ſchlechten Deutſchen
Buͤchern die unverdiente Ehre zu wiederfahren
pflege, Auslaͤndern zu gefallen, und in fremde
Sprachen uͤberſezet zu werden, bezeuget diejenige
magere und nuͤchterne Geſchichte, welche, da die
Robinſons-Mode unter den Buͤcher-Machern ty-
ranniſirte, unter der Aufſchrifft: Der Saͤchſi-
ſche Robinſon; an das Licht geſtellet wurde. Sie
iſt nehmlich in das Hollaͤndiſche uͤberſezet worden,
und hat dieſen Titul: De Saxiſche Robinſon, of
de wonderlyke Ryze van W. Retcher&c.
Zwey
Theile in Octav mit Kupfern.


[Spaltenumbruch]
Leipzig.

Man ſiehet auch nunmehr den drit-
ten Theil des Werckes, welches unter dem Titul:
Gundlingiana Materia Continuata; oder allerhand
zur Jurisprudenz, Philoſophie, Hiſtorie, Critic,
Litteratur, und uͤbriger Gelehrſamkeit gehoͤrige
Sachen; zum Vorſchein kommen. Der Inhalt
deſſelben beſtehet ganz und gar aus Philoſophi-
ſchen Abhandlungen. Die erſte davon iſt eine
Unterſuchung des ſonderbaren Nuzens der Lehre
von Probabilitaͤten in der Rechts-Gelahrtheit.
In der zweyten wird die Frage beantwortet: Ob
in jeder Definitione Cauſali der Endzweck des De-
finiti
anzufuͤhren noͤthig ſey; oder nicht? Und das
dritte Stuͤck machet eine Unterſuchung der Frage
aus: wie viel Haupt-Momenta in einer jeden ge-
lehrten Meditation abgehandelt werden muͤſſen?

Allhier iſt ein ſehr brauchbares Buch an das
Licht geſtellet worden, welches den Lernenden der
Italiaͤniſchen Sprache nicht anders als angenehm
ſeyn kan; und dieſe Aufſchrifft hat: Ottonis von
Graben zum Stein Italiaͤniſch-Deutſches und
Deutſch-Italiaͤniſches Hand-Lexicon, worinnen
nicht nur alle gebraͤuchliche Woͤrter der Italiaͤni-
ſchen Sprache, ſondern auch die noͤthigſten Re-
dens-Arten befindlich; zum Nuzen und Gebrauch
der Liebhaber dieſer edlen Sprache; nebſt beyge-
fuͤgter kurzen Grammatica, nach welcher die
Sprache in kurzer Zeit, auch ohne Anweiſung mag
erlernet werden. In Octav.




NOTIFICATION.

Am bevorſtehenden 17. September und folgende Tage/ ſoll der
gewoͤhnliche Ausruf im hieſigen Lombard oder Leyh-Hauſe ge-
halten werden; welches hiemit jedermaͤnniglich/ die etwa ihre
Pfaͤnde prolongiren zu laſſen/ oder daraus etwas zu kauffen
vorhabens/ zur Nachricht kundgemacht wird.



Als nach ergangenen ſpecialen Befehle/ von der allergnaͤdig-
ſten Landes-Herrſchafft/ auf Anſuchen einiger Sierhagen- und
Seedorffiſchen Creditoren/ die von allerhoͤchſt deroſelben zur
Licitation der geſammten Graͤfl. Dernathiſchen Guͤter verord-
nete Commiſſion zur Licitation der im Herzogthum Hollſtein be-
legenenen Adelichen Guͤter See- und Hornſtorff/ den 19. Jan.
des mit GOtt zu hoffenden 1732. Jahres/ in Kiel auf dem Rath-
Hauſe angeſezet worden; So wird ſolches mittelſt dieſem vor-
gaͤngig maͤnniglich kund gemachet / damit diejenigen / welche
ſothane angenehm ſituirte und eintraͤgliche Guͤter an ſich zu
kauffen gewillet/ ſich an beſtimmten Tage in Kiel des Morgens
um 9. Uhr/ auf dem Rathhauſe daſelbſt/ entweder in Perſohn/
oder durch einen gnugſamen Gevollmaͤchtigten einfinden/ und
nach geſchehenem Both/ und Gegen-Both/ ihr Gluͤck/ in Er-
kauffung ſolcher anſehnlichen Guͤter machen koͤnnen: Und ſoll
noch in bevorſtehenden Monath den Herren Liebhabern der Vor-
ſchlag von beregten Guͤtern/ nebſt den Kauff-Conditionen
bey zeiten communiciret/ und an welchen Oertern [ſelbighnee o]
Entgelt zu bekommen/ auf gleiche Art kund gemachet werden.




Dieſer Staats- und Gelehrten Zeitungen werden
Woͤchentlich 4. Stuͤck gedruckt bey Georg
Chriſtian Grund, neben der Boͤrſe,
In der Buchdruckerey.


[Ende Spaltensatz]
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="jPoliticalNews">
        <div type="jArticle">
          <p><pb facs="#f0004" n="[4]"/><lb/>
Tractaten und der Eventual-Inve&#x017F;titur-Patenten,<lb/>
allen demjenigen, was                   wegen der Parme&#x017F;ani&#x017F;chen<lb/>
Erbfolge in oberwehnten III. Articul des zu Wien<lb/>
den 16. Merz die&#x017F;es Jahr ge&#x017F;chlo&#x017F;&#x017F;en worden, un-<lb/>
verbru&#x0364;chlich                   nachzuleben; und die Erbfolge, zum<lb/>
Behuf der Ma&#x0364;nnlichen Erben, der itzigen                   Ko&#x0364;ni-<lb/>
gin von Spanien im Parme&#x017F;ani&#x017F;chen zu guaranti-<lb/>
ren. Im III. Articul                   wird be&#x017F;chlo&#x017F;&#x017F;en, daß die&#x017F;e<lb/>
von allen contrahirenden Partheyen verglichene<lb/>
Ueberein&#x017F;timmung die Richt&#x017F;chnur in allen Stu&#x0364;-<lb/>
cken &#x017F;eyn &#x017F;olle; Es                   betreffe nun die Spani&#x017F;che<lb/>
Be&#x017F;azung &#xA75B;c. &#xA75B;c. oder was &#x017F;on&#x017F;t zu                   die&#x017F;er Erbfol-<lb/>
gungs-Sache geho&#x0364;rig und verglichen &#xA75B;c. Im IV.<lb/>
Articul ver&#x017F;prechen der Kay&#x017F;er und Groß-Brittan-<lb/>
nien, alles Mo&#x0364;gliche                   anzuwenden, um die Ein-<lb/>
willigung wegen der Einfu&#x0364;hrung der Spani&#x017F;chen<lb/>
Vo&#x0364;lcker bey dem Groß-Herzogen von To&#x017F;cana zu<lb/>
erhalten. Vermo&#x0364;ge des V.                   Articuls guarantiren<lb/>
eben die&#x017F;e beyden Ho&#x0364;fe dem Groß-Herzog von<lb/>
To&#x017F;cana                   und allen &#x017F;eynen Unterthanen Ruhe<lb/>
und Sicherheit. Im VI. Articul wird                   be&#x017F;chlo&#x017F;-<lb/>
&#x017F;en, den Groß-Herzog von To&#x017F;cana zum Beytritt<lb/>
gegenwa&#x0364;rtigen                   Tractats einzuladen; und endlich<lb/>
werden im VII. Articul die                   Ratifications-Paten-<lb/>
te, vom Tage der Unter&#x017F;chrifft an zu rechnen,                   in-<lb/>
nerhalb zweener Monathe Fri&#x017F;t auf das la&#x0364;ng&#x017F;te<lb/>
zu Wien einander                   auszuliefern.</p>
          <closer><dateline>Wien den<lb/>
22. Jul. 1731.</dateline><space dim="horizontal"/>                   Gezeichnet von<lb/><signed><hi rendition="#aq"><list><item>(L.S.) Eugenius à Sabaudia.</item><item>(L.S.) J. Dux de Liria.</item><item>(L.S.) Thomas Robin&#x017F;on.</item><item>(L.S.) Philip. Lud. C. à Sinzendorff.</item><item>(L.S.) Grundaccarus C. à Stahrenberg.</item><item>(L.S.) J.L.C. à Königsegg.</item></list></hi></signed>                </closer><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
        </div><lb/>
      </div>
      <div type="jFeuilleton">
        <head> <hi rendition="#c #fr">Von neuen merckwu&#x0364;rdigen<lb/>
gelehrten Sachen.</hi> </head><lb/>
        <div type="jArticle">
          <head> <hi rendition="#fr">Am&#x017F;terdam.</hi> </head>
          <p>Daß auch &#x017F;chlechten Deut&#x017F;chen<lb/>
Bu&#x0364;chern die unverdiente Ehre zu                   wiederfahren<lb/>
pflege, Ausla&#x0364;ndern zu gefallen, und in fremde<lb/>
Sprachen                   u&#x0364;ber&#x017F;ezet zu werden, bezeuget diejenige<lb/>
magere und nu&#x0364;chterne Ge&#x017F;chichte,                   welche, da die<lb/>
Robin&#x017F;ons-Mode unter den Bu&#x0364;cher-Machern ty-<lb/>
ranni&#x017F;irte,                   unter der Auf&#x017F;chrifft: Der Sa&#x0364;ch&#x017F;i-<lb/>
&#x017F;che Robin&#x017F;on; an das Licht ge&#x017F;tellet                   wurde. Sie<lb/>
i&#x017F;t nehmlich in das Holla&#x0364;ndi&#x017F;che u&#x0364;ber&#x017F;ezet worden,<lb/>
und hat                   die&#x017F;en Titul: <hi rendition="#aq">De Saxi&#x017F;che Robin&#x017F;on, of<lb/>
de wonderlyke Ryze                      van W. Retcher&amp;c.</hi>Zwey<lb/>
Theile in Octav mit Kupfern.</p><lb/>
        </div>
        <cb/>
        <div type="jArticle">
          <head> <hi rendition="#fr">Leipzig.</hi> </head>
          <p>Man &#x017F;iehet auch nunmehr den drit-<lb/>
ten Theil des Werckes, welches unter dem                      Titul:<lb/><hi rendition="#aq">Gundlingiana Materia Continuata</hi>; oder                   allerhand<lb/>
zur Jurisprudenz, Philo&#x017F;ophie, Hi&#x017F;torie, Critic,<lb/>
Litteratur, und                   u&#x0364;briger Gelehr&#x017F;amkeit geho&#x0364;rige<lb/>
Sachen; zum Vor&#x017F;chein kommen. Der                   Inhalt<lb/>
de&#x017F;&#x017F;elben be&#x017F;tehet ganz und gar aus Philo&#x017F;ophi-<lb/>
&#x017F;chen Abhandlungen.                   Die er&#x017F;te davon i&#x017F;t eine<lb/>
Unter&#x017F;uchung des &#x017F;onderbaren Nuzens der Lehre<lb/>
von                   Probabilita&#x0364;ten in der Rechts-Gelahrtheit.<lb/>
In der zweyten wird die Frage                   beantwortet: Ob<lb/>
in jeder <hi rendition="#aq"> Definitione Cau&#x017F;ali</hi> der                   Endzweck des <hi rendition="#aq"> De-<lb/>
finiti</hi> anzufu&#x0364;hren no&#x0364;thig &#x017F;ey;                   oder nicht? Und das<lb/>
dritte Stu&#x0364;ck machet eine Unter&#x017F;uchung der Frage<lb/>
aus:                   wie viel Haupt-Momenta in einer jeden ge-<lb/>
lehrten <hi rendition="#aq">Meditation</hi> abgehandelt werden mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en?</p><lb/>
          <p>Allhier i&#x017F;t ein &#x017F;ehr brauchbares Buch an das<lb/>
Licht ge&#x017F;tellet worden, welches                   den Lernenden der<lb/>
Italia&#x0364;ni&#x017F;chen Sprache nicht anders als angenehm<lb/>
&#x017F;eyn                   kan; und die&#x017F;e Auf&#x017F;chrifft hat: Ottonis von<lb/>
Graben zum Stein                   Italia&#x0364;ni&#x017F;ch-Deut&#x017F;ches und<lb/>
Deut&#x017F;ch-Italia&#x0364;ni&#x017F;ches Hand-Lexicon,                   worinnen<lb/>
nicht nur alle gebra&#x0364;uchliche Wo&#x0364;rter der Italia&#x0364;ni-<lb/>
&#x017F;chen                   Sprache, &#x017F;ondern auch die no&#x0364;thig&#x017F;ten Re-<lb/>
dens-Arten befindlich; zum Nuzen und                   Gebrauch<lb/>
der Liebhaber die&#x017F;er edlen Sprache; neb&#x017F;t beyge-<lb/>
fu&#x0364;gter kurzen                   Grammatica, nach welcher die<lb/>
Sprache in kurzer Zeit, auch ohne Anwei&#x017F;ung                   mag<lb/>
erlernet werden. In Octav.</p><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
        </div><lb/>
      </div>
      <div type="jAnnouncements">
        <div type="jAn">
          <head> <hi rendition="#aq #c #g">NOTIFICATION.</hi> </head><lb/>
          <p> <hi rendition="#fr">Am bevor&#x017F;tehenden 17. September und folgende Tage/ &#x017F;oll                      der<lb/>
gewo&#x0364;hnliche Ausruf im hie&#x017F;igen Lombard oder Leyh-Hau&#x017F;e ge-<lb/>
halten                      werden; welches hiemit jederma&#x0364;nniglich/ die etwa ihre<lb/>
Pfa&#x0364;nde prolongiren                      zu la&#x017F;&#x017F;en/ oder daraus etwas zu kauffen<lb/>
vorhabens/ zur Nachricht                      kundgemacht wird.</hi> </p><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
        </div><lb/>
        <div type="jAn">
          <p> <hi rendition="#fr">Als nach ergangenen &#x017F;pecialen Befehle/ von der                      allergna&#x0364;dig-<lb/>
&#x017F;ten Landes-Herr&#x017F;chafft/ auf An&#x017F;uchen einiger Sierhagen- und<lb/>
Seedorffi&#x017F;chen Creditoren/ die von allerho&#x0364;ch&#x017F;t dero&#x017F;elben zur<lb/>
Licitation der ge&#x017F;ammten Gra&#x0364;fl. Dernathi&#x017F;chen Gu&#x0364;ter verord-<lb/>
nete                      Commi&#x017F;&#x017F;ion zur Licitation der im Herzogthum Holl&#x017F;tein be-<lb/>
legenenen                      Adelichen Gu&#x0364;ter See- und Horn&#x017F;torff/ den 19. Jan.<lb/>
des mit GOtt zu                      hoffenden 1732. Jahres/ in Kiel auf dem Rath-<lb/>
Hau&#x017F;e ange&#x017F;ezet worden; So                      wird &#x017F;olches mittel&#x017F;t die&#x017F;em vor-<lb/>
ga&#x0364;ngig ma&#x0364;nniglich kund gemachet / damit                      diejenigen / welche<lb/>
&#x017F;othane angenehm &#x017F;ituirte und eintra&#x0364;gliche Gu&#x0364;ter an                      &#x017F;ich zu<lb/>
kauffen gewillet/ &#x017F;ich an be&#x017F;timmten Tage in Kiel des                      Morgens<lb/>
um 9. Uhr/ auf dem Rathhau&#x017F;e da&#x017F;elb&#x017F;t/ entweder in Per&#x017F;ohn/<lb/>
oder durch einen gnug&#x017F;amen Gevollma&#x0364;chtigten einfinden/ und<lb/>
nach                      ge&#x017F;chehenem Both/ und Gegen-Both/ ihr Glu&#x0364;ck/ in Er-<lb/>
kauffung &#x017F;olcher                      an&#x017F;ehnlichen Gu&#x0364;ter machen ko&#x0364;nnen: Und &#x017F;oll<lb/>
noch in bevor&#x017F;tehenden Monath                      den Herren Liebhabern der Vor-<lb/>
&#x017F;chlag von beregten Gu&#x0364;tern/ neb&#x017F;t den                      Kauff-Conditionen<lb/>
bey zeiten communiciret/ und an welchen Oertern                         <supplied>&#x017F;elbighnee o</supplied><lb/>
Entgelt zu bekommen/ auf gleiche Art                      kund gemachet werden.</hi> </p><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
        </div><lb/>
      </div>
      <div type="imprint">
        <p> <hi rendition="#c"> Die&#x017F;er Staats- und Gelehrten Zeitungen werden<lb/>
Wo&#x0364;chentlich 4.                   Stu&#x0364;ck gedruckt bey Georg<lb/>
Chri&#x017F;tian Grund, neben der Bo&#x0364;r&#x017F;e,<lb/>
In der                   Buchdruckerey.</hi> </p><lb/>
      </div>
      <cb type="end"/>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[4]/0004] Tractaten und der Eventual-Inveſtitur-Patenten, allen demjenigen, was wegen der Parmeſaniſchen Erbfolge in oberwehnten III. Articul des zu Wien den 16. Merz dieſes Jahr geſchloſſen worden, un- verbruͤchlich nachzuleben; und die Erbfolge, zum Behuf der Maͤnnlichen Erben, der itzigen Koͤni- gin von Spanien im Parmeſaniſchen zu guaranti- ren. Im III. Articul wird beſchloſſen, daß dieſe von allen contrahirenden Partheyen verglichene Uebereinſtimmung die Richtſchnur in allen Stuͤ- cken ſeyn ſolle; Es betreffe nun die Spaniſche Beſazung ꝛc. ꝛc. oder was ſonſt zu dieſer Erbfol- gungs-Sache gehoͤrig und verglichen ꝛc. Im IV. Articul verſprechen der Kayſer und Groß-Brittan- nien, alles Moͤgliche anzuwenden, um die Ein- willigung wegen der Einfuͤhrung der Spaniſchen Voͤlcker bey dem Groß-Herzogen von Toſcana zu erhalten. Vermoͤge des V. Articuls guarantiren eben dieſe beyden Hoͤfe dem Groß-Herzog von Toſcana und allen ſeynen Unterthanen Ruhe und Sicherheit. Im VI. Articul wird beſchloſ- ſen, den Groß-Herzog von Toſcana zum Beytritt gegenwaͤrtigen Tractats einzuladen; und endlich werden im VII. Articul die Ratifications-Paten- te, vom Tage der Unterſchrifft an zu rechnen, in- nerhalb zweener Monathe Friſt auf das laͤngſte zu Wien einander auszuliefern. Wien den 22. Jul. 1731. Gezeichnet von (L.S.) Eugenius à Sabaudia. (L.S.) J. Dux de Liria. (L.S.) Thomas Robinſon. (L.S.) Philip. Lud. C. à Sinzendorff. (L.S.) Grundaccarus C. à Stahrenberg. (L.S.) J.L.C. à Königsegg. Von neuen merckwuͤrdigen gelehrten Sachen. Amſterdam. Daß auch ſchlechten Deutſchen Buͤchern die unverdiente Ehre zu wiederfahren pflege, Auslaͤndern zu gefallen, und in fremde Sprachen uͤberſezet zu werden, bezeuget diejenige magere und nuͤchterne Geſchichte, welche, da die Robinſons-Mode unter den Buͤcher-Machern ty- ranniſirte, unter der Aufſchrifft: Der Saͤchſi- ſche Robinſon; an das Licht geſtellet wurde. Sie iſt nehmlich in das Hollaͤndiſche uͤberſezet worden, und hat dieſen Titul: De Saxiſche Robinſon, of de wonderlyke Ryze van W. Retcher&c.Zwey Theile in Octav mit Kupfern. Leipzig. Man ſiehet auch nunmehr den drit- ten Theil des Werckes, welches unter dem Titul: Gundlingiana Materia Continuata; oder allerhand zur Jurisprudenz, Philoſophie, Hiſtorie, Critic, Litteratur, und uͤbriger Gelehrſamkeit gehoͤrige Sachen; zum Vorſchein kommen. Der Inhalt deſſelben beſtehet ganz und gar aus Philoſophi- ſchen Abhandlungen. Die erſte davon iſt eine Unterſuchung des ſonderbaren Nuzens der Lehre von Probabilitaͤten in der Rechts-Gelahrtheit. In der zweyten wird die Frage beantwortet: Ob in jeder Definitione Cauſali der Endzweck des De- finiti anzufuͤhren noͤthig ſey; oder nicht? Und das dritte Stuͤck machet eine Unterſuchung der Frage aus: wie viel Haupt-Momenta in einer jeden ge- lehrten Meditation abgehandelt werden muͤſſen? Allhier iſt ein ſehr brauchbares Buch an das Licht geſtellet worden, welches den Lernenden der Italiaͤniſchen Sprache nicht anders als angenehm ſeyn kan; und dieſe Aufſchrifft hat: Ottonis von Graben zum Stein Italiaͤniſch-Deutſches und Deutſch-Italiaͤniſches Hand-Lexicon, worinnen nicht nur alle gebraͤuchliche Woͤrter der Italiaͤni- ſchen Sprache, ſondern auch die noͤthigſten Re- dens-Arten befindlich; zum Nuzen und Gebrauch der Liebhaber dieſer edlen Sprache; nebſt beyge- fuͤgter kurzen Grammatica, nach welcher die Sprache in kurzer Zeit, auch ohne Anweiſung mag erlernet werden. In Octav. NOTIFICATION. Am bevorſtehenden 17. September und folgende Tage/ ſoll der gewoͤhnliche Ausruf im hieſigen Lombard oder Leyh-Hauſe ge- halten werden; welches hiemit jedermaͤnniglich/ die etwa ihre Pfaͤnde prolongiren zu laſſen/ oder daraus etwas zu kauffen vorhabens/ zur Nachricht kundgemacht wird. Als nach ergangenen ſpecialen Befehle/ von der allergnaͤdig- ſten Landes-Herrſchafft/ auf Anſuchen einiger Sierhagen- und Seedorffiſchen Creditoren/ die von allerhoͤchſt deroſelben zur Licitation der geſammten Graͤfl. Dernathiſchen Guͤter verord- nete Commiſſion zur Licitation der im Herzogthum Hollſtein be- legenenen Adelichen Guͤter See- und Hornſtorff/ den 19. Jan. des mit GOtt zu hoffenden 1732. Jahres/ in Kiel auf dem Rath- Hauſe angeſezet worden; So wird ſolches mittelſt dieſem vor- gaͤngig maͤnniglich kund gemachet / damit diejenigen / welche ſothane angenehm ſituirte und eintraͤgliche Guͤter an ſich zu kauffen gewillet/ ſich an beſtimmten Tage in Kiel des Morgens um 9. Uhr/ auf dem Rathhauſe daſelbſt/ entweder in Perſohn/ oder durch einen gnugſamen Gevollmaͤchtigten einfinden/ und nach geſchehenem Both/ und Gegen-Both/ ihr Gluͤck/ in Er- kauffung ſolcher anſehnlichen Guͤter machen koͤnnen: Und ſoll noch in bevorſtehenden Monath den Herren Liebhabern der Vor- ſchlag von beregten Guͤtern/ nebſt den Kauff-Conditionen bey zeiten communiciret/ und an welchen Oertern ſelbighnee o Entgelt zu bekommen/ auf gleiche Art kund gemachet werden. Dieſer Staats- und Gelehrten Zeitungen werden Woͤchentlich 4. Stuͤck gedruckt bey Georg Chriſtian Grund, neben der Boͤrſe, In der Buchdruckerey.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Britt-Marie Schuster, Manuel Wille, Arnika Lutz, Fabienne Wollny: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-07T10:12:03Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.

Weitere Informationen:

Die Transkription erfolgte nach den unter http://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat formulierten Richtlinien.

Verfahren der Texterfassung: manuell (einfach erfasst).

I/J in Fraktur: Lautwert transkribiert




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/hc_1362808_1731
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/hc_1362808_1731/4
Zitationshilfe: Stats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 136, Hamburg, 28. August 1731, S. [4]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hc_1362808_1731/4>, abgerufen am 25.02.2021.