Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Stats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 159, Hamburg, 6. Oktober 1751.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] getroffen worden, und sich übrigens in erwünsch-
tem Gesundheitszustande befinden. Da die Stra-
fen der alten Gesetze dieses Reichs wider die Rich-
ter, die sich bestechen lassen, der Grösse eines sol-
chen Verbrechens nicht gemäß sind; so hat der
König die Verordnung gemacht, daß diejenigen,
welche von Adel sind, auf 10 Jahre in das Reich
Angola verwiesen, die andern aber auf eine eben
so lange Zeit zu den Galeeren sollen verdammet
werden, und zwar ohne Ansehung der obrigkeitli-
chen Würden, womit sie bekleidet gewesen. Eine
Escadre, die aus dem Kriegsschiffe N. D. de l'Etoile,
und den Fregatten der St. Joseph, N. D. von Ata-
loya und den St. Francois bestehet, ist aus die-
sem Haven wider die Barbarischen Corsaren aus-
gelaufen.


Endlich haben Se. Majestät beschlossen, daß
der Obriste Yorke, als ausserordentlicher Envoye
und bevollmächtigter Minister, nach der Zurückreise
des Grafen von Albemarle nach Paris, so in der
künftigen Woche geschiehet, nach dem Haag abge-
hen soll. Der Capitain de Cosne wird wiederum
die Stelle eines Gesandtschafts-Secretairs vertre-
ten. Der Marquis von Mirepoix läßt wegen
der Geburt des Herzogs von Burgund an einem
prächtigen Feuerwerke arbeiten, welches vor sei-
nem Pallaste soll abgebrannt werden. Man ver-
sichert, daß die Unterhandlung zwischen dem hie-
sigen und dem Dresdner Hofe auf einem guten
Fusse stehe, und daß die Subsidien jährlich 80
bis 100000 Pf. Sterl. betragen werden, wogegen
der Sächsische Hof im benöthigten Falle 12000
Mann stellen wird. Nur ist noch auszumachen,
an welchem Orte diese Truppen sollen gebrauchet
werden, und unter welchen Bedingungen Chur-
sachsen seine Stimme zu der Römischen Königs-
Wahl für den Erzherzog Joseph hergiebt. Den
21sten des künftigen Monats werden Se. Majest.
der König, nebst der Königl. Familie von Kensing-
ton zu St. James eintreffen. Man siehet hier
Briefe von St. Jones in Newfoundland, so am
Bord des Schiffes des Commandeurs Rodney ge-
schrieben sind, worinn man meldet, daß derselbe
die oft erwehnte Insel in angegebener latitudine
zwar gesucht, aber nichts gefunden habe. Andere
Nachrichten wollen, daß die Dänen diese Insel
schon vor der Hand ausgefunden und mit Ein-
[Spaltenumbruch] wohnern besetzt hätten. Von Hallifax in Neu-
schottland hat man unter dem 11 Jul. folgende
Nachricht: "Vor wenig Tagen haben die India-
"ner von der Französischen Partey in der Stadt
"Dortmouth an dem Ufer, so uns gegen über lie-
"get, ein grausames Morden ausgeübet, wo sie
"verschiedene von den Soldaten und Einwohnern
"der Stadt erwürget und entsetzlich zugerichtet
"haben. Sie schonten auch der Frauensperso-
"nen und Kinder nicht. Man fand ein kleines
"Kind bey seinem Vater und seiner Mutter ganz
"zerfetzet liegen. Die ganze Stadt war eine rechte
"Fleischbanke. Einigen waren die Hände abge-
"hauen, andern die Bäuche aufgerissen, und noch
"andern war das Gehirn ausgeschlagen. Kurz:
"Niemals hat man eine unmenschlichere Grau-
"samkeit gesehen. Es werden viele Leute ver-
"mißt, so daß unser Verlust noch nicht bekannt ist."
Der Capitain Goreham ist von Neuschottland hier
angekommen, um eine genaue Nachricht von dem
Zustande der Colonie vor den Lords der Planta-
tionen zu geben. Der Gouverneur Bull von Ca-
rolina hat mit 6 Indianischen Nationen einen
Frieden geschlossen. Dieselben haben die Ge-
schenke, so ihnen gereichet worden, sehr wohl auf-
genommen, und unserm Könige den Frieden und
eine gute Nachbarschaft versprochen. Das Ost-
indische Schiff Ilchester ist zurückgekommen, und
hat die Nachricht mitgebracht, daß die Franzosen
durch den Nabob, welcher zuvor von ihnen geschla-
gen worden, nachdem er eine Verstärkung von 3000
Mann Reuter und 10000 Mann Fußvolk bekom-
men, eine völlige Niederlage erlitten hätten, und
daß sie Gefahr liefen, ob sie Pondichery behalten
würden. Mit Briefen von Boston unterm 11 Jul.
wird berichtet, daß die Indianer zu New-Mea-
dow Grausamkeiten verübet, so den obigen
gleich sind, indem sie fünf Männer getödtet, und ih-
nen die Haut über den Kopf gezogen hätten. Un-
term 3 Julii wird von Neuschottland gemeldet, daß
der Major Latterel mit 170 Mann einen Posten der
Indianer zu Chignecto angegriffen, aber wegen der
sich bald versammlenden Menge der Feinde, so
über 400 angewachsen und mit Gewehr versehen
gewesen, auch Französische Officiere zu Anführern
gehabt, sich wieder zurückziehen müssen. Indes-
sen sind von beyden Seiten einige getödtet und
verwundet, worunter von der Gegenpartey ein

[Spaltenumbruch] getroffen worden, und ſich uͤbrigens in erwuͤnſch-
tem Geſundheitszuſtande befinden. Da die Stra-
fen der alten Geſetze dieſes Reichs wider die Rich-
ter, die ſich beſtechen laſſen, der Groͤſſe eines ſol-
chen Verbrechens nicht gemaͤß ſind; ſo hat der
Koͤnig die Verordnung gemacht, daß diejenigen,
welche von Adel ſind, auf 10 Jahre in das Reich
Angola verwieſen, die andern aber auf eine eben
ſo lange Zeit zu den Galeeren ſollen verdammet
werden, und zwar ohne Anſehung der obrigkeitli-
chen Wuͤrden, womit ſie bekleidet geweſen. Eine
Eſcadre, die aus dem Kriegsſchiffe N. D. de l’Etoile,
und den Fregatten der St. Joſeph, N. D. von Ata-
loya und den St. Francois beſtehet, iſt aus die-
ſem Haven wider die Barbariſchen Corſaren aus-
gelaufen.


Endlich haben Se. Majeſtaͤt beſchloſſen, daß
der Obriſte Yorke, als auſſerordentlicher Envoye
und bevollmaͤchtigter Miniſter, nach der Zuruͤckreiſe
des Grafen von Albemarle nach Paris, ſo in der
kuͤnftigen Woche geſchiehet, nach dem Haag abge-
hen ſoll. Der Capitain de Cosne wird wiederum
die Stelle eines Geſandtſchafts-Secretairs vertre-
ten. Der Marquis von Mirepoix laͤßt wegen
der Geburt des Herzogs von Burgund an einem
praͤchtigen Feuerwerke arbeiten, welches vor ſei-
nem Pallaſte ſoll abgebrannt werden. Man ver-
ſichert, daß die Unterhandlung zwiſchen dem hie-
ſigen und dem Dresdner Hofe auf einem guten
Fuſſe ſtehe, und daß die Subſidien jaͤhrlich 80
bis 100000 Pf. Sterl. betragen werden, wogegen
der Saͤchſiſche Hof im benoͤthigten Falle 12000
Mann ſtellen wird. Nur iſt noch auszumachen,
an welchem Orte dieſe Truppen ſollen gebrauchet
werden, und unter welchen Bedingungen Chur-
ſachſen ſeine Stimme zu der Roͤmiſchen Koͤnigs-
Wahl fuͤr den Erzherzog Joſeph hergiebt. Den
21ſten des kuͤnftigen Monats werden Se. Majeſt.
der Koͤnig, nebſt der Koͤnigl. Familie von Kenſing-
ton zu St. James eintreffen. Man ſiehet hier
Briefe von St. Jones in Newfoundland, ſo am
Bord des Schiffes des Commandeurs Rodney ge-
ſchrieben ſind, worinn man meldet, daß derſelbe
die oft erwehnte Inſel in angegebener latitudine
zwar geſucht, aber nichts gefunden habe. Andere
Nachrichten wollen, daß die Daͤnen dieſe Inſel
ſchon vor der Hand ausgefunden und mit Ein-
[Spaltenumbruch] wohnern beſetzt haͤtten. Von Hallifax in Neu-
ſchottland hat man unter dem 11 Jul. folgende
Nachricht: “Vor wenig Tagen haben die India-
„ner von der Franzoͤſiſchen Partey in der Stadt
“Dortmouth an dem Ufer, ſo uns gegen uͤber lie-
“get, ein grauſames Morden ausgeuͤbet, wo ſie
“verſchiedene von den Soldaten und Einwohnern
“der Stadt erwuͤrget und entſetzlich zugerichtet
“haben. Sie ſchonten auch der Frauensperſo-
“nen und Kinder nicht. Man fand ein kleines
“Kind bey ſeinem Vater und ſeiner Mutter ganz
“zerfetzet liegen. Die ganze Stadt war eine rechte
“Fleiſchbanke. Einigen waren die Haͤnde abge-
“hauen, andern die Baͤuche aufgeriſſen, und noch
“andern war das Gehirn ausgeſchlagen. Kurz:
“Niemals hat man eine unmenſchlichere Grau-
“ſamkeit geſehen. Es werden viele Leute ver-
“mißt, ſo daß unſer Verluſt noch nicht bekannt iſt.„
Der Capitain Goreham iſt von Neuſchottland hier
angekommen, um eine genaue Nachricht von dem
Zuſtande der Colonie vor den Lords der Planta-
tionen zu geben. Der Gouverneur Bull von Ca-
rolina hat mit 6 Indianiſchen Nationen einen
Frieden geſchloſſen. Dieſelben haben die Ge-
ſchenke, ſo ihnen gereichet worden, ſehr wohl auf-
genommen, und unſerm Koͤnige den Frieden und
eine gute Nachbarſchaft verſprochen. Das Oſt-
indiſche Schiff Ilcheſter iſt zuruͤckgekommen, und
hat die Nachricht mitgebracht, daß die Franzoſen
durch den Nabob, welcher zuvor von ihnen geſchla-
gen worden, nachdem er eine Verſtaͤrkung von 3000
Mann Reuter und 10000 Mann Fußvolk bekom-
men, eine voͤllige Niederlage erlitten haͤtten, und
daß ſie Gefahr liefen, ob ſie Pondichery behalten
wuͤrden. Mit Briefen von Boſton unterm 11 Jul.
wird berichtet, daß die Indianer zu New-Mea-
dow Grauſamkeiten veruͤbet, ſo den obigen
gleich ſind, indem ſie fuͤnf Maͤnner getoͤdtet, und ih-
nen die Haut uͤber den Kopf gezogen haͤtten. Un-
term 3 Julii wird von Neuſchottland gemeldet, daß
der Major Latterel mit 170 Mann einen Poſten der
Indianer zu Chignecto angegriffen, aber wegen der
ſich bald verſammlenden Menge der Feinde, ſo
uͤber 400 angewachſen und mit Gewehr verſehen
geweſen, auch Franzoͤſiſche Officiere zu Anfuͤhrern
gehabt, ſich wieder zuruͤckziehen muͤſſen. Indeſ-
ſen ſind von beyden Seiten einige getoͤdtet und
verwundet, worunter von der Gegenpartey ein

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="jPoliticalNews">
          <div type="jArticle">
            <p><pb facs="#f0002" n="[2]"/><cb/>
getroffen worden, und &#x017F;ich u&#x0364;brigens in erwu&#x0364;n&#x017F;ch-<lb/>
tem                   Ge&#x017F;undheitszu&#x017F;tande befinden. Da die Stra-<lb/>
fen der alten Ge&#x017F;etze die&#x017F;es Reichs                   wider die Rich-<lb/>
ter, die &#x017F;ich be&#x017F;techen la&#x017F;&#x017F;en, der Gro&#x0364;&#x017F;&#x017F;e eines                   &#x017F;ol-<lb/>
chen Verbrechens nicht gema&#x0364;ß &#x017F;ind; &#x017F;o hat der<lb/>
Ko&#x0364;nig die Verordnung                   gemacht, daß diejenigen,<lb/>
welche von Adel &#x017F;ind, auf 10 Jahre in das Reich<lb/>
Angola verwie&#x017F;en, die andern aber auf eine eben<lb/>
&#x017F;o lange Zeit zu den                   Galeeren &#x017F;ollen verdammet<lb/>
werden, und zwar ohne An&#x017F;ehung der                   obrigkeitli-<lb/>
chen Wu&#x0364;rden, womit &#x017F;ie bekleidet gewe&#x017F;en. Eine<lb/>
E&#x017F;cadre, die                   aus dem Kriegs&#x017F;chiffe N. D. de l&#x2019;Etoile,<lb/>
und den Fregatten der St. Jo&#x017F;eph, N.                   D. von Ata-<lb/>
loya und den St. Francois be&#x017F;tehet, i&#x017F;t aus die-<lb/>
&#x017F;em Haven                   wider die Barbari&#x017F;chen Cor&#x017F;aren aus-<lb/>
gelaufen.</p>
          </div><lb/>
          <div type="jArticle">
            <dateline> <hi rendition="#c">London, den 24 September.</hi> </dateline><lb/>
            <p>Endlich haben Se. Maje&#x017F;ta&#x0364;t be&#x017F;chlo&#x017F;&#x017F;en, daß<lb/>
der Obri&#x017F;te Yorke, als                   au&#x017F;&#x017F;erordentlicher Envoye<lb/>
und bevollma&#x0364;chtigter Mini&#x017F;ter, nach der                   Zuru&#x0364;ckrei&#x017F;e<lb/>
des Grafen von Albemarle nach Paris, &#x017F;o in der<lb/>
ku&#x0364;nftigen                   Woche ge&#x017F;chiehet, nach dem Haag abge-<lb/>
hen &#x017F;oll. Der Capitain de Cosne wird                   wiederum<lb/>
die Stelle eines Ge&#x017F;andt&#x017F;chafts-Secretairs vertre-<lb/>
ten. Der                   Marquis von Mirepoix la&#x0364;ßt wegen<lb/>
der Geburt des Herzogs von Burgund an einem<lb/>
pra&#x0364;chtigen Feuerwerke arbeiten, welches vor &#x017F;ei-<lb/>
nem Palla&#x017F;te &#x017F;oll                   abgebrannt werden. Man ver-<lb/>
&#x017F;ichert, daß die Unterhandlung zwi&#x017F;chen dem                   hie-<lb/>
&#x017F;igen und dem Dresdner Hofe auf einem guten<lb/>
Fu&#x017F;&#x017F;e &#x017F;tehe, und daß die                   Sub&#x017F;idien ja&#x0364;hrlich 80<lb/>
bis 100000 Pf. Sterl. betragen werden, wogegen<lb/>
der Sa&#x0364;ch&#x017F;i&#x017F;che Hof im beno&#x0364;thigten Falle 12000<lb/>
Mann &#x017F;tellen wird. Nur                   i&#x017F;t noch auszumachen,<lb/>
an welchem Orte die&#x017F;e Truppen &#x017F;ollen gebrauchet<lb/>
werden, und unter welchen Bedingungen Chur-<lb/>
&#x017F;ach&#x017F;en &#x017F;eine Stimme zu der                   Ro&#x0364;mi&#x017F;chen Ko&#x0364;nigs-<lb/>
Wahl fu&#x0364;r den Erzherzog Jo&#x017F;eph hergiebt. Den<lb/>
21&#x017F;ten                   des ku&#x0364;nftigen Monats werden Se. Maje&#x017F;t.<lb/>
der Ko&#x0364;nig, neb&#x017F;t der Ko&#x0364;nigl.                   Familie von Ken&#x017F;ing-<lb/>
ton zu St. James eintreffen. Man &#x017F;iehet hier<lb/>
Briefe                   von St. Jones in Newfoundland, &#x017F;o am<lb/>
Bord des Schiffes des Commandeurs Rodney                   ge-<lb/>
&#x017F;chrieben &#x017F;ind, worinn man meldet, daß der&#x017F;elbe<lb/>
die oft erwehnte                   In&#x017F;el in angegebener <hi rendition="#aq">latitudine</hi><lb/>
zwar ge&#x017F;ucht, aber nichts gefunden habe. Andere<lb/>
Nachrichten wollen, daß                   die Da&#x0364;nen die&#x017F;e In&#x017F;el<lb/>
&#x017F;chon vor der Hand ausgefunden und mit Ein-<lb/><cb/>
wohnern be&#x017F;etzt ha&#x0364;tten. Von Hallifax in Neu-<lb/>
&#x017F;chottland hat man                   unter dem 11 Jul. folgende<lb/>
Nachricht: &#x201C;Vor wenig Tagen haben die                   India-<lb/>
&#x201E;ner von der Franzo&#x0364;&#x017F;i&#x017F;chen Partey in der Stadt<lb/>
&#x201C;Dortmouth an dem                   Ufer, &#x017F;o uns gegen u&#x0364;ber lie-<lb/>
&#x201C;get, ein grau&#x017F;ames Morden ausgeu&#x0364;bet, wo &#x017F;ie<lb/>
&#x201C;ver&#x017F;chiedene von den Soldaten und Einwohnern<lb/>
&#x201C;der Stadt erwu&#x0364;rget und                   ent&#x017F;etzlich zugerichtet<lb/>
&#x201C;haben. Sie &#x017F;chonten auch der Frauensper&#x017F;o-<lb/>
&#x201C;nen                   und Kinder nicht. Man fand ein kleines<lb/>
&#x201C;Kind bey &#x017F;einem Vater und &#x017F;einer                   Mutter ganz<lb/>
&#x201C;zerfetzet liegen. Die ganze Stadt war eine rechte<lb/>
&#x201C;Flei&#x017F;chbanke. Einigen waren die Ha&#x0364;nde abge-<lb/>
&#x201C;hauen, andern die Ba&#x0364;uche                   aufgeri&#x017F;&#x017F;en, und noch<lb/>
&#x201C;andern war das Gehirn ausge&#x017F;chlagen. Kurz:<lb/>
&#x201C;Niemals hat man eine unmen&#x017F;chlichere Grau-<lb/>
&#x201C;&#x017F;amkeit ge&#x017F;ehen. Es werden                   viele Leute ver-<lb/>
&#x201C;mißt, &#x017F;o daß un&#x017F;er Verlu&#x017F;t noch nicht bekannt i&#x017F;t.&#x201E;<lb/>
Der                   Capitain Goreham i&#x017F;t von Neu&#x017F;chottland hier<lb/>
angekommen, um eine genaue                   Nachricht von dem<lb/>
Zu&#x017F;tande der Colonie vor den Lords der Planta-<lb/>
tionen                   zu geben. Der Gouverneur Bull von Ca-<lb/>
rolina hat mit 6 Indiani&#x017F;chen Nationen                   einen<lb/>
Frieden ge&#x017F;chlo&#x017F;&#x017F;en. Die&#x017F;elben haben die Ge-<lb/>
&#x017F;chenke, &#x017F;o ihnen                   gereichet worden, &#x017F;ehr wohl auf-<lb/>
genommen, und un&#x017F;erm Ko&#x0364;nige den Frieden und<lb/>
eine gute Nachbar&#x017F;chaft ver&#x017F;prochen. Das O&#x017F;t-<lb/>
indi&#x017F;che Schiff Ilche&#x017F;ter                   i&#x017F;t zuru&#x0364;ckgekommen, und<lb/>
hat die Nachricht mitgebracht, daß die Franzo&#x017F;en<lb/>
durch den Nabob, welcher zuvor von ihnen ge&#x017F;chla-<lb/>
gen worden, nachdem er                   eine Ver&#x017F;ta&#x0364;rkung von 3000<lb/>
Mann Reuter und 10000 Mann Fußvolk bekom-<lb/>
men,                   eine vo&#x0364;llige Niederlage erlitten ha&#x0364;tten, und<lb/>
daß &#x017F;ie Gefahr liefen, ob &#x017F;ie                   Pondichery behalten<lb/>
wu&#x0364;rden. Mit Briefen von Bo&#x017F;ton unterm 11 Jul.<lb/>
wird                   berichtet, daß die Indianer zu New-Mea-<lb/>
dow Grau&#x017F;amkeiten veru&#x0364;bet, &#x017F;o den                   obigen<lb/>
gleich &#x017F;ind, indem &#x017F;ie fu&#x0364;nf Ma&#x0364;nner geto&#x0364;dtet, und ih-<lb/>
nen die                   Haut u&#x0364;ber den Kopf gezogen ha&#x0364;tten. Un-<lb/>
term 3 Julii wird von Neu&#x017F;chottland                   gemeldet, daß<lb/>
der Major Latterel mit 170 Mann einen Po&#x017F;ten der<lb/>
Indianer                   zu Chignecto angegriffen, aber wegen der<lb/>
&#x017F;ich bald ver&#x017F;ammlenden Menge der                   Feinde, &#x017F;o<lb/>
u&#x0364;ber 400 angewach&#x017F;en und mit Gewehr ver&#x017F;ehen<lb/>
gewe&#x017F;en, auch                   Franzo&#x0364;&#x017F;i&#x017F;che Officiere zu Anfu&#x0364;hrern<lb/>
gehabt, &#x017F;ich wieder zuru&#x0364;ckziehen                   mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en. Inde&#x017F;-<lb/>
&#x017F;en &#x017F;ind von beyden                   <choice><sic>Seieen</sic><corr>Seiten</corr></choice>                   einige geto&#x0364;dtet und<lb/>
verwundet, worunter von der Gegenpartey ein<lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[2]/0002] getroffen worden, und ſich uͤbrigens in erwuͤnſch- tem Geſundheitszuſtande befinden. Da die Stra- fen der alten Geſetze dieſes Reichs wider die Rich- ter, die ſich beſtechen laſſen, der Groͤſſe eines ſol- chen Verbrechens nicht gemaͤß ſind; ſo hat der Koͤnig die Verordnung gemacht, daß diejenigen, welche von Adel ſind, auf 10 Jahre in das Reich Angola verwieſen, die andern aber auf eine eben ſo lange Zeit zu den Galeeren ſollen verdammet werden, und zwar ohne Anſehung der obrigkeitli- chen Wuͤrden, womit ſie bekleidet geweſen. Eine Eſcadre, die aus dem Kriegsſchiffe N. D. de l’Etoile, und den Fregatten der St. Joſeph, N. D. von Ata- loya und den St. Francois beſtehet, iſt aus die- ſem Haven wider die Barbariſchen Corſaren aus- gelaufen. London, den 24 September. Endlich haben Se. Majeſtaͤt beſchloſſen, daß der Obriſte Yorke, als auſſerordentlicher Envoye und bevollmaͤchtigter Miniſter, nach der Zuruͤckreiſe des Grafen von Albemarle nach Paris, ſo in der kuͤnftigen Woche geſchiehet, nach dem Haag abge- hen ſoll. Der Capitain de Cosne wird wiederum die Stelle eines Geſandtſchafts-Secretairs vertre- ten. Der Marquis von Mirepoix laͤßt wegen der Geburt des Herzogs von Burgund an einem praͤchtigen Feuerwerke arbeiten, welches vor ſei- nem Pallaſte ſoll abgebrannt werden. Man ver- ſichert, daß die Unterhandlung zwiſchen dem hie- ſigen und dem Dresdner Hofe auf einem guten Fuſſe ſtehe, und daß die Subſidien jaͤhrlich 80 bis 100000 Pf. Sterl. betragen werden, wogegen der Saͤchſiſche Hof im benoͤthigten Falle 12000 Mann ſtellen wird. Nur iſt noch auszumachen, an welchem Orte dieſe Truppen ſollen gebrauchet werden, und unter welchen Bedingungen Chur- ſachſen ſeine Stimme zu der Roͤmiſchen Koͤnigs- Wahl fuͤr den Erzherzog Joſeph hergiebt. Den 21ſten des kuͤnftigen Monats werden Se. Majeſt. der Koͤnig, nebſt der Koͤnigl. Familie von Kenſing- ton zu St. James eintreffen. Man ſiehet hier Briefe von St. Jones in Newfoundland, ſo am Bord des Schiffes des Commandeurs Rodney ge- ſchrieben ſind, worinn man meldet, daß derſelbe die oft erwehnte Inſel in angegebener latitudine zwar geſucht, aber nichts gefunden habe. Andere Nachrichten wollen, daß die Daͤnen dieſe Inſel ſchon vor der Hand ausgefunden und mit Ein- wohnern beſetzt haͤtten. Von Hallifax in Neu- ſchottland hat man unter dem 11 Jul. folgende Nachricht: “Vor wenig Tagen haben die India- „ner von der Franzoͤſiſchen Partey in der Stadt “Dortmouth an dem Ufer, ſo uns gegen uͤber lie- “get, ein grauſames Morden ausgeuͤbet, wo ſie “verſchiedene von den Soldaten und Einwohnern “der Stadt erwuͤrget und entſetzlich zugerichtet “haben. Sie ſchonten auch der Frauensperſo- “nen und Kinder nicht. Man fand ein kleines “Kind bey ſeinem Vater und ſeiner Mutter ganz “zerfetzet liegen. Die ganze Stadt war eine rechte “Fleiſchbanke. Einigen waren die Haͤnde abge- “hauen, andern die Baͤuche aufgeriſſen, und noch “andern war das Gehirn ausgeſchlagen. Kurz: “Niemals hat man eine unmenſchlichere Grau- “ſamkeit geſehen. Es werden viele Leute ver- “mißt, ſo daß unſer Verluſt noch nicht bekannt iſt.„ Der Capitain Goreham iſt von Neuſchottland hier angekommen, um eine genaue Nachricht von dem Zuſtande der Colonie vor den Lords der Planta- tionen zu geben. Der Gouverneur Bull von Ca- rolina hat mit 6 Indianiſchen Nationen einen Frieden geſchloſſen. Dieſelben haben die Ge- ſchenke, ſo ihnen gereichet worden, ſehr wohl auf- genommen, und unſerm Koͤnige den Frieden und eine gute Nachbarſchaft verſprochen. Das Oſt- indiſche Schiff Ilcheſter iſt zuruͤckgekommen, und hat die Nachricht mitgebracht, daß die Franzoſen durch den Nabob, welcher zuvor von ihnen geſchla- gen worden, nachdem er eine Verſtaͤrkung von 3000 Mann Reuter und 10000 Mann Fußvolk bekom- men, eine voͤllige Niederlage erlitten haͤtten, und daß ſie Gefahr liefen, ob ſie Pondichery behalten wuͤrden. Mit Briefen von Boſton unterm 11 Jul. wird berichtet, daß die Indianer zu New-Mea- dow Grauſamkeiten veruͤbet, ſo den obigen gleich ſind, indem ſie fuͤnf Maͤnner getoͤdtet, und ih- nen die Haut uͤber den Kopf gezogen haͤtten. Un- term 3 Julii wird von Neuſchottland gemeldet, daß der Major Latterel mit 170 Mann einen Poſten der Indianer zu Chignecto angegriffen, aber wegen der ſich bald verſammlenden Menge der Feinde, ſo uͤber 400 angewachſen und mit Gewehr verſehen geweſen, auch Franzoͤſiſche Officiere zu Anfuͤhrern gehabt, ſich wieder zuruͤckziehen muͤſſen. Indeſ- ſen ſind von beyden Seiten einige getoͤdtet und verwundet, worunter von der Gegenpartey ein

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Britt-Marie Schuster, Manuel Wille, Arnika Lutz, Fabienne Wollny: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-07T10:32:49Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.

Weitere Informationen:

Die Transkription erfolgte nach den unter http://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat formulierten Richtlinien.

Verfahren der Texterfassung: manuell (einfach erfasst).

Bogensignaturen: keine Angabe; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: wie Vorlage; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): wie Vorlage; i/j in Fraktur: wie Vorlage; I/J in Fraktur: Lautwert transkribiert; Kolumnentitel: keine Angabe; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): wie Vorlage; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (&#xa75b;): wie Vorlage; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: wie Vorlage; u/v bzw. U/V: Lautwert transkribiert; Vokale mit übergest. e: wie Vorlage; Vollständigkeit: vollständig erfasst; Zeichensetzung: wie Vorlage; Zeilenumbrüche markiert: ja;




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/hc_1590610_1751
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/hc_1590610_1751/2
Zitationshilfe: Stats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 159, Hamburg, 6. Oktober 1751, S. [2]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hc_1590610_1751/2>, abgerufen am 21.04.2021.