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Staats/ und Gelehrte Zeitung des Hollsteinischen Correspondenten. Nr. 31, Hamburg, 12. August 1721.

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Num. 31
Verfolg der Hollsteinischen Zeitung/

Am Dienstage / den 12. August. 1721.


[Beginn Spaltensatz]
JOURNAL
Des Herrn General-Lieutenants
LESSY,
Welches Er über seiner Expedition an den Schwe-
dischen Küsten vom 16. May a. c. bis zum Waf-
fen-Stillstande gehalten.

DEn 16. May gingen wir auf Jh. Czaarischen
Majest. hohen Ordre mit denen Galeeren, so
mit 5000. Mann regulairer Milice und 370. Co-
sacken besetzet waren, von Aland nach Gevel zu,
und da wir noch selbiges Tages um 9. Uhr des A-
bends von der Gegend Husfeln absegelten, so ka-
men wir Tages darauf, als den 17. May um 11.
Uhr in der Nacht, in der Gegend Escrün an, welcher
Ort ohngefehr 1. Meile oberhalb denen Batterien
von Gevel gelegen ist, allwo wir zu Ancker gingen,
und die zurück gebliebene Galeeren erwarteten, da
wir bereits 26. Meilen über die See zurück geleget
hatten; in welchem Cours wir 3. grosser Fahrzeuge
mit drey Masten, welche aber nur Kauffarthey-
Schiffe waren, die nach Stockholm gingen, ansich-
tig wurden. Wie wir aber von dannen zu Segel
gegangen, und Gevel passireten, schossen die Fein-
de von denen Batterien mit 2. Canons auf unsere
Galeeren, und zündeten die am Strande gesetzte
Backen an.

Den 18. May avancirten wir von 1. Uhr nach
Mitternacht an bis 9. Uhr Morgens auf 6 Mei-
len von dannen, bis an die Gegend Hoßholmer,
alwo wir 2. Bauren antraffen, darauf setzten wir
die Cosacken mit ihrem Commandeur nebst 1000.
Mann Jnfanterie an Land, es wurden aber nur
die Cosacken allein auscommandiret, welche 21/2.
Meil von Gevel das Kirchspiel Hamarun ruiniret
und eingeäschert haben, und brachten auch noch
gefangen mit sich 1 Capitain, 1 Feldwebel, 1 Com-
pagnie-Schreiber, 1 Corporal, 1 Priester und 3.
Bauren.

Den 19. May gingen wir um 1. Uhr nach Mit-
tage weiter fort, und kamen um 3. Uhr 1. Meile
von dannen bis gegen Kahlweger, allwo wir zwey
Schouten mit Fischen und Saltz geladen wegnah-
men, deren eine von Nordboden nacher Gevel, die
andere aber von Gevel nach Nordboden segeln
wolte, imgleichen wurde noch eine andere Schou-
[Spaltenumbruch] te in der See, welche aber nur mit Holtz beladen,
weggenommen.

Den 20. May gingen wir um 1. Uhr nach Mit-
ternacht wiederum zu Segel, und um 6. Uhr Mor-
gens erreichten wir die Gegend von Lüssinabrück,
ist 3. Meil von obgedachten Kahlweger, und daselbst
satzte man abermahls eine Parthey Cosacken an
Land, um alles was sie an Dörsfern, Höfen und
Gebäuden auf eine Schwedische Meile weit vom
Strande vor sich fünden, theils zu ruiniren, theils
zu verbrennen, zu derer Sicherheit debarquirte
man gleichfals 2040. Mann regulaire Soldaten;
als sich aber die Galeeren in etwas vom Lande ab-
zogen, kam eine Parthey Feindl. Dragouner an-
gerennet, so bald man aber einige Canon-Schüsse
von denen Galeeren auf selbige getahn, kehreten
sie wieder spohrenstrichs um, ausser einem, der sich
freywillig denen Unsrigen ergab. Darauf setzten
wir um 5. Uhr nach Mittage den Cours weiter fort.

Den 21. May um 2. Uhr nach Mitternacht ge-
langeten wir 3. Meilen von dannen bey einem Fle-
cken Suderhalm an, allwo die Einwohner selbiges
Orts, da sie die Herannäherung unserer Galeeren
gewahr wurden, denselben verliessen, nebst Hinter-
lassung 2. Batterien und 7. Canons, und davon
lieffen; da dann gedachter Flecken, zusamt einer
Gewehr-Manufactur, und was sonsten an Schif-
fen und anderen Fahrzeugen im Hafen sich befan-
de, total ruiniret und verbrant worden. Uberdas
commandirte man auch eine Parthey Cosacken
weiter ins Land, welche über 2. Meilweges alles
kahl machten. Um 10. Uhr folgenden Morgens,
war der 22. May, gingen wir von dar ab, und ü-
bersegelten bis gegen 8 Uhr Abends 6. Meilen,
und setzten daselbst bey Brukam Longuin eine Par-
they Cosacken aus, um auf eine Meilweges im
Lande herum alles zu ruiniren und zu verbrennen.

Den folgenden 23. May Morgens um 3. Uhr
verliessen wir diese Gegend, und waren selbigen
Morgen um 8. Uhr 2. Meilen avanciret bis Wa-
tisse,
von wannen wir, ohne uns lange aufzuhal-
ten, um 4. Uhr nach Mittage wieder abgingen, und
bis in die Nacht um 10 Uhr 3. Meilen von Watisse
bey dem Flecken Hudwikswall ankamen. Bey Her-
annäherung wurde man von denen Galeeren eini-

Num. 31
Verfolg der Hollſteiniſchen Zeitung/

Am Dienſtage / den 12. Auguſt. 1721.


[Beginn Spaltensatz]
JOURNAL
Des Herrn General-Lieutenants
LESSY,
Welches Er uͤber ſeiner Expedition an den Schwe-
diſchen Kuͤſten vom 16. May a. c. bis zum Waf-
fen-Stillſtande gehalten.

DEn 16. May gingen wir auf Jh. Czaariſchen
Majeſt. hohen Ordre mit denen Galeeren, ſo
mit 5000. Mann regulairer Milice und 370. Co-
ſacken beſetzet waren, von Aland nach Gevel zu,
und da wir noch ſelbiges Tages um 9. Uhr des A-
bends von der Gegend Husfeln abſegelten, ſo ka-
men wir Tages darauf, als den 17. May um 11.
Uhr in der Nacht, in der Gegend Escrn an, welcher
Ort ohngefehr 1. Meile oberhalb denen Batterien
von Gevel gelegen iſt, allwo wir zu Ancker gingen,
und die zuruͤck gebliebene Galeeren erwarteten, da
wir bereits 26. Meilen uͤber die See zuruͤck geleget
hatten; in welchem Cours wir 3. groſſer Fahrzeuge
mit drey Maſten, welche aber nur Kauffarthey-
Schiffe waren, die nach Stockholm gingen, anſich-
tig wurden. Wie wir aber von dannen zu Segel
gegangen, und Gevel pasſireten, ſchoſſen die Fein-
de von denen Batterien mit 2. Canons auf unſere
Galeeren, und zuͤndeten die am Strande geſetzte
Backen an.

Den 18. May avancirten wir von 1. Uhr nach
Mitternacht an bis 9. Uhr Morgens auf 6 Mei-
len von dannen, bis an die Gegend Hoßholmer,
alwo wir 2. Bauren antraffen, darauf ſetzten wir
die Coſacken mit ihrem Commandeur nebſt 1000.
Mann Jnfanterie an Land, es wurden aber nur
die Coſacken allein auscommandiret, welche 2½.
Meil von Gevel das Kirchſpiel Hamarun ruiniret
und eingeaͤſchert haben, und brachten auch noch
gefangen mit ſich 1 Capitain, 1 Feldwebel, 1 Com-
pagnie-Schreiber, 1 Corporal, 1 Prieſter und 3.
Bauren.

Den 19. May gingen wir um 1. Uhr nach Mit-
tage weiter fort, und kamen um 3. Uhr 1. Meile
von dannen bis gegen Kahlweger, allwo wir zwey
Schouten mit Fiſchen und Saltz geladen wegnah-
men, deren eine von Nordboden nacher Gevel, die
andere aber von Gevel nach Nordboden ſegeln
wolte, imgleichen wurde noch eine andere Schou-
[Spaltenumbruch] te in der See, welche aber nur mit Holtz beladen,
weggenommen.

Den 20. May gingen wir um 1. Uhr nach Mit-
ternacht wiederum zu Segel, und um 6. Uhr Mor-
gens erreichten wir die Gegend von Lsſinabrck,
iſt 3. Meil von obgedachtẽ Kahlweger, und daſelbſt
ſatzte man abermahls eine Parthey Coſacken an
Land, um alles was ſie an Doͤrſfern, Hoͤfen und
Gebaͤuden auf eine Schwediſche Meile weit vom
Strande vor ſich fuͤnden, theils zu ruiniren, theils
zu verbrennen, zu derer Sicherheit debarquirte
man gleichfals 2040. Mann regulaire Soldaten;
als ſich aber die Galeeren in etwas vom Lande ab-
zogen, kam eine Parthey Feindl. Dragouner an-
gerennet, ſo bald man aber einige Canon-Schuͤſſe
von denen Galeeren auf ſelbige getahn, kehreten
ſie wieder ſpohrenſtrichs um, auſſer einem, der ſich
freywillig denen Unſrigen ergab. Darauf ſetzten
wir um 5. Uhr nach Mittage den Cours weiter fort.

Den 21. May um 2. Uhr nach Mitternacht ge-
langeten wir 3. Meilen von dannen bey einem Fle-
cken Suderhalm an, allwo die Einwohner ſelbiges
Orts, da ſie die Herannaͤherung unſerer Galeeren
gewahr wurden, denſelben verlieſſen, nebſt Hinter-
laſſung 2. Batterien und 7. Canons, und davon
lieffen; da dann gedachter Flecken, zuſamt einer
Gewehr-Manufactur, und was ſonſten an Schif-
fen und anderen Fahrzeugen im Hafen ſich befan-
de, total ruiniret und verbrant worden. Uberdas
commandirte man auch eine Parthey Coſacken
weiter ins Land, welche uͤber 2. Meilweges alles
kahl machten. Um 10. Uhr folgenden Morgens,
war der 22. May, gingen wir von dar ab, und uͤ-
berſegelten bis gegen 8 Uhr Abends 6. Meilen,
und ſetzten daſelbſt bey Brukam Longuin eine Par-
they Coſacken aus, um auf eine Meilweges im
Lande herum alles zu ruiniren und zu verbrennen.

Den folgenden 23. May Morgens um 3. Uhr
verlieſſen wir dieſe Gegend, und waren ſelbigen
Morgen um 8. Uhr 2. Meilen avanciret bis Wa-
tiſſe,
von wannen wir, ohne uns lange aufzuhal-
ten, um 4. Uhr nach Mittage wieder abgingen, und
bis in die Nacht um 10 Uhr 3. Meilen von Watiſſe
bey dem Flecken Hudwikswall ankamen. Bey Her-
annaͤherung wurde man von denen Galeeren eini-

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[[5]/0005] Num. 31 Verfolg der Hollſteiniſchen Zeitung/ Am Dienſtage / den 12. Auguſt. 1721. JOURNAL Des Herrn General-Lieutenants LESSY, Welches Er uͤber ſeiner Expedition an den Schwe- diſchen Kuͤſten vom 16. May a. c. bis zum Waf- fen-Stillſtande gehalten. DEn 16. May gingen wir auf Jh. Czaariſchen Majeſt. hohen Ordre mit denen Galeeren, ſo mit 5000. Mann regulairer Milice und 370. Co- ſacken beſetzet waren, von Aland nach Gevel zu, und da wir noch ſelbiges Tages um 9. Uhr des A- bends von der Gegend Husfeln abſegelten, ſo ka- men wir Tages darauf, als den 17. May um 11. Uhr in der Nacht, in der Gegend Escruͤn an, welcher Ort ohngefehr 1. Meile oberhalb denen Batterien von Gevel gelegen iſt, allwo wir zu Ancker gingen, und die zuruͤck gebliebene Galeeren erwarteten, da wir bereits 26. Meilen uͤber die See zuruͤck geleget hatten; in welchem Cours wir 3. groſſer Fahrzeuge mit drey Maſten, welche aber nur Kauffarthey- Schiffe waren, die nach Stockholm gingen, anſich- tig wurden. Wie wir aber von dannen zu Segel gegangen, und Gevel pasſireten, ſchoſſen die Fein- de von denen Batterien mit 2. Canons auf unſere Galeeren, und zuͤndeten die am Strande geſetzte Backen an. Den 18. May avancirten wir von 1. Uhr nach Mitternacht an bis 9. Uhr Morgens auf 6 Mei- len von dannen, bis an die Gegend Hoßholmer, alwo wir 2. Bauren antraffen, darauf ſetzten wir die Coſacken mit ihrem Commandeur nebſt 1000. Mann Jnfanterie an Land, es wurden aber nur die Coſacken allein auscommandiret, welche 2½. Meil von Gevel das Kirchſpiel Hamarun ruiniret und eingeaͤſchert haben, und brachten auch noch gefangen mit ſich 1 Capitain, 1 Feldwebel, 1 Com- pagnie-Schreiber, 1 Corporal, 1 Prieſter und 3. Bauren. Den 19. May gingen wir um 1. Uhr nach Mit- tage weiter fort, und kamen um 3. Uhr 1. Meile von dannen bis gegen Kahlweger, allwo wir zwey Schouten mit Fiſchen und Saltz geladen wegnah- men, deren eine von Nordboden nacher Gevel, die andere aber von Gevel nach Nordboden ſegeln wolte, imgleichen wurde noch eine andere Schou- te in der See, welche aber nur mit Holtz beladen, weggenommen. Den 20. May gingen wir um 1. Uhr nach Mit- ternacht wiederum zu Segel, und um 6. Uhr Mor- gens erreichten wir die Gegend von Luͤsſinabruͤck, iſt 3. Meil von obgedachtẽ Kahlweger, und daſelbſt ſatzte man abermahls eine Parthey Coſacken an Land, um alles was ſie an Doͤrſfern, Hoͤfen und Gebaͤuden auf eine Schwediſche Meile weit vom Strande vor ſich fuͤnden, theils zu ruiniren, theils zu verbrennen, zu derer Sicherheit debarquirte man gleichfals 2040. Mann regulaire Soldaten; als ſich aber die Galeeren in etwas vom Lande ab- zogen, kam eine Parthey Feindl. Dragouner an- gerennet, ſo bald man aber einige Canon-Schuͤſſe von denen Galeeren auf ſelbige getahn, kehreten ſie wieder ſpohrenſtrichs um, auſſer einem, der ſich freywillig denen Unſrigen ergab. Darauf ſetzten wir um 5. Uhr nach Mittage den Cours weiter fort. Den 21. May um 2. Uhr nach Mitternacht ge- langeten wir 3. Meilen von dannen bey einem Fle- cken Suderhalm an, allwo die Einwohner ſelbiges Orts, da ſie die Herannaͤherung unſerer Galeeren gewahr wurden, denſelben verlieſſen, nebſt Hinter- laſſung 2. Batterien und 7. Canons, und davon lieffen; da dann gedachter Flecken, zuſamt einer Gewehr-Manufactur, und was ſonſten an Schif- fen und anderen Fahrzeugen im Hafen ſich befan- de, total ruiniret und verbrant worden. Uberdas commandirte man auch eine Parthey Coſacken weiter ins Land, welche uͤber 2. Meilweges alles kahl machten. Um 10. Uhr folgenden Morgens, war der 22. May, gingen wir von dar ab, und uͤ- berſegelten bis gegen 8 Uhr Abends 6. Meilen, und ſetzten daſelbſt bey Brukam Longuin eine Par- they Coſacken aus, um auf eine Meilweges im Lande herum alles zu ruiniren und zu verbrennen. Den folgenden 23. May Morgens um 3. Uhr verlieſſen wir dieſe Gegend, und waren ſelbigen Morgen um 8. Uhr 2. Meilen avanciret bis Wa- tiſſe, von wannen wir, ohne uns lange aufzuhal- ten, um 4. Uhr nach Mittage wieder abgingen, und bis in die Nacht um 10 Uhr 3. Meilen von Watiſſe bey dem Flecken Hudwikswall ankamen. Bey Her- annaͤherung wurde man von denen Galeeren eini-

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Zitationshilfe: Staats/ und Gelehrte Zeitung des Hollsteinischen Correspondenten. Nr. 31, Hamburg, 12. August 1721, S. [5]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hc_311208_1721/5>, abgerufen am 25.02.2021.