Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Staats/ und Gelehrte Zeitung des Hollsteinischen Correspondenten. Nr. 31, Hamburg, 12. August 1721.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] gende Dörffer und Höfe über 3. Meilen im Lan-
de total ruiniret und verbrant worden. Und ob
ich zwar Ordre gestellet hatte, daß die Kirchen vom
Brande verschonet bleiben solten, auch zu dem E[n]-
de 20. Höfe von der Kirchen ab, zu conserviren
befohlen, so nahm dennoch bey dem damahligen
starcken Sturm das Feuer überhand, und kon-
ten selbige Kirchen ohnmöglich gerettet werden.

Den 31. May um 6. Uhr Nachmittage gingen
wir wieder ab, und weil der Wind contrair war,
kunten wir biß andern Tages um 10. Uhr Vormit-
tage nicht mehr als 1. Meile vorwerts kommen,
biß in der Gegend Himsund, Nachmittags aber
um 4. Uhr kamen wir nach Angermaland, allwo
die Cosacken über die 3. biß 4. Meilen ins Land
commandiret wurden, dem Feinde allen möglichen
Schaden und Abbruch zu tuhn.

Den 1. Juny um 2. Uhr Nachmittage gingen
wir wieder ab, und kamen Abends um 6. Uhr bey
Loewiksholm an.

Den 2. dito gingen wir um 2. Uhr Nachmittags
von dannen wieder zu Seegel, und erreicheten um
2. Uhr nach Mitternacht die Gegend Kumerswik,
ist von dem vorgen Platz ohngefehr 8. Meilen, all-
wo die Casacken über 4. Meilen im Lande herum
gestreifft und unsäglich Schaden getahn. Gin-
gen also den 3. dito um 10. Uhr in der Nacht wie-
derum ab, und gelangten den 4. dito morgens um
9. Uhr in der Gegend Stakhinem an, ist 6. Mei-
len von obgedachten Kumerswik, alwo die Cosa-
cken abermahls über 21/2 Meile im Lande herum
ihrer Ordre gemäß hausirten.

Den 5. dito avancirten wir von 12. Mittags biß
8. Uhr Abends 6. Meilen, biß an die Gegend Grun-
sand,
2. Uhr Mitternacht aber gingen wir weiter,
und avancirten

Den 6. dito biß 11. Uhr gegen Mittage 5. Mei-
len biß in die Gegend Narmalin, allwo die Cosacken
über 3. Meilen im Lande herum alles ruiniret und
verbrant haben. Jn gedachtem Narmalin traffen
sie eine Wache an, so von Uma dahin commandiret,
selbige bestunde in 40. Mann Reutern, unter Com-
mando eines Rittmeisters, welche aber gleich auf
Herannäherung der Cosacken solchen Platz verlies-
sen, nichts desto weniger wurde bey einer Uberfahrt
ein Reuter von denen Cosacken ertappet.

Den 7. gingen wir um 1. Uhr nach Mitternacht
wieder ab, und kamen um 11. Uhr Mittags, nach-
dem wir 4. Meilen passiret waren, an eine Jnsul,
derer Nahmen man nicht erfragen kunte, welche
wir aber um 3. Uhr Nachmittage wieder verliessen,
und um 11. Uhr in der Nacht 2. Meilen von der-
[Spaltenumbruch] selben in dem so genanten Proram von Uma an-
ländeten.

Den 8. dito gingen wir um 6. Uhr Morgens
von dannen 3. Meilen biß in die Münde des Flus-
ses so von Uma komt, und drey viertel Meile von
der Stadt in die See fällt, und von dem vorigen
Orte 11/2 Meil entlegen ist; daselbst zeigete sich eini-
ge Feindliche Cavallerie wie auch Jnfanterie, wel-
che letztern sich verschantzet und mit Spanischen
Reutern versehen hatten; so bald uns aber der
Feind erblickete, verließ er Schantze und alles,
und retirirte sich hinter eine Defilee. Darauf wur-
den die Cosacken als auch einige Jnfanterie dahin
commandiret, welche letzteren aber der Feind nicht
erwartete, sondern sich bey Zeiten davon machte.
Die Cosacken nahmen jedennoch im Nachjagen 4.
Mann gefangen, und erbeuteten imgleichen etli-
che von dessen Bagage-Wagens.

Den 10. Juny segelten wir um 2. Uhr Morgens
von dem bey Uma in die See fallenden Strohm
ab, und kamen, nachdem wir 11/2 Meile zurück ge-
leget, Abends um 10. Uhr in der Gegend Lifund
an, allwo wir wegen contrairen Windes liegen ge-
blieben.

Den 11. dito Abends um 9 Uhr gingen wir wie-
der von dannen ab, und nachdem wir 20. Meilen
übergesegelt hatten, kamen wir den 12ten um 1.
Uhr nach Mitternacht in die Gegend Pkagrunt.
Noch denselben Morgen um 5. Uhr verliessen wir
gedachte Gegend; weilen aber einige Galeeren
ziemlich zurück geblieben, gingen wir, ohne an
Land zu legen, in die See zu anckern, und wie jene
nachgekommen setzten wir um 6. Uhr nach Mitta-
ge von dannen unsern Cours weiter fort, und oh-
ne uns irgendwo aufzuhalten continuirten wir
solchen Cours bis den 13. dito um 1. Uhr nach
Mitternacht, da wir dann, um das rechte Fahr-
Wasser zu suchen, Ancker wurffen; wie viel Mei-
len wir aber von Pkagrunt gesegelt, wusten die
Loths-Leute nicht zu sagen, nur daß es noch drey
Meilen bis Pity wäre. Darauf gingen wir wie-
der zu Segel, und kamen um 9. Uhr Abends in der
Gegend Uspele an, welches nur 3 Viertel Weges
von Pity lieget, allwo wir uns in der Enge eines
Flusses zu Ancker legten. Allhier hatten die Fein-
de eine Schantze aufgeworffen, und lagen über
dem Revier einige grosse mit eisernen Bändern zu-
sammen gebundene Balcken. So bald wir nun
daselbst ankamen, gaben die Feinde in gemeldter
Schantze aus 2. Canons auf unsere Galeeren
Feur, gegen welche einige Galeeren, worauf die
Pferde stunden, wie auch einige mit Kriegs-Volck

[Spaltenumbruch] gende Doͤrffer und Hoͤfe uͤber 3. Meilen im Lan-
de total ruiniret und verbrant worden. Und ob
ich zwar Ordre geſtellet hatte, daß die Kirchen vom
Brande verſchonet bleiben ſolten, auch zu dem E[n]-
de 20. Hoͤfe von der Kirchen ab, zu conſerviren
befohlen, ſo nahm dennoch bey dem damahligen
ſtarcken Sturm das Feuer uͤberhand, und kon-
ten ſelbige Kirchen ohnmoͤglich gerettet werden.

Den 31. May um 6. Uhr Nachmittage gingen
wir wieder ab, und weil der Wind contrair war,
kunten wir biß andern Tages um 10. Uhr Vormit-
tage nicht mehr als 1. Meile vorwerts kommen,
biß in der Gegend Himſund, Nachmittags aber
um 4. Uhr kamen wir nach Angermaland, allwo
die Coſacken uͤber die 3. biß 4. Meilen ins Land
com̃andiret wurden, dem Feinde allen moͤglichen
Schaden und Abbruch zu tuhn.

Den 1. Juny um 2. Uhr Nachmittage gingen
wir wieder ab, und kamen Abends um 6. Uhr bey
Lœwiksholm an.

Den 2. dito gingen wir um 2. Uhr Nachmittags
von dannen wieder zu Seegel, und erreicheten um
2. Uhr nach Mitternacht die Gegend Kumerswik,
iſt von dem vorgen Platz ohngefehr 8. Meilen, all-
wo die Caſacken uͤber 4. Meilen im Lande herum
geſtreifft und unſaͤglich Schaden getahn. Gin-
gen alſo den 3. dito um 10. Uhr in der Nacht wie-
derum ab, und gelangten den 4. dito morgens um
9. Uhr in der Gegend Stakhinem an, iſt 6. Mei-
len von obgedachten Kumerswik, alwo die Coſa-
cken abermahls uͤber 2½ Meile im Lande herum
ihrer Ordre gemaͤß hauſirten.

Den 5. dito avancirten wir von 12. Mittags biß
8. Uhr Abends 6. Meilen, biß an die Gegend Grun-
ſand,
2. Uhr Mitternacht aber gingen wir weiter,
und avancirten

Den 6. dito biß 11. Uhr gegen Mittage 5. Mei-
len biß in die Gegend Narmalin, allwo die Coſacken
uͤber 3. Meilen im Lande herum alles ruiniret und
verbrant haben. Jn gedachtem Narmalin traffen
ſie eine Wache an, ſo von Uma dahin commandiret,
ſelbige beſtunde in 40. Mann Reutern, unter Com-
mando eines Rittmeiſters, welche aber gleich auf
Herannaͤherung der Coſacken ſolchen Platz verlieſ-
ſen, nichts deſto weniger wurde bey einer Uberfahrt
ein Reuter von denen Coſacken ertappet.

Den 7. gingen wir um 1. Uhr nach Mitternacht
wieder ab, und kamen um 11. Uhr Mittags, nach-
dem wir 4. Meilen pasſiret waren, an eine Jnſul,
derer Nahmen man nicht erfragen kunte, welche
wir aber um 3. Uhr Nachmittage wieder verlieſſen,
und um 11. Uhr in der Nacht 2. Meilen von der-
[Spaltenumbruch] ſelben in dem ſo genanten Proram von Uma an-
laͤndeten.

Den 8. dito gingen wir um 6. Uhr Morgens
von dannen 3. Meilen biß in die Muͤnde des Fluſ-
ſes ſo von Uma komt, und drey viertel Meile von
der Stadt in die See faͤllt, und von dem vorigen
Orte 1½ Meil entlegen iſt; daſelbſt zeigete ſich eini-
ge Feindliche Cavallerie wie auch Jnfanterie, wel-
che letztern ſich verſchantzet und mit Spaniſchen
Reutern verſehen hatten; ſo bald uns aber der
Feind erblickete, verließ er Schantze und alles,
und retirirte ſich hinter eine Defilee. Darauf wur-
den die Coſacken als auch einige Jnfanterie dahin
commandiret, welche letzteren aber der Feind nicht
erwartete, ſondern ſich bey Zeiten davon machte.
Die Coſacken nahmen jedennoch im Nachjagen 4.
Mann gefangen, und erbeuteten imgleichen etli-
che von deſſen Bagage-Wagens.

Den 10. Juny ſegelten wir um 2. Uhr Morgens
von dem bey Uma in die See fallenden Strohm
ab, und kamen, nachdem wir 1½ Meile zuruͤck ge-
leget, Abends um 10. Uhr in der Gegend Lifund
an, allwo wir wegen contrairen Windes liegen ge-
blieben.

Den 11. dito Abends um 9 Uhr gingen wir wie-
der von dannen ab, und nachdem wir 20. Meilen
uͤbergeſegelt hatten, kamen wir den 12ten um 1.
Uhr nach Mitternacht in die Gegend Pkagrunt.
Noch denſelben Morgen um 5. Uhr verlieſſen wir
gedachte Gegend; weilen aber einige Galeeren
ziemlich zuruͤck geblieben, gingen wir, ohne an
Land zu legen, in die See zu anckern, und wie jene
nachgekommen ſetzten wir um 6. Uhr nach Mitta-
ge von dannen unſern Cours weiter fort, und oh-
ne uns irgendwo aufzuhalten continuirten wir
ſolchen Cours bis den 13. dito um 1. Uhr nach
Mitternacht, da wir dann, um das rechte Fahr-
Waſſer zu ſuchen, Ancker wurffen; wie viel Mei-
len wir aber von Pkagrunt geſegelt, wuſten die
Loths-Leute nicht zu ſagen, nur daß es noch drey
Meilen bis Pity waͤre. Darauf gingen wir wie-
der zu Segel, und kamen um 9. Uhr Abends in der
Gegend Uspele an, welches nur 3 Viertel Weges
von Pity lieget, allwo wir uns in der Enge eines
Fluſſes zu Ancker legten. Allhier hatten die Fein-
de eine Schantze aufgeworffen, und lagen uͤber
dem Revier einige groſſe mit eiſernen Baͤndern zu-
ſammen gebundene Balcken. So bald wir nun
daſelbſt ankamen, gaben die Feinde in gemeldter
Schantze aus 2. Canons auf unſere Galeeren
Feur, gegen welche einige Galeeren, worauf die
Pferde ſtunden, wie auch einige mit Kriegs-Volck

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <floatingText>
          <body>
            <div type="jPoliticalNews">
              <div type="jPoliticalNews">
                <div xml:id="ar012" type="jArticle">
                  <p><pb facs="#f0007" n="[7]"/><cb/>
gende Do&#x0364;rffer und                                         Ho&#x0364;fe u&#x0364;ber 3. Meilen im Lan-<lb/>
de total                                         ruiniret und verbrant worden. Und ob<lb/>
ich zwar Ordre                                         ge&#x017F;tellet hatte, daß die Kirchen vom<lb/>
Brande                                         ver&#x017F;chonet bleiben &#x017F;olten, auch zu dem                                             E<supplied cert="high">n</supplied>-<lb/>
de 20.                                         Ho&#x0364;fe von der Kirchen ab, zu                                         con&#x017F;erviren<lb/>
befohlen, &#x017F;o nahm dennoch bey                                         dem damahligen<lb/>
&#x017F;tarcken Sturm das Feuer                                         u&#x0364;berhand, und kon-<lb/>
ten &#x017F;elbige Kirchen                                         ohnmo&#x0364;glich gerettet werden.</p><lb/>
                  <p>Den 31. May um 6. Uhr Nachmittage gingen<lb/>
wir wieder ab,                                         und weil der Wind contrair war,<lb/>
kunten wir biß andern                                         Tages um 10. Uhr Vormit-<lb/>
tage nicht mehr als 1. Meile                                         vorwerts kommen,<lb/>
biß in der Gegend <hi rendition="#aq">Him&#x017F;und,</hi> Nachmittags aber<lb/>
um 4. Uhr                                         kamen wir nach <hi rendition="#aq">Angermaland,</hi> allwo<lb/>
die Co&#x017F;acken u&#x0364;ber die 3. biß 4.                                         Meilen ins Land<lb/>
com&#x0303;andiret wurden, dem Feinde                                         allen mo&#x0364;glichen<lb/>
Schaden und Abbruch zu tuhn.</p><lb/>
                  <p>Den 1. Juny um 2. Uhr Nachmittage gingen<lb/>
wir wieder ab,                                         und kamen Abends um 6. Uhr bey<lb/><hi rendition="#aq">L&#x0153;wiksholm</hi> an.</p><lb/>
                  <p>Den 2. dito gingen wir um 2. Uhr Nachmittags<lb/>
von dannen                                         wieder zu Seegel, und erreicheten um<lb/>
2. Uhr nach                                         Mitternacht die Gegend <hi rendition="#aq">Kumerswik,</hi><lb/>
i&#x017F;t von dem vorgen Platz                                         ohngefehr 8. Meilen, all-<lb/>
wo die Ca&#x017F;acken                                         u&#x0364;ber 4. Meilen im Lande herum<lb/>
ge&#x017F;treifft                                         und un&#x017F;a&#x0364;glich Schaden getahn. Gin-<lb/>
gen                                         al&#x017F;o den 3. dito um 10. Uhr in der Nacht                                         wie-<lb/>
derum ab, und gelangten den 4. dito morgens                                         um<lb/>
9. Uhr in der Gegend <hi rendition="#aq">Stakhinem</hi> an, i&#x017F;t 6. Mei-<lb/>
len von                                         obgedachten <hi rendition="#aq">Kumerswik,</hi> alwo die                                         Co&#x017F;a-<lb/>
cken abermahls u&#x0364;ber 2½ Meile                                         im Lande herum<lb/>
ihrer Ordre gema&#x0364;ß                                         hau&#x017F;irten.</p><lb/>
                  <p>Den 5. dito avancirten wir von 12. Mittags biß<lb/>
8. Uhr                                         Abends 6. Meilen, biß an die Gegend <hi rendition="#aq">Grun-<lb/>
&#x017F;and,</hi> 2. Uhr Mitternacht aber                                         gingen wir weiter,<lb/>
und avancirten</p><lb/>
                  <p>Den 6. dito biß 11. Uhr gegen Mittage 5. Mei-<lb/>
len biß in                                         die Gegend <hi rendition="#aq">Narmalin,</hi> allwo die                                         Co&#x017F;acken<lb/>
u&#x0364;ber 3. Meilen im Lande herum                                         alles ruiniret und<lb/>
verbrant haben. Jn gedachtem <hi rendition="#aq">Narmalin</hi> traffen<lb/>
&#x017F;ie                                         eine Wache an, &#x017F;o von <hi rendition="#aq">Uma</hi> dahin commandiret,<lb/>
&#x017F;elbige be&#x017F;tunde in 40.                                         Mann Reutern, unter Com-<lb/>
mando eines                                         Rittmei&#x017F;ters, welche aber gleich                                         auf<lb/>
Heranna&#x0364;herung der Co&#x017F;acken                                         &#x017F;olchen Platz verlie&#x017F;-<lb/>
&#x017F;en, nichts                                         de&#x017F;to weniger wurde bey einer Uberfahrt<lb/>
ein                                         Reuter von denen Co&#x017F;acken ertappet.</p><lb/>
                  <p>Den 7. gingen wir um 1. Uhr nach Mitternacht<lb/>
wieder ab,                                         und kamen um 11. Uhr Mittags, nach-<lb/>
dem wir 4. Meilen                                         pas&#x017F;iret waren, an eine Jn&#x017F;ul,<lb/>
derer                                         Nahmen man nicht erfragen kunte, welche<lb/>
wir aber um 3.                                         Uhr Nachmittage wieder verlie&#x017F;&#x017F;en,<lb/>
und um                                         11. Uhr in der Nacht 2. Meilen von                                         der-<lb/><cb/>
&#x017F;elben in dem &#x017F;o genanten <hi rendition="#aq">Proram</hi> von <hi rendition="#aq">Uma</hi> an-<lb/>
la&#x0364;ndeten.</p><lb/>
                  <p>Den 8. dito gingen wir um 6. Uhr Morgens<lb/>
von dannen 3.                                         Meilen biß in die Mu&#x0364;nde des                                         Flu&#x017F;-<lb/>
&#x017F;es &#x017F;o von <hi rendition="#aq">Uma</hi> komt, und drey viertel Meile                                         von<lb/>
der Stadt in die See fa&#x0364;llt, und von dem                                         vorigen<lb/>
Orte 1½ Meil entlegen i&#x017F;t;                                         da&#x017F;elb&#x017F;t zeigete &#x017F;ich eini-<lb/>
ge                                         Feindliche Cavallerie wie auch Jnfanterie, wel-<lb/>
che                                         letztern &#x017F;ich ver&#x017F;chantzet und mit                                         Spani&#x017F;chen<lb/>
Reutern ver&#x017F;ehen hatten;                                         &#x017F;o bald uns aber der<lb/>
Feind erblickete, verließ er                                         Schantze und alles,<lb/>
und retirirte &#x017F;ich hinter                                         eine Defilee. Darauf wur-<lb/>
den die Co&#x017F;acken als                                         auch einige Jnfanterie dahin<lb/>
commandiret, welche                                         letzteren aber der Feind nicht<lb/>
erwartete, &#x017F;ondern                                         &#x017F;ich bey Zeiten davon machte.<lb/>
Die Co&#x017F;acken                                         nahmen jedennoch im Nachjagen 4.<lb/>
Mann gefangen, und                                         erbeuteten imgleichen etli-<lb/>
che von de&#x017F;&#x017F;en                                         Bagage-Wagens.</p><lb/>
                  <p>Den 10. Juny &#x017F;egelten wir um 2. Uhr Morgens<lb/>
von                                         dem bey <hi rendition="#aq">Uma</hi> in die See fallenden                                         Strohm<lb/>
ab, und kamen, nachdem wir 1½ Meile                                         zuru&#x0364;ck ge-<lb/>
leget, Abends um 10. Uhr in der                                         Gegend <hi rendition="#aq">Lifund</hi><lb/>
an, allwo wir                                         wegen contrairen Windes liegen ge-<lb/>
blieben.</p><lb/>
                  <p>Den 11. dito Abends um 9 Uhr gingen wir wie-<lb/>
der von                                         dannen ab, und nachdem wir 20.                                         Meilen<lb/>
u&#x0364;berge&#x017F;egelt hatten, kamen wir den                                         12ten um 1.<lb/>
Uhr nach Mitternacht in die Gegend <hi rendition="#aq">Pkagrunt.</hi><lb/>
Noch den&#x017F;elben                                         Morgen um 5. Uhr verlie&#x017F;&#x017F;en wir<lb/>
gedachte                                         Gegend; weilen aber einige Galeeren<lb/>
ziemlich                                         zuru&#x0364;ck geblieben, gingen wir, ohne an<lb/>
Land zu                                         legen, in die See zu anckern, und wie jene<lb/>
nachgekommen                                         &#x017F;etzten wir um 6. Uhr nach Mitta-<lb/>
ge von dannen                                         un&#x017F;ern Cours weiter fort, und oh-<lb/>
ne uns irgendwo                                         aufzuhalten continuirten wir<lb/>
&#x017F;olchen Cours bis                                         den 13. dito um 1. Uhr nach<lb/>
Mitternacht, da wir dann, um                                         das rechte Fahr-<lb/>
Wa&#x017F;&#x017F;er zu &#x017F;uchen,                                         Ancker wurffen; wie viel Mei-<lb/>
len wir aber von <hi rendition="#aq">Pkagrunt</hi> ge&#x017F;egelt,                                         wu&#x017F;ten die<lb/>
Loths-Leute nicht zu &#x017F;agen, nur                                         daß es noch drey<lb/>
Meilen bis <hi rendition="#aq">Pity</hi> wa&#x0364;re. Darauf gingen wir wie-<lb/>
der                                         zu Segel, und kamen um 9. Uhr Abends in der<lb/>
Gegend <hi rendition="#aq">Uspele</hi> an, welches nur 3 Viertel                                         Weges<lb/>
von <hi rendition="#aq">Pity</hi> lieget, allwo                                         wir uns in der Enge eines<lb/>
Flu&#x017F;&#x017F;es zu                                         Ancker legten. Allhier hatten die Fein-<lb/>
de eine Schantze                                         aufgeworffen, und lagen u&#x0364;ber<lb/>
dem Revier einige                                         gro&#x017F;&#x017F;e mit ei&#x017F;ernen Ba&#x0364;ndern                                         zu-<lb/>
&#x017F;ammen gebundene Balcken. So bald wir                                         nun<lb/>
da&#x017F;elb&#x017F;t ankamen, gaben die Feinde in                                         gemeldter<lb/>
Schantze aus 2. Canons auf un&#x017F;ere                                         Galeeren<lb/>
Feur, gegen welche einige Galeeren, worauf                                         die<lb/>
Pferde &#x017F;tunden, wie auch einige mit                                             Kriegs-Volck<lb/></p>
                </div>
              </div>
            </div>
          </body>
        </floatingText>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[7]/0007] gende Doͤrffer und Hoͤfe uͤber 3. Meilen im Lan- de total ruiniret und verbrant worden. Und ob ich zwar Ordre geſtellet hatte, daß die Kirchen vom Brande verſchonet bleiben ſolten, auch zu dem En- de 20. Hoͤfe von der Kirchen ab, zu conſerviren befohlen, ſo nahm dennoch bey dem damahligen ſtarcken Sturm das Feuer uͤberhand, und kon- ten ſelbige Kirchen ohnmoͤglich gerettet werden. Den 31. May um 6. Uhr Nachmittage gingen wir wieder ab, und weil der Wind contrair war, kunten wir biß andern Tages um 10. Uhr Vormit- tage nicht mehr als 1. Meile vorwerts kommen, biß in der Gegend Himſund, Nachmittags aber um 4. Uhr kamen wir nach Angermaland, allwo die Coſacken uͤber die 3. biß 4. Meilen ins Land com̃andiret wurden, dem Feinde allen moͤglichen Schaden und Abbruch zu tuhn. Den 1. Juny um 2. Uhr Nachmittage gingen wir wieder ab, und kamen Abends um 6. Uhr bey Lœwiksholm an. Den 2. dito gingen wir um 2. Uhr Nachmittags von dannen wieder zu Seegel, und erreicheten um 2. Uhr nach Mitternacht die Gegend Kumerswik, iſt von dem vorgen Platz ohngefehr 8. Meilen, all- wo die Caſacken uͤber 4. Meilen im Lande herum geſtreifft und unſaͤglich Schaden getahn. Gin- gen alſo den 3. dito um 10. Uhr in der Nacht wie- derum ab, und gelangten den 4. dito morgens um 9. Uhr in der Gegend Stakhinem an, iſt 6. Mei- len von obgedachten Kumerswik, alwo die Coſa- cken abermahls uͤber 2½ Meile im Lande herum ihrer Ordre gemaͤß hauſirten. Den 5. dito avancirten wir von 12. Mittags biß 8. Uhr Abends 6. Meilen, biß an die Gegend Grun- ſand, 2. Uhr Mitternacht aber gingen wir weiter, und avancirten Den 6. dito biß 11. Uhr gegen Mittage 5. Mei- len biß in die Gegend Narmalin, allwo die Coſacken uͤber 3. Meilen im Lande herum alles ruiniret und verbrant haben. Jn gedachtem Narmalin traffen ſie eine Wache an, ſo von Uma dahin commandiret, ſelbige beſtunde in 40. Mann Reutern, unter Com- mando eines Rittmeiſters, welche aber gleich auf Herannaͤherung der Coſacken ſolchen Platz verlieſ- ſen, nichts deſto weniger wurde bey einer Uberfahrt ein Reuter von denen Coſacken ertappet. Den 7. gingen wir um 1. Uhr nach Mitternacht wieder ab, und kamen um 11. Uhr Mittags, nach- dem wir 4. Meilen pasſiret waren, an eine Jnſul, derer Nahmen man nicht erfragen kunte, welche wir aber um 3. Uhr Nachmittage wieder verlieſſen, und um 11. Uhr in der Nacht 2. Meilen von der- ſelben in dem ſo genanten Proram von Uma an- laͤndeten. Den 8. dito gingen wir um 6. Uhr Morgens von dannen 3. Meilen biß in die Muͤnde des Fluſ- ſes ſo von Uma komt, und drey viertel Meile von der Stadt in die See faͤllt, und von dem vorigen Orte 1½ Meil entlegen iſt; daſelbſt zeigete ſich eini- ge Feindliche Cavallerie wie auch Jnfanterie, wel- che letztern ſich verſchantzet und mit Spaniſchen Reutern verſehen hatten; ſo bald uns aber der Feind erblickete, verließ er Schantze und alles, und retirirte ſich hinter eine Defilee. Darauf wur- den die Coſacken als auch einige Jnfanterie dahin commandiret, welche letzteren aber der Feind nicht erwartete, ſondern ſich bey Zeiten davon machte. Die Coſacken nahmen jedennoch im Nachjagen 4. Mann gefangen, und erbeuteten imgleichen etli- che von deſſen Bagage-Wagens. Den 10. Juny ſegelten wir um 2. Uhr Morgens von dem bey Uma in die See fallenden Strohm ab, und kamen, nachdem wir 1½ Meile zuruͤck ge- leget, Abends um 10. Uhr in der Gegend Lifund an, allwo wir wegen contrairen Windes liegen ge- blieben. Den 11. dito Abends um 9 Uhr gingen wir wie- der von dannen ab, und nachdem wir 20. Meilen uͤbergeſegelt hatten, kamen wir den 12ten um 1. Uhr nach Mitternacht in die Gegend Pkagrunt. Noch denſelben Morgen um 5. Uhr verlieſſen wir gedachte Gegend; weilen aber einige Galeeren ziemlich zuruͤck geblieben, gingen wir, ohne an Land zu legen, in die See zu anckern, und wie jene nachgekommen ſetzten wir um 6. Uhr nach Mitta- ge von dannen unſern Cours weiter fort, und oh- ne uns irgendwo aufzuhalten continuirten wir ſolchen Cours bis den 13. dito um 1. Uhr nach Mitternacht, da wir dann, um das rechte Fahr- Waſſer zu ſuchen, Ancker wurffen; wie viel Mei- len wir aber von Pkagrunt geſegelt, wuſten die Loths-Leute nicht zu ſagen, nur daß es noch drey Meilen bis Pity waͤre. Darauf gingen wir wie- der zu Segel, und kamen um 9. Uhr Abends in der Gegend Uspele an, welches nur 3 Viertel Weges von Pity lieget, allwo wir uns in der Enge eines Fluſſes zu Ancker legten. Allhier hatten die Fein- de eine Schantze aufgeworffen, und lagen uͤber dem Revier einige groſſe mit eiſernen Baͤndern zu- ſammen gebundene Balcken. So bald wir nun daſelbſt ankamen, gaben die Feinde in gemeldter Schantze aus 2. Canons auf unſere Galeeren Feur, gegen welche einige Galeeren, worauf die Pferde ſtunden, wie auch einige mit Kriegs-Volck

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Britt-Marie Schuster: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-01T14:43:40Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Manuel Wille: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-01T14:43:40Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Arnika Lutz: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-01T14:43:40Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.

Weitere Informationen:

Die Transkription erfolgte nach den unter http://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat formulierten Richtlinien.

Verfahren der Texterfassung: manuell (doppelt erfasst).




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/hc_311208_1721
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/hc_311208_1721/7
Zitationshilfe: Staats/ und Gelehrte Zeitung des Hollsteinischen Correspondenten. Nr. 31, Hamburg, 12. August 1721, S. [7]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hc_311208_1721/7>, abgerufen am 21.04.2021.