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[Hebel, Johann Peter]: Allemannische Gedichte. Karlsruhe, 1803.

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Der Storch.

Nach dem Frieden.



Willkumm Her Storch! bisch au scho do,
und schmecksch im Weiher d' Frösche scho?
Und meinsch der Winter heig si Sach,
und 's besser Wetter chömm alsgmach?
He io, der Schnee gieng überal;
me meint, es werd scho grün im Thal.
Der Himmel isch so rein und blau,
und 's weiht ein a so mild und lau. --
Nei loset, wiener welsche cha!
Verstoht men au ne Wörtli dra?
Drum chunnt er über Strom und Meer
us wite fremde Ländere her.

Der Storch.

Nach dem Frieden.



Willkumm Her Storch! biſch au ſcho do,
und ſchmeckſch im Weiher d’ Froͤſche ſcho?
Und meinſch der Winter heig ſi Sach,
und ’s beſſer Wetter choͤmm alsgmach?
He io, der Schnee gieng uͤberal;
me meint, es werd ſcho gruͤn im Thal.
Der Himmel iſch ſo rein und blau,
und ’s weiht ein a ſo mild und lau. —
Nei loſet, wiener welſche cha!
Verſtoht men au ne Woͤrtli dra?
Drum chunnt er uͤber Strom und Meer
us wite fremde Laͤndere her.

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[152/0174] Der Storch. Nach dem Frieden. Willkumm Her Storch! biſch au ſcho do, und ſchmeckſch im Weiher d’ Froͤſche ſcho? Und meinſch der Winter heig ſi Sach, und ’s beſſer Wetter choͤmm alsgmach? He io, der Schnee gieng uͤberal; me meint, es werd ſcho gruͤn im Thal. Der Himmel iſch ſo rein und blau, und ’s weiht ein a ſo mild und lau. — Nei loſet, wiener welſche cha! Verſtoht men au ne Woͤrtli dra? Drum chunnt er uͤber Strom und Meer us wite fremde Laͤndere her.

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Zitationshilfe: [Hebel, Johann Peter]: Allemannische Gedichte. Karlsruhe, 1803, S. 152. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hebel_gedichte_1803/174>, abgerufen am 19.08.2022.