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[Hebel, Johann Peter]: Allemannische Gedichte. Karlsruhe, 1803.

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Auf einem Grabe.


Schlof wohl, schlof wohl im chüele Bett!
De ligsch zwor hert uf Sand und Chies;
doch spürts di müede Rucke nit.
Schlof sanft und wohl!
Und 's Deckbett lit der, dick und schwer
in d' Höchi gschüttlet, uffem Herz;
Doch schlofsch im Friede, 's druckt di nit.
Schlof sanft und wohl!
De schlofsch und hörsch mi Bhütdi Gott,
de hörsch mi sehnli Chlage nit.
Wärs besser, wenn de 's höre chönntsch?
Nei, weger nei!

Auf einem Grabe.


Schlof wohl, ſchlof wohl im chuͤele Bett!
De ligſch zwor hert uf Sand und Chies;
doch ſpuͤrts di muͤede Rucke nit.
Schlof ſanft und wohl!
Und ’s Deckbett lit der, dick und ſchwer
in d’ Hoͤchi gſchuͤttlet, uffem Herz;
Doch ſchlofſch im Friede, ’s druckt di nit.
Schlof ſanft und wohl!
De ſchlofſch und hoͤrſch mi Bhuͤtdi Gott,
de hoͤrſch mi ſehnli Chlage nit.
Waͤrs beſſer, wenn de ’s hoͤre choͤnntſch?
Nei, weger nei!

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[162/0184] Auf einem Grabe. Schlof wohl, ſchlof wohl im chuͤele Bett! De ligſch zwor hert uf Sand und Chies; doch ſpuͤrts di muͤede Rucke nit. Schlof ſanft und wohl! Und ’s Deckbett lit der, dick und ſchwer in d’ Hoͤchi gſchuͤttlet, uffem Herz; Doch ſchlofſch im Friede, ’s druckt di nit. Schlof ſanft und wohl! De ſchlofſch und hoͤrſch mi Bhuͤtdi Gott, de hoͤrſch mi ſehnli Chlage nit. Waͤrs beſſer, wenn de ’s hoͤre choͤnntſch? Nei, weger nei!

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Zitationshilfe: [Hebel, Johann Peter]: Allemannische Gedichte. Karlsruhe, 1803, S. 162. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hebel_gedichte_1803/184>, abgerufen am 14.08.2022.