manen nicht sagen/ welche (es wolten dann etwa Barclaii Argenis und Eu- phormio und wenig andere etwas mehr Deferenz erzwingen) zum mei- sten nichts anders/ alß magere geistlo- se Träume.
LXX. Disen Underscheid zwischenP. Leon. l' academie des Scien- ces Tom. l. p. 49. den alten Fablen/ und den neuen Ro- mans, hat jenner verrühmte Franzoß/ obwol ein Versechter der letsten/ nicht geschweigen können; L'on peut dire cependant, sagt er/ que le Roman doit ceder a la Fable, puis qu'ou- tre la lachete, & la mollesse, qui est en la plus-part des Amadis, des Astrees, & de toutes ces fades dou- ceurs, les Fables enserment, avec l' erudition ancienne, presque tous les secrets de la nature & de la Religion, toutes les instructions de la Morale, & toutes les addres-Hars dorf. Vorred über Mon- te Majors Diana. ses de la Politique. Es wil zwar Harsdörffer von der Diana, und an- dern dergleichen Spilen außgeben/ daß darinn durch die schöne bebuhlete Weiber und Nymfen Tugenden und Künst verstanden werden; Aber die selbige Lumpenschäferey gelesen haben/ verstehen schon/ daß es ein unerfindli-
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oder Liebesgeſchichten/ ꝛc.
manen nicht ſagen/ welche (es wolten dann etwa Barclaii Argenis und Eu- phormio und wenig andere etwas mehr Deferenz erzwingen) zum mei- ſten nichts anders/ alß magere geiſtlo- ſe Traͤume.
LXX. Diſen Underſcheid zwiſchenP. Leon. l’ academie des Scien- ces Tom. l. p. 49. den alten Fablen/ und den neuen Ro- mans, hat jenner verꝛuͤhmte Franzoß/ obwol ein Verſechter der letſten/ nicht geſchweigen koͤnnen; L’on peut dire cependant, ſagt er/ que le Roman doit ceder à la Fable, puis qu’ou- tre la lâcheté, & la molleſſe, qui eſt en la plus-part des Amadis, des Aſtrées, & de toutes ces fades dou- ceurs, les Fables enſerment, avec l’ erudition ancienne, presque tous les ſecrets de la nature & de la Religion, toutes les inſtructions de la Morale, & toutes les addreſ-Hars dorf. Vorꝛed uͤber Mon- te Majors Diana. ſes de la Politique. Es wil zwar Harsdoͤrffer von der Diana, und an- dern dergleichen Spilen außgeben/ daß darinn durch die ſchoͤne bebuhlete Weiber und Nymfen Tugenden und Kuͤnſt verſtanden werden; Aber die ſelbige Lumpenſchaͤferey geleſen haben/ verſtehen ſchon/ daß es ein unerfindli-
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oder Liebesgeſchichten/ ꝛc.
manen nicht ſagen/ welche (es wolten
dann etwa Barclaii Argenis und Eu-
phormio und wenig andere etwas
mehr Deferenz erzwingen) zum mei-
ſten nichts anders/ alß magere geiſtlo-
ſe Traͤume.
LXX. Diſen Underſcheid zwiſchen
den alten Fablen/ und den neuen Ro-
mans, hat jenner verꝛuͤhmte Franzoß/
obwol ein Verſechter der letſten/ nicht
geſchweigen koͤnnen; L’on peut dire
cependant, ſagt er/ que le Roman
doit ceder à la Fable, puis qu’ou-
tre la lâcheté, & la molleſſe, qui eſt
en la plus-part des Amadis, des
Aſtrées, & de toutes ces fades dou-
ceurs, les Fables enſerment, avec
l’ erudition ancienne, presque
tous les ſecrets de la nature & de
la Religion, toutes les inſtructions
de la Morale, & toutes les addreſ-
ſes de la Politique. Es wil zwar
Harsdoͤrffer von der Diana, und an-
dern dergleichen Spilen außgeben/
daß darinn durch die ſchoͤne bebuhlete
Weiber und Nymfen Tugenden und
Kuͤnſt verſtanden werden; Aber die
ſelbige Lumpenſchaͤferey geleſen haben/
verſtehen ſchon/ daß es ein unerfindli-
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Heidegger, Gotthard: Mythoscopia Romantica oder Discours Von den so benanten Romans. Zürich, 1698, S. 83. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/heidegger_mythoscopia_1698/131>, abgerufen am 06.08.2024.
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