Heidegger, Gotthard: Mythoscopia Romantica oder Discours Von den so benanten Romans. Zürich, 1698.Discours von den Artigkeit und Galanterie sol in denRomanzischen Albertäten stecken. Es seyn deren/ die von dem Hercule und Arminio sagten/ wie Theodorus Gaza von dem Plutarcho: Er wurd befraget/ wann er alle seine Bücher den grünen Heringen nachsenden mus- te/ welches er zuletst hineinwerffen wolte? den Plutarchum, sagt er. XI. Mir aber (erwehnte man för- rer
Diſcours von den Artigkeit und Galanterie ſol in denRomanziſchen Albertaͤten ſtecken. Es ſeyn deren/ die von dem Hercule und Arminio ſagten/ wie Theodorus Gaza von dem Plutarcho: Er wurd befraget/ wann er alle ſeine Buͤcher den gruͤnen Heringen nachſenden muſ- te/ welches er zuletſt hineinwerffen wolte? den Plutarchum, ſagt er. XI. Mir aber (erwehnte man foͤr- rer
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Diſcours von den
Artigkeit und Galanterie ſol in den
Romanziſchen Albertaͤten ſtecken. Es
ſeyn deren/ die von dem Hercule und
Arminio ſagten/ wie Theodorus
Gaza von dem Plutarcho: Er wurd
befraget/ wann er alle ſeine Buͤcher
den gruͤnen Heringen nachſenden muſ-
te/ welches er zuletſt hineinwerffen
wolte? den Plutarchum, ſagt er.
XI. Mir aber (erwehnte man foͤr-
ders) iſt diſe Meinung allzeit ingele-
gen/ es moͤchte der Apoſtel Paulus
nicht weit von diſen Buͤchern gedacht
haben/ da er vermahnet: Der ver-
ruchten/ und Alt-vettliſchen Fab-
len entſchlage dich/ uͤbe dich a-
ber ſelbſt zur Gottſeligkeit. _
nennet er ſie/ ohngeiſtliche/
ohnreine/ garſtige. Wie ſolche die
Romans leicht-erweißlich alle ſeyn.
Und wann der Apoſtel vornemlich
auf die Thalmudiſche ſehen ſollte/
wie anderſtwo/ ſo ſeyn jenne diſen
ganz nahe verwandt. Alſo were zu-
wuͤnſchen/ daß wie einſt die Roͤmer
den Keuſch-geſiñten Legumina &
Fabaſ, Huͤlſenfrucht und Baurn-
Mandel zueſſen verbotten/ alſo man
ihnen gleicher Urſachen und mehre-
rer
1. Tim.
IV. 7.
Tit. I. 3.
Plutarch.
q. Rom.
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| Zitationshilfe: | Heidegger, Gotthard: Mythoscopia Romantica oder Discours Von den so benanten Romans. Zürich, 1698, S. 14. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/heidegger_mythoscopia_1698/62>, abgerufen am 06.08.2024. |


