Herder, Johann Gottfried von: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit. Bd. 1. Riga u. a., 1784.Empfindung betrachtet, über Muskel- und Faserkräfte so Doch dem sei wie ihm wolle; unendlich ist die Weis- ein- P
Empfindung betrachtet, uͤber Muskel- und Faſerkraͤfte ſo Doch dem ſei wie ihm wolle; unendlich iſt die Weis- ein- P
<TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <p><pb facs="#f0135" n="113"/> Empfindung betrachtet, uͤber Muskel- und Faſerkraͤfte ſo<lb/> ſehr erhebet.</p><lb/> <p>Doch dem ſei wie ihm wolle; unendlich iſt die Weis-<lb/> heit des Schoͤpfers, mit der er in den verſchiednen Organi-<lb/> ſationen der Thierkoͤrper dieſe Kraͤfte verband und die niedern<lb/> allmaͤlich den hoͤhern unterordnen wollte. Das Grundge-<lb/> webe von allem auch in unſerm Bau ſind Fibern: auf ihnen<lb/> bluͤhet der Menſch. Die lymphatiſchen und Milchgefaͤße<lb/> bereiten Saft fuͤr die ganze Maſchine. Die Muskelkraͤfte<lb/> bewegen dieſe nicht blos zu Wirkungen nach auſſen: ſondern<lb/> ein Muskel, das Herz, wird das erſte Triebwerk des Blu-<lb/> tes, eines Safts aus ſo vielen Saͤften, der nicht nur den<lb/> ganzen Koͤrper erwaͤrmet, ſondern auch zum Haupt ſteigt und<lb/> von da durch neue Zubereitungen die Nerven belebet. Wie<lb/> ein himmliſches Gewaͤchs breiten ſich dieſe aus ihrer obern<lb/> Wurzel nieder; und wie ſie ſich breiten? wie fein ſie ſind?<lb/> zu welchen Theilen ſie verwandt werden? mit welchem Grad<lb/> des Reizes hier oder da ein Muskel verſchlungen ſei? wel-<lb/> chen Saft die Pflanzenartigen Gefaͤße bereiten? welche Tem-<lb/> peratur im ganzen Verhaͤltniß dieſer Theile gegen einander<lb/> herrſche? auf welche Sinnen es falle? zu welcher Lebensart<lb/> es wirke? in welchen Bau, in welche Geſtalt es organiſirt<lb/> ſei? — wenn die genaue Unterſuchung dieſer Dinge in<lb/> <fw place="bottom" type="sig">P</fw><fw place="bottom" type="catch">ein-</fw><lb/></p> </div> </div> </body> </text> </TEI> [113/0135]
Empfindung betrachtet, uͤber Muskel- und Faſerkraͤfte ſo
ſehr erhebet.
Doch dem ſei wie ihm wolle; unendlich iſt die Weis-
heit des Schoͤpfers, mit der er in den verſchiednen Organi-
ſationen der Thierkoͤrper dieſe Kraͤfte verband und die niedern
allmaͤlich den hoͤhern unterordnen wollte. Das Grundge-
webe von allem auch in unſerm Bau ſind Fibern: auf ihnen
bluͤhet der Menſch. Die lymphatiſchen und Milchgefaͤße
bereiten Saft fuͤr die ganze Maſchine. Die Muskelkraͤfte
bewegen dieſe nicht blos zu Wirkungen nach auſſen: ſondern
ein Muskel, das Herz, wird das erſte Triebwerk des Blu-
tes, eines Safts aus ſo vielen Saͤften, der nicht nur den
ganzen Koͤrper erwaͤrmet, ſondern auch zum Haupt ſteigt und
von da durch neue Zubereitungen die Nerven belebet. Wie
ein himmliſches Gewaͤchs breiten ſich dieſe aus ihrer obern
Wurzel nieder; und wie ſie ſich breiten? wie fein ſie ſind?
zu welchen Theilen ſie verwandt werden? mit welchem Grad
des Reizes hier oder da ein Muskel verſchlungen ſei? wel-
chen Saft die Pflanzenartigen Gefaͤße bereiten? welche Tem-
peratur im ganzen Verhaͤltniß dieſer Theile gegen einander
herrſche? auf welche Sinnen es falle? zu welcher Lebensart
es wirke? in welchen Bau, in welche Geſtalt es organiſirt
ſei? — wenn die genaue Unterſuchung dieſer Dinge in
ein-
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| Zitationshilfe: | Herder, Johann Gottfried von: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit. Bd. 1. Riga u. a., 1784, S. 113. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/herder_geschichte01_1784/135>, abgerufen am 11.09.2024. |


