Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Hölderlin, Friedrich: Gedichte. Stuttgart u. a., 1826.

Bild:
<< vorherige Seite
Die scheinheiligen Dichter.

Ihr kalten Heuchler, sprecht von den Göttern nicht!
Ihr habt Verstand, ihr glaubt nicht an Helios
Noch an den Donnerer und Meergott;
Todt ist die Erde, wer mag ihr danken?
Getrost ihr Götter! zieret ihr doch das Lied,
Wenn schon aus euren Namen die Seele schwamd,
Und ist ein großes Wort vonnöthen,
Mutter Natur! so gedenkt man deiner.

Die ſcheinheiligen Dichter.

Ihr kalten Heuchler, ſprecht von den Goͤttern nicht!
Ihr habt Verſtand, ihr glaubt nicht an Helios
Noch an den Donnerer und Meergott;
Todt iſt die Erde, wer mag ihr danken?
Getroſt ihr Goͤtter! zieret ihr doch das Lied,
Wenn ſchon aus euren Namen die Seele ſchwamd,
Und iſt ein großes Wort vonnoͤthen,
Mutter Natur! ſo gedenkt man deiner.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <pb facs="#f0050" n="42"/>
      <div n="1">
        <head><hi rendition="#g">Die &#x017F;cheinheiligen Dichter</hi>.</head><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
        <lg type="poem">
          <lg n="1">
            <l>Ihr kalten Heuchler, &#x017F;precht von den Go&#x0364;ttern nicht!</l><lb/>
            <l>Ihr habt Ver&#x017F;tand, ihr glaubt nicht an Helios</l><lb/>
            <l> <hi rendition="#et">Noch an den Donnerer und Meergott;</hi> </l><lb/>
            <l> <hi rendition="#et">Todt i&#x017F;t die Erde, wer mag ihr danken?</hi> </l>
          </lg><lb/>
          <lg n="2">
            <l>Getro&#x017F;t ihr Go&#x0364;tter! zieret ihr doch das Lied,</l><lb/>
            <l>Wenn &#x017F;chon aus euren Namen die Seele &#x017F;chwamd,</l><lb/>
            <l> <hi rendition="#et">Und i&#x017F;t ein großes Wort vonno&#x0364;then,</hi> </l><lb/>
            <l> <hi rendition="#et">Mutter Natur! &#x017F;o gedenkt man deiner.</hi> </l>
          </lg><lb/>
          <l/>
        </lg>
      </div>
      <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
    </body>
  </text>
</TEI>
[42/0050] Die ſcheinheiligen Dichter. Ihr kalten Heuchler, ſprecht von den Goͤttern nicht! Ihr habt Verſtand, ihr glaubt nicht an Helios Noch an den Donnerer und Meergott; Todt iſt die Erde, wer mag ihr danken? Getroſt ihr Goͤtter! zieret ihr doch das Lied, Wenn ſchon aus euren Namen die Seele ſchwamd, Und iſt ein großes Wort vonnoͤthen, Mutter Natur! ſo gedenkt man deiner.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/hoelderlin_gedichte_1826
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/hoelderlin_gedichte_1826/50
Zitationshilfe: Hölderlin, Friedrich: Gedichte. Stuttgart u. a., 1826, S. 42. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hoelderlin_gedichte_1826/50>, abgerufen am 21.02.2024.