Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Hug, Gallus Joseph: Die christliche Familie im Kampfe gegen feindliche Mächte. Vorträge über christliche Ehe und Erziehung. Freiburg (Schweiz), 1896.

Bild:
<< vorherige Seite

Warum denn nicht nachgeben? Warum Krieg statt
Frieden? Was beweist dies alles? Die christliche Ehe
ist der lebende Zeuge für die Heiligkeit der Kirche, die
lieber alles duldet, als nur einen Finger breit von Gottes
Wegen abweichen; sie ist der lebendige Zeuge für die Gött-
lichkeit der Kirche, welche arm und waffenlos alle Macht
und Grausamkeit des Fleisches überwunden hat, und heute
noch bekämpft und besiegt. Sie fürchtet nicht Könige und
Kaiser, nicht Kriegsheere und Flotten, nicht Christen und
Türken, nicht die geheimen Gesellschaften und ihre Droh-
ungen, nicht die öffentliche Meinung und ihren Blödsinn
- sondern eines verstoßenen Weibes wegen tritt sie in
den Kampf mit der ganzen Welt und mit den Pforten
der Hölle, um die Heiligkeit der Ehe zu beschützen und
damit Familie und Gesellschaft vor der Auflösung zu
bewahren.

Präget euch diese Wahrheiten tief ein; denn in gegen-
wärtiger Zeit kann das katholische Bewußtsein so leicht
geschwächt werden, und wenn dann die Leidenschaft erwacht,
wird das Sündenelend bald voll. Redet euern Söhnen
und Töchtern oft von diesen Wahrheiten, besonders den
Töchtern. Denn die Frömmigkeit dieser geht bei allem
äußern Schein nur zu oft und zu schnell im Feuer der
Leidenschaft in Rauch auf, sobald sie nur irgend wie Aus-
sicht haben, zu heirathen. So werden dann unglückliche
oder sündhafte oder gar ungültige Ehen geschlossen.

Wenn ihr aber, um mit Leo XIII. zu reden, höchst
Unglückliche kennt, welche von Begierlichkeit entbrannt und
hingerissen und ihres Heiles gänzlich uneingedenk in sünd-
hafter Weise zusammenleben, ohne durch das Band einer
rechtsmäßigen Ehe verbunden zu sein, so suchet doch auf
jede Weise dahin zu wirken, daß diese Unglücklichen aller
Unglücklichsten Buße thun, den Gesetzen Gottes und der
Kirche sich fügen, und so dem ewigen Verderben entrissen
werden.

Warum denn nicht nachgeben? Warum Krieg statt
Frieden? Was beweist dies alles? Die christliche Ehe
ist der lebende Zeuge für die Heiligkeit der Kirche, die
lieber alles duldet, als nur einen Finger breit von Gottes
Wegen abweichen; sie ist der lebendige Zeuge für die Gött-
lichkeit der Kirche, welche arm und waffenlos alle Macht
und Grausamkeit des Fleisches überwunden hat, und heute
noch bekämpft und besiegt. Sie fürchtet nicht Könige und
Kaiser, nicht Kriegsheere und Flotten, nicht Christen und
Türken, nicht die geheimen Gesellschaften und ihre Droh-
ungen, nicht die öffentliche Meinung und ihren Blödsinn
– sondern eines verstoßenen Weibes wegen tritt sie in
den Kampf mit der ganzen Welt und mit den Pforten
der Hölle, um die Heiligkeit der Ehe zu beschützen und
damit Familie und Gesellschaft vor der Auflösung zu
bewahren.

Präget euch diese Wahrheiten tief ein; denn in gegen-
wärtiger Zeit kann das katholische Bewußtsein so leicht
geschwächt werden, und wenn dann die Leidenschaft erwacht,
wird das Sündenelend bald voll. Redet euern Söhnen
und Töchtern oft von diesen Wahrheiten, besonders den
Töchtern. Denn die Frömmigkeit dieser geht bei allem
äußern Schein nur zu oft und zu schnell im Feuer der
Leidenschaft in Rauch auf, sobald sie nur irgend wie Aus-
sicht haben, zu heirathen. So werden dann unglückliche
oder sündhafte oder gar ungültige Ehen geschlossen.

Wenn ihr aber, um mit Leo XIII. zu reden, höchst
Unglückliche kennt, welche von Begierlichkeit entbrannt und
hingerissen und ihres Heiles gänzlich uneingedenk in sünd-
hafter Weise zusammenleben, ohne durch das Band einer
rechtsmäßigen Ehe verbunden zu sein, so suchet doch auf
jede Weise dahin zu wirken, daß diese Unglücklichen aller
Unglücklichsten Buße thun, den Gesetzen Gottes und der
Kirche sich fügen, und so dem ewigen Verderben entrissen
werden.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="16">
        <pb facs="#f0168" xml:id="H891_001_1896_pb0156_0001" n="156"/>
        <p>Warum denn nicht nachgeben? Warum Krieg statt<lb/>
Frieden? Was beweist dies alles? Die christliche Ehe<lb/>
ist der lebende Zeuge für die Heiligkeit der Kirche, die<lb/>
lieber alles duldet, als nur einen Finger breit von Gottes<lb/>
Wegen abweichen; sie ist der lebendige Zeuge für die Gött-<lb/>
lichkeit der Kirche, welche arm und waffenlos alle Macht<lb/>
und Grausamkeit des Fleisches überwunden hat, und heute<lb/>
noch bekämpft und besiegt. Sie fürchtet nicht Könige und<lb/>
Kaiser, nicht Kriegsheere und Flotten, nicht Christen und<lb/>
Türken, nicht die geheimen Gesellschaften und ihre Droh-<lb/>
ungen, nicht die öffentliche Meinung und ihren Blödsinn<lb/>
&#x2013; sondern eines verstoßenen Weibes wegen tritt sie in<lb/>
den Kampf mit der ganzen Welt und mit den Pforten<lb/>
der Hölle, um die Heiligkeit der Ehe zu beschützen und<lb/>
damit Familie und Gesellschaft vor der Auflösung zu<lb/>
bewahren.</p>
        <p>Präget euch diese Wahrheiten tief ein; denn in gegen-<lb/>
wärtiger Zeit kann das katholische Bewußtsein so leicht<lb/>
geschwächt werden, und wenn dann die Leidenschaft erwacht,<lb/>
wird das Sündenelend bald voll. Redet euern Söhnen<lb/>
und Töchtern oft von diesen Wahrheiten, besonders den<lb/>
Töchtern. Denn die Frömmigkeit dieser geht bei allem<lb/>
äußern Schein nur zu oft und zu schnell im Feuer der<lb/>
Leidenschaft in Rauch auf, sobald sie nur irgend wie Aus-<lb/>
sicht haben, zu heirathen. So werden dann unglückliche<lb/>
oder sündhafte oder gar ungültige Ehen geschlossen.</p>
        <p>Wenn ihr aber, um mit Leo XIII. zu reden, höchst<lb/>
Unglückliche kennt, welche von Begierlichkeit entbrannt und<lb/>
hingerissen und ihres Heiles gänzlich uneingedenk in sünd-<lb/>
hafter Weise zusammenleben, ohne durch das Band einer<lb/>
rechtsmäßigen Ehe verbunden zu sein, so suchet doch auf<lb/>
jede Weise dahin zu wirken, daß diese Unglücklichen aller<lb/>
Unglücklichsten Buße thun, den Gesetzen Gottes und der<lb/>
Kirche sich fügen, und so dem ewigen Verderben entrissen<lb/>
werden.</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[156/0168] Warum denn nicht nachgeben? Warum Krieg statt Frieden? Was beweist dies alles? Die christliche Ehe ist der lebende Zeuge für die Heiligkeit der Kirche, die lieber alles duldet, als nur einen Finger breit von Gottes Wegen abweichen; sie ist der lebendige Zeuge für die Gött- lichkeit der Kirche, welche arm und waffenlos alle Macht und Grausamkeit des Fleisches überwunden hat, und heute noch bekämpft und besiegt. Sie fürchtet nicht Könige und Kaiser, nicht Kriegsheere und Flotten, nicht Christen und Türken, nicht die geheimen Gesellschaften und ihre Droh- ungen, nicht die öffentliche Meinung und ihren Blödsinn – sondern eines verstoßenen Weibes wegen tritt sie in den Kampf mit der ganzen Welt und mit den Pforten der Hölle, um die Heiligkeit der Ehe zu beschützen und damit Familie und Gesellschaft vor der Auflösung zu bewahren. Präget euch diese Wahrheiten tief ein; denn in gegen- wärtiger Zeit kann das katholische Bewußtsein so leicht geschwächt werden, und wenn dann die Leidenschaft erwacht, wird das Sündenelend bald voll. Redet euern Söhnen und Töchtern oft von diesen Wahrheiten, besonders den Töchtern. Denn die Frömmigkeit dieser geht bei allem äußern Schein nur zu oft und zu schnell im Feuer der Leidenschaft in Rauch auf, sobald sie nur irgend wie Aus- sicht haben, zu heirathen. So werden dann unglückliche oder sündhafte oder gar ungültige Ehen geschlossen. Wenn ihr aber, um mit Leo XIII. zu reden, höchst Unglückliche kennt, welche von Begierlichkeit entbrannt und hingerissen und ihres Heiles gänzlich uneingedenk in sünd- hafter Weise zusammenleben, ohne durch das Band einer rechtsmäßigen Ehe verbunden zu sein, so suchet doch auf jede Weise dahin zu wirken, daß diese Unglücklichen aller Unglücklichsten Buße thun, den Gesetzen Gottes und der Kirche sich fügen, und so dem ewigen Verderben entrissen werden.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Weitere Informationen:

Dieses Werk stammt vom Projekt Digitization Lifecycle am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Anmerkungen zur Transkription:

Bei der Zeichenerkennung wurde nach Vorgabe des DLC modernisiert.

In Absprache mit dem MPI wurden die folgenden Aspekte der Vorlage nicht erfasst:

  • Bogensignaturen und Kustoden
  • Kolumnentitel
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterscheide zugunsten der Identifizierung von titleParts verzichtet.
  • Bei Textpassagen, die als Abschnittsüberschrift ausgeweisen werden können, wird auf die zusätzliche Auszeichnung des Layouts verzichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.

Es wurden alle Anführungszeichen übernommen und die Zitate zusätzlich mit q ausgezeichnet.

Weiche und harte Zeilentrennungen werden identisch als 002D übernommen. Der Zeilenumbruch selbst über lb ausgezeichnet.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/hug_familie_1896
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/hug_familie_1896/168
Zitationshilfe: Hug, Gallus Joseph: Die christliche Familie im Kampfe gegen feindliche Mächte. Vorträge über christliche Ehe und Erziehung. Freiburg (Schweiz), 1896, S. 156. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hug_familie_1896/168>, abgerufen am 08.08.2022.