Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Hug, Gallus Joseph: Die christliche Familie im Kampfe gegen feindliche Mächte. Vorträge über christliche Ehe und Erziehung. Freiburg (Schweiz), 1896.

Bild:
<< vorherige Seite

Standespflichten die Last und Hitze des Tages zu tragen
und so den Himmel zu verdienen. Um aber im Guten
auszuharren, betet doch Tag für Tag um die Vermeh-
rung all jener Gnaden, welche Gott mit euerem Stande
verbunden hat. Wer aber bisan seine Standes- und
Berufspflichten schwer vernachlässigt und verletzt hat, an
den ergeht in elfter und letzter Stunde der Ruf Gottes:
Thue Buße, sei jetzt eifrig in Erfüllung deiner Standes-
pflichten und ich will auch dir den Zehner des Himmels-
reiches geben.

So glaube ich, Allen das gesagt zu haben, was
Jedem nach seinem Berufe und seinen Verhältnissen zum
Heile nothwendig ist; mögen doch Alle von der Gnade
gestärkt das befolgen und ihres Berufes würdig wandeln,
um in den Erbarmungen Gottes bald den auserwählten
Schaaren im Himmel beigezählt zu werden.

XXXV.
Art und Weise der Standeswahl.

Stand und Beruf sind nur die besondere Lebensauf-
gabe durch deren Erfüllung wir Gott zu dienen und so
unsere Seele für die Ewigkeit zu retten haben. Gott als
der Hausvater des ganzen Menschengeschlechtes giebt einem
jeden diese Lebensaufgabe, und ein jeder, der eines guten
Willens, sehen und hören will, kann dieselbe erkennen.
Denn, wenn dieselbe oft längere Zeit ein Geheimniß ist,
so ist es uns doch gegeben, dies Geheimniß des Reiches
Gottes zu durchschauen und so unsern Gott gewollten
Beruf zu erkennen. Daher denn die Frage, was haben
wir bei der Standeswahl zu thun, um den wahren Beruf

Standespflichten die Last und Hitze des Tages zu tragen
und so den Himmel zu verdienen. Um aber im Guten
auszuharren, betet doch Tag für Tag um die Vermeh-
rung all jener Gnaden, welche Gott mit euerem Stande
verbunden hat. Wer aber bisan seine Standes- und
Berufspflichten schwer vernachlässigt und verletzt hat, an
den ergeht in elfter und letzter Stunde der Ruf Gottes:
Thue Buße, sei jetzt eifrig in Erfüllung deiner Standes-
pflichten und ich will auch dir den Zehner des Himmels-
reiches geben.

So glaube ich, Allen das gesagt zu haben, was
Jedem nach seinem Berufe und seinen Verhältnissen zum
Heile nothwendig ist; mögen doch Alle von der Gnade
gestärkt das befolgen und ihres Berufes würdig wandeln,
um in den Erbarmungen Gottes bald den auserwählten
Schaaren im Himmel beigezählt zu werden.

XXXV.
Art und Weise der Standeswahl.

Stand und Beruf sind nur die besondere Lebensauf-
gabe durch deren Erfüllung wir Gott zu dienen und so
unsere Seele für die Ewigkeit zu retten haben. Gott als
der Hausvater des ganzen Menschengeschlechtes giebt einem
jeden diese Lebensaufgabe, und ein jeder, der eines guten
Willens, sehen und hören will, kann dieselbe erkennen.
Denn, wenn dieselbe oft längere Zeit ein Geheimniß ist,
so ist es uns doch gegeben, dies Geheimniß des Reiches
Gottes zu durchschauen und so unsern Gott gewollten
Beruf zu erkennen. Daher denn die Frage, was haben
wir bei der Standeswahl zu thun, um den wahren Beruf

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="34">
        <p><pb facs="#f0344" xml:id="H891_001_1896_pb0332_0001" n="332"/>
Standespflichten die Last und Hitze des Tages zu tragen<lb/>
und so den Himmel zu verdienen. Um aber im Guten<lb/>
auszuharren, betet doch Tag für Tag um die Vermeh-<lb/>
rung all jener Gnaden, welche Gott mit euerem Stande<lb/>
verbunden hat. Wer aber bisan seine Standes- und<lb/>
Berufspflichten schwer vernachlässigt und verletzt hat, an<lb/>
den ergeht in elfter und letzter Stunde der Ruf Gottes:<lb/>
Thue Buße, sei jetzt eifrig in Erfüllung deiner Standes-<lb/>
pflichten und ich will auch dir den Zehner des Himmels-<lb/>
reiches geben.</p>
        <p>So glaube ich, Allen das gesagt zu haben, was<lb/>
Jedem nach seinem Berufe und seinen Verhältnissen zum<lb/>
Heile nothwendig ist; mögen doch Alle von der Gnade<lb/>
gestärkt das befolgen und ihres Berufes würdig wandeln,<lb/>
um in den Erbarmungen Gottes bald den auserwählten<lb/>
Schaaren im Himmel beigezählt zu werden.</p>
      </div>
      <div n="35">
        <head rendition="#c">XXXV.<lb/>
Art und Weise der Standeswahl.</head><lb/>
        <p>Stand und Beruf sind nur die besondere Lebensauf-<lb/>
gabe durch deren Erfüllung wir Gott zu dienen und so<lb/>
unsere Seele für die Ewigkeit zu retten haben. Gott als<lb/>
der Hausvater des ganzen Menschengeschlechtes giebt einem<lb/>
jeden diese Lebensaufgabe, und ein jeder, der eines guten<lb/>
Willens, sehen und hören will, kann dieselbe erkennen.<lb/>
Denn, wenn dieselbe oft längere Zeit ein Geheimniß ist,<lb/>
so ist es uns doch gegeben, dies Geheimniß des Reiches<lb/>
Gottes zu durchschauen und so unsern Gott gewollten<lb/>
Beruf zu erkennen. Daher denn die Frage, was haben<lb/>
wir bei der Standeswahl zu thun, um den wahren Beruf<lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[332/0344] Standespflichten die Last und Hitze des Tages zu tragen und so den Himmel zu verdienen. Um aber im Guten auszuharren, betet doch Tag für Tag um die Vermeh- rung all jener Gnaden, welche Gott mit euerem Stande verbunden hat. Wer aber bisan seine Standes- und Berufspflichten schwer vernachlässigt und verletzt hat, an den ergeht in elfter und letzter Stunde der Ruf Gottes: Thue Buße, sei jetzt eifrig in Erfüllung deiner Standes- pflichten und ich will auch dir den Zehner des Himmels- reiches geben. So glaube ich, Allen das gesagt zu haben, was Jedem nach seinem Berufe und seinen Verhältnissen zum Heile nothwendig ist; mögen doch Alle von der Gnade gestärkt das befolgen und ihres Berufes würdig wandeln, um in den Erbarmungen Gottes bald den auserwählten Schaaren im Himmel beigezählt zu werden. XXXV. Art und Weise der Standeswahl. Stand und Beruf sind nur die besondere Lebensauf- gabe durch deren Erfüllung wir Gott zu dienen und so unsere Seele für die Ewigkeit zu retten haben. Gott als der Hausvater des ganzen Menschengeschlechtes giebt einem jeden diese Lebensaufgabe, und ein jeder, der eines guten Willens, sehen und hören will, kann dieselbe erkennen. Denn, wenn dieselbe oft längere Zeit ein Geheimniß ist, so ist es uns doch gegeben, dies Geheimniß des Reiches Gottes zu durchschauen und so unsern Gott gewollten Beruf zu erkennen. Daher denn die Frage, was haben wir bei der Standeswahl zu thun, um den wahren Beruf

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Weitere Informationen:

Dieses Werk stammt vom Projekt Digitization Lifecycle am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Anmerkungen zur Transkription:

Bei der Zeichenerkennung wurde nach Vorgabe des DLC modernisiert.

In Absprache mit dem MPI wurden die folgenden Aspekte der Vorlage nicht erfasst:

  • Bogensignaturen und Kustoden
  • Kolumnentitel
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterscheide zugunsten der Identifizierung von titleParts verzichtet.
  • Bei Textpassagen, die als Abschnittsüberschrift ausgeweisen werden können, wird auf die zusätzliche Auszeichnung des Layouts verzichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.

Es wurden alle Anführungszeichen übernommen und die Zitate zusätzlich mit q ausgezeichnet.

Weiche und harte Zeilentrennungen werden identisch als 002D übernommen. Der Zeilenumbruch selbst über lb ausgezeichnet.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/hug_familie_1896
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/hug_familie_1896/344
Zitationshilfe: Hug, Gallus Joseph: Die christliche Familie im Kampfe gegen feindliche Mächte. Vorträge über christliche Ehe und Erziehung. Freiburg (Schweiz), 1896, S. 332. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hug_familie_1896/344>, abgerufen am 21.05.2022.