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Humboldt, Alexander von: Ueber den Manati des Orinoko. In: Archiv für Naturgeschichte, 4 Jg., Bd. 1 (1838), S. 1-18, [397], [399].

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Ueber den Manati des Orinoko
von
Herrn A. v. Humboldt.

(Aus dessen französischen Manuscripten übersetzt vom Herausgeber1))



Hierzu Taf. I. und II.

Man hat mit Recht den reisenden Naturforschern vorgewor-
fen, dass sie mehrere Arten grösserer Säugethiere verwechselt
hätten, während sie von Mollusken, Insecten und den klein-
sten froschartigen Amphibien die ausführlichsten Beschreibun-
gen geben. Es geht mit unserer Kenntniss in der Zoologie
eben so, wie mit denen in der Botanik. Eine unzählige Menge
von Ixien, Cypripedien u. dergl. sind mit grosser Sorgfalt be-
schrieben, während dieselben tropischen Länder, welche diese
krautartigen Pflanzen verbergen, Bäume hervorbringen, deren
colossale Grösse an die der Anacardien, Cavanillesien und Hy-
menaeen gränzt, und von welchen wir dennoch die Blüthen-
theile gar nicht kennen. Und in der That, es ist eben so
schwer, die Blüthen dieser Bäume von 30-40 Meter Höhe
zu erreichen, als sich die grossen Arten der Cetaceen, Amphi-
bien-Säugethiere und Pachydermen zu verschaffen. Es ist
noch nicht gar lange, dass man den grossöhrigen Elephanten
Afrikas von dem indischen Elephanten mit vertiefter Stirn

1) Herr v. Humboldt, dessen zoologische Tagebücher noch so
manche ungedruckte Notizen enthalten, hat lange angestanden, mir
dieses Fragment über den Manati des Orinoko mitzutheilen. Ein be-
sonderes Interesse wird aber diese sorgfältige Beschreibung noch
dadurch erhalten, dass dieselbe in der Gestalt, in welcher wir sie hier
geben, vor fast 40 Jahren am Orinoko selbst entworfen wurde. Sie war
zu einer Abhandlung in dem Rec. d'Observ. d. Zool. bestimmt, und ist
es mithin, auf welche sich Hr. v. Humboldt in seiner Voyag. aux
reg equinox. VI. p.
235., als im zweiten Bande jenes Werkes er-
schienen, bezieht.    Herausgeber.
IV. Jahrg. 1. Band.    1
Ueber den Manati des Orinoko
von
Herrn A. v. Humboldt.

(Aus dessen französischen Manuscripten übersetzt vom Herausgeber1))



Hierzu Taf. I. und II.

Man hat mit Recht den reisenden Naturforschern vorgewor-
fen, daſs sie mehrere Arten gröſserer Säugethiere verwechselt
hätten, während sie von Mollusken, Insecten und den klein-
sten froschartigen Amphibien die ausführlichsten Beschreibun-
gen geben. Es geht mit unserer Kenntniſs in der Zoologie
eben so, wie mit denen in der Botanik. Eine unzählige Menge
von Ixien, Cypripedien u. dergl. sind mit groſser Sorgfalt be-
schrieben, während dieselben tropischen Länder, welche diese
krautartigen Pflanzen verbergen, Bäume hervorbringen, deren
colossale Gröſse an die der Anacardien, Cavanillesien und Hy-
menaeen gränzt, und von welchen wir dennoch die Blüthen-
theile gar nicht kennen. Und in der That, es ist eben so
schwer, die Blüthen dieser Bäume von 30–40 Meter Höhe
zu erreichen, als sich die groſsen Arten der Cetaceen, Amphi-
bien-Säugethiere und Pachydermen zu verschaffen. Es ist
noch nicht gar lange, daſs man den groſsöhrigen Elephanten
Afrikas von dem indischen Elephanten mit vertiefter Stirn

1) Herr v. Humboldt, dessen zoologische Tagebücher noch so
manche ungedruckte Notizen enthalten, hat lange angestanden, mir
dieses Fragment über den Manati des Orinoko mitzutheilen. Ein be-
sonderes Interesse wird aber diese sorgfältige Beschreibung noch
dadurch erhalten, daſs dieselbe in der Gestalt, in welcher wir sie hier
geben, vor fast 40 Jahren am Orinoko selbst entworfen wurde. Sie war
zu einer Abhandlung in dem Rec. d'Observ. d. Zool. bestimmt, und ist
es mithin, auf welche sich Hr. v. Humboldt in seiner Voyag. aux
rég equinox. VI. p.
235., als im zweiten Bande jenes Werkes er-
schienen, bezieht.    Herausgeber.
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[0002] Ueber den Manati des Orinoko von Herrn A. v. Humboldt. (Aus dessen französischen Manuscripten übersetzt vom Herausgeber 1)) Hierzu Taf. I. und II. Man hat mit Recht den reisenden Naturforschern vorgewor- fen, daſs sie mehrere Arten gröſserer Säugethiere verwechselt hätten, während sie von Mollusken, Insecten und den klein- sten froschartigen Amphibien die ausführlichsten Beschreibun- gen geben. Es geht mit unserer Kenntniſs in der Zoologie eben so, wie mit denen in der Botanik. Eine unzählige Menge von Ixien, Cypripedien u. dergl. sind mit groſser Sorgfalt be- schrieben, während dieselben tropischen Länder, welche diese krautartigen Pflanzen verbergen, Bäume hervorbringen, deren colossale Gröſse an die der Anacardien, Cavanillesien und Hy- menaeen gränzt, und von welchen wir dennoch die Blüthen- theile gar nicht kennen. Und in der That, es ist eben so schwer, die Blüthen dieser Bäume von 30–40 Meter Höhe zu erreichen, als sich die groſsen Arten der Cetaceen, Amphi- bien-Säugethiere und Pachydermen zu verschaffen. Es ist noch nicht gar lange, daſs man den groſsöhrigen Elephanten Afrikas von dem indischen Elephanten mit vertiefter Stirn 1) Herr v. Humboldt, dessen zoologische Tagebücher noch so manche ungedruckte Notizen enthalten, hat lange angestanden, mir dieses Fragment über den Manati des Orinoko mitzutheilen. Ein be- sonderes Interesse wird aber diese sorgfältige Beschreibung noch dadurch erhalten, daſs dieselbe in der Gestalt, in welcher wir sie hier geben, vor fast 40 Jahren am Orinoko selbst entworfen wurde. Sie war zu einer Abhandlung in dem Rec. d'Observ. d. Zool. bestimmt, und ist es mithin, auf welche sich Hr. v. Humboldt in seiner Voyag. aux rég equinox. VI. p. 235., als im zweiten Bande jenes Werkes er- schienen, bezieht. Herausgeber. IV. Jahrg. 1. Band. 1

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Zitationshilfe: Humboldt, Alexander von: Ueber den Manati des Orinoko. In: Archiv für Naturgeschichte, 4 Jg., Bd. 1 (1838), S. 1-18, [397], [399], S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/humboldt_manati_1838/2>, abgerufen am 07.12.2021.