einem Rabbi geprüft, und nach befundener Tüch- tigkeit erst zum Schochet ernannt. Nur, wer hier- über ein, von einem Rabbiner ausgestelltes Zeugniß aufweisen kann, darf schächten, und nur das, was ein solcher Schochet geschlachtet oder geschäch- tet hat, darf von Jsraels frommen Kindern geges- sen werden.
Zum Schächten von großen Thieren bedient man sich großer, von kleinen Thieren aber kleiner Messer. Die erstern müssen vorne breit und stumpf, sehr scharf und durchaus ohne Scharte seyn. Oft fährt die Seele eines gerechten und frommen Jsrae- liten in ein reines Vieh oder Geflügel, und deshalb soll man ihm einen recht sanften Tod geben, denn man würde der armen Judenseele sehr wehe thun, wenn man ein stumpfes oder gar ein schartiges Messer zum Schächten gebrauchte *).
"Die Verordnungen vom Schächten müssen ja sorgfältig beobachtet, und die Schächtmesser jedes Mal vorher genau besichtiget werden zum Besten der Seelen, die etwa in das Vieh oder in den Vogel gefahren sind, damit man ihnen keine Schmerzen mache, denn es stehet geschrieben: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst 3 B. Mos. 19. V. 18. **)"
**) Avodath Hakkodesch, Tit. Chelek haavoda Kap 34.
einem Rabbi gepruͤft, und nach befundener Tuͤch- tigkeit erſt zum Schochet ernannt. Nur, wer hier- uͤber ein, von einem Rabbiner ausgeſtelltes Zeugniß aufweiſen kann, darf ſchaͤchten, und nur das, was ein ſolcher Schochet geſchlachtet oder geſchaͤch- tet hat, darf von Jſraels frommen Kindern gegeſ- ſen werden.
Zum Schaͤchten von großen Thieren bedient man ſich großer, von kleinen Thieren aber kleiner Meſſer. Die erſtern muͤſſen vorne breit und ſtumpf, ſehr ſcharf und durchaus ohne Scharte ſeyn. Oft faͤhrt die Seele eines gerechten und frommen Jſrae- liten in ein reines Vieh oder Gefluͤgel, und deshalb ſoll man ihm einen recht ſanften Tod geben, denn man wuͤrde der armen Judenſeele ſehr wehe thun, wenn man ein ſtumpfes oder gar ein ſchartiges Meſſer zum Schaͤchten gebrauchte *).
»Die Verordnungen vom Schaͤchten muͤſſen ja ſorgfaͤltig beobachtet, und die Schaͤchtmeſſer jedes Mal vorher genau beſichtiget werden zum Beſten der Seelen, die etwa in das Vieh oder in den Vogel gefahren ſind, damit man ihnen keine Schmerzen mache, denn es ſtehet geſchrieben: Du ſollſt deinen Naͤchſten lieben, als dich ſelbſt 3 B. Moſ. 19. V. 18. **)«
**) Avodath Hakkodeſch, Tit. Chelek haavoda Kap 34.
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einem Rabbi gepruͤft, und nach befundener Tuͤch-
tigkeit erſt zum Schochet ernannt. Nur, wer hier-
uͤber ein, von einem Rabbiner ausgeſtelltes Zeugniß
aufweiſen kann, darf ſchaͤchten, und nur das,
was ein ſolcher Schochet geſchlachtet oder geſchaͤch-
tet hat, darf von Jſraels frommen Kindern gegeſ-
ſen werden.
Zum Schaͤchten von großen Thieren bedient
man ſich großer, von kleinen Thieren aber kleiner
Meſſer. Die erſtern muͤſſen vorne breit und ſtumpf,
ſehr ſcharf und durchaus ohne Scharte ſeyn. Oft
faͤhrt die Seele eines gerechten und frommen Jſrae-
liten in ein reines Vieh oder Gefluͤgel, und deshalb
ſoll man ihm einen recht ſanften Tod geben, denn
man wuͤrde der armen Judenſeele ſehr wehe thun,
wenn man ein ſtumpfes oder gar ein ſchartiges
Meſſer zum Schaͤchten gebrauchte *).
»Die Verordnungen vom Schaͤchten muͤſſen ja
ſorgfaͤltig beobachtet, und die Schaͤchtmeſſer jedes
Mal vorher genau beſichtiget werden zum Beſten
der Seelen, die etwa in das Vieh oder in den
Vogel gefahren ſind, damit man ihnen keine
Schmerzen mache, denn es ſtehet geſchrieben: Du
ſollſt deinen Naͤchſten lieben, als dich ſelbſt 3 B.
Moſ. 19. V. 18. **)«
*) Capthor upherach; Avodath Hakkodeſch Theil 2,
Kap. 18.
**) Avodath Hakkodeſch, Tit. Chelek haavoda Kap 34.
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Hundt-Radowsky, Hartwig: Die Judenschule, oder gründliche Anleitung, in kurzer Zeit ein vollkommener schwarzer oder weißer Jude zu werden. Bd. 2. Jerusalem [i. e. Aarau], 1822, S. 182. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hundtradowsky_judenschule02_1822/182>, abgerufen am 23.09.2024.
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