ohne Scharte, so hängt man das Vieh auf, nimmt die Eingeweide heraus, und schneidet auf beiden Seiten, nach dem Herzen zu ein Loch, wo der Metzger oder ein Anderer, der das Badken (Durchsuchen) versteht, mit den Händen hinein langt und badket oder untersucht, ob sich irgendwo Blut gesetzt, oder ob das Thier Beulen oder an- dere Fehler habe. Findet sich das Geringste der Art, so ist das Geschlachtete asur (unrein und verboten) und darf nicht gegessen werden.
Wenn das Fleisch koscher d. h. rein und gut ist, nimmt man die Adern und Nerven nebst dem Un- schlitt heraus, wäscht sorgfältig jeden Blutstropfen ab, und läßt es auf einem Brett vollends abtrie- fen. Nachher wird es gesalzen und muß eine bis zwei Stunden in durchlöcherten Gefäßen liegen, damit das Salz alles Blutige ausziehen möge, denn Moses hat das Blut essen, aber nicht das Blut- vergießen, auf das strengste verboten. Das Hintertheil essen Jsraels heilige Kinder nicht, "weil der Engel Michael unserm Vater Jakob die Hüfte (das Hinterviertel) verrenkt hat."
Das Blut der großen oder vierfüßigen Thiere wird eingegraben, denn "die Erde hat das Blut des frommen Abels getrunken, den sein Bruder, der gottlose Kain erschlagen hat." Auch muß man es deshalb mit Erde bedecken, "damit nicht der Sa- tan es sieht, und uns bei dem heiligen, hochgelob-
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ohne Scharte, ſo haͤngt man das Vieh auf, nimmt die Eingeweide heraus, und ſchneidet auf beiden Seiten, nach dem Herzen zu ein Loch, wo der Metzger oder ein Anderer, der das Badken (Durchſuchen) verſteht, mit den Haͤnden hinein langt und badket oder unterſucht, ob ſich irgendwo Blut geſetzt, oder ob das Thier Beulen oder an- dere Fehler habe. Findet ſich das Geringſte der Art, ſo iſt das Geſchlachtete aſur (unrein und verboten) und darf nicht gegeſſen werden.
Wenn das Fleiſch koſcher d. h. rein und gut iſt, nimmt man die Adern und Nerven nebſt dem Un- ſchlitt heraus, waͤſcht ſorgfaͤltig jeden Blutstropfen ab, und laͤßt es auf einem Brett vollends abtrie- fen. Nachher wird es geſalzen und muß eine bis zwei Stunden in durchloͤcherten Gefaͤßen liegen, damit das Salz alles Blutige ausziehen moͤge, denn Moſes hat das Blut eſſen, aber nicht das Blut- vergießen, auf das ſtrengſte verboten. Das Hintertheil eſſen Jſraels heilige Kinder nicht, »weil der Engel Michael unſerm Vater Jakob die Huͤfte (das Hinterviertel) verrenkt hat.«
Das Blut der großen oder vierfuͤßigen Thiere wird eingegraben, denn »die Erde hat das Blut des frommen Abels getrunken, den ſein Bruder, der gottloſe Kain erſchlagen hat.« Auch muß man es deshalb mit Erde bedecken, »damit nicht der Sa- tan es ſieht, und uns bei dem heiligen, hochgelob-
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ohne Scharte, ſo haͤngt man das Vieh auf, nimmt
die Eingeweide heraus, und ſchneidet auf beiden
Seiten, nach dem Herzen zu ein Loch, wo der
Metzger oder ein Anderer, der das Badken
(Durchſuchen) verſteht, mit den Haͤnden hinein langt
und badket oder unterſucht, ob ſich irgendwo
Blut geſetzt, oder ob das Thier Beulen oder an-
dere Fehler habe. Findet ſich das Geringſte der
Art, ſo iſt das Geſchlachtete aſur (unrein und
verboten) und darf nicht gegeſſen werden.
Wenn das Fleiſch koſcher d. h. rein und gut iſt,
nimmt man die Adern und Nerven nebſt dem Un-
ſchlitt heraus, waͤſcht ſorgfaͤltig jeden Blutstropfen
ab, und laͤßt es auf einem Brett vollends abtrie-
fen. Nachher wird es geſalzen und muß eine bis
zwei Stunden in durchloͤcherten Gefaͤßen liegen,
damit das Salz alles Blutige ausziehen moͤge, denn
Moſes hat das Blut eſſen, aber nicht das Blut-
vergießen, auf das ſtrengſte verboten. Das
Hintertheil eſſen Jſraels heilige Kinder nicht, »weil
der Engel Michael unſerm Vater Jakob die Huͤfte
(das Hinterviertel) verrenkt hat.«
Das Blut der großen oder vierfuͤßigen Thiere
wird eingegraben, denn »die Erde hat das Blut
des frommen Abels getrunken, den ſein Bruder,
der gottloſe Kain erſchlagen hat.« Auch muß man
es deshalb mit Erde bedecken, »damit nicht der Sa-
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Hundt-Radowsky, Hartwig: Die Judenschule, oder gründliche Anleitung, in kurzer Zeit ein vollkommener schwarzer oder weißer Jude zu werden. Bd. 2. Jerusalem [i. e. Aarau], 1822, S. 184. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hundtradowsky_judenschule02_1822/184>, abgerufen am 23.09.2024.
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