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Ichenhaeuser, Eliza: Frauenziele. Berlin, 1913.

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Jn ihrer gegenwärtigen Gestalt muß die
Frauenbewegung die Zustimmung aller sittlich
empfindenden Menschen finden, denn sie stellt nur
die sittlich hochstehende Forderung, veränderten
kulturellen Verhältnissen entsprechend, ihren Ein-
satz an wirtschaftlichen, sittlichen und geistigen
Werten der Gemeinschaft zuführen zu dürfen, wie
Helene Lange so richtig sagt, bestimmt sich der An-
teil der Geschlechter nach ihrer spezifischen Ver-
anlagung, die bei der Frau auf ihrer Bestimmung
zur Mutterschaft beruht. Raum für die Er-
weiterung des Mutterschaftsgedankens auf allen
Lebensgebieten und damit Humanisierung aller
Lebensgebiete, das ist die Losung der modernen
Frauenbewegung.

Und daß dies keine bloße Forderung ist, daß sie
sie auch in die Tat umsetzt, sobald sie die Freiheit
dazu hat, dafür liefert die junge Geschichte der Be-
wegung selbst die schlagendsten Beweise.

Jn ihrer gegenwärtigen Gestalt muß die
Frauenbewegung die Zustimmung aller sittlich
empfindenden Menschen finden, denn sie stellt nur
die sittlich hochstehende Forderung, veränderten
kulturellen Verhältnissen entsprechend, ihren Ein-
satz an wirtschaftlichen, sittlichen und geistigen
Werten der Gemeinschaft zuführen zu dürfen, wie
Helene Lange so richtig sagt, bestimmt sich der An-
teil der Geschlechter nach ihrer spezifischen Ver-
anlagung, die bei der Frau auf ihrer Bestimmung
zur Mutterschaft beruht. Raum für die Er-
weiterung des Mutterschaftsgedankens auf allen
Lebensgebieten und damit Humanisierung aller
Lebensgebiete, das ist die Losung der modernen
Frauenbewegung.

Und daß dies keine bloße Forderung ist, daß sie
sie auch in die Tat umsetzt, sobald sie die Freiheit
dazu hat, dafür liefert die junge Geschichte der Be-
wegung selbst die schlagendsten Beweise.

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[22/0026] Jn ihrer gegenwärtigen Gestalt muß die Frauenbewegung die Zustimmung aller sittlich empfindenden Menschen finden, denn sie stellt nur die sittlich hochstehende Forderung, veränderten kulturellen Verhältnissen entsprechend, ihren Ein- satz an wirtschaftlichen, sittlichen und geistigen Werten der Gemeinschaft zuführen zu dürfen, wie Helene Lange so richtig sagt, bestimmt sich der An- teil der Geschlechter nach ihrer spezifischen Ver- anlagung, die bei der Frau auf ihrer Bestimmung zur Mutterschaft beruht. Raum für die Er- weiterung des Mutterschaftsgedankens auf allen Lebensgebieten und damit Humanisierung aller Lebensgebiete, das ist die Losung der modernen Frauenbewegung. Und daß dies keine bloße Forderung ist, daß sie sie auch in die Tat umsetzt, sobald sie die Freiheit dazu hat, dafür liefert die junge Geschichte der Be- wegung selbst die schlagendsten Beweise.

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Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Texte der ersten Frauenbewegung, betreut von Anna Pfundt und Thomas Gloning, JLU Gießen: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-12-07T10:34:09Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Anna Pfundt, Juliane Nau: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-12-07T10:34:09Z)

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Zitationshilfe: Ichenhaeuser, Eliza: Frauenziele. Berlin, 1913, S. 22. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/ichenhaeuser_frauenziele_1913/26>, abgerufen am 29.07.2021.