jestät, vor welcher der Himmel sich bewegt, und die Erde zittert. Demüthige dich vor dem, vor welchem sich noch beugen sollen alle Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erden sind. Ehre den gros- sen Richter der Lebendigen und der Todten, der wird dich wieder ehren. Ach! wann kommen doch die seligen Zeiten, die uns zum völligen Genuß der Liebe GOttes bringen? Wann kommt die Stunde, die uns zur Herrlichkeit JEsu hinrücket? Wann kom- men wir zu euch, vollkommene Geister, wo man GOtt und den Heyland ehret, ohne ge- hönet zu werden? Ach! wie lange sollen wir noch wallen unter dem Geschlecht, wel- chem eine demüthige Verehrung der höch- sten Majestät und dessen, der zur Rechten der Kraft sitzet, eine kriechende Einfalt ist? Eilet, eilet ihr Tage, die uns hier noch be- stimmet sind, ehe wir zur Vollkommenheit gelangen. Jndessen soll auch hier unser
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jeſtaͤt, vor welcher der Himmel ſich bewegt, und die Erde zittert. Demuͤthige dich vor dem, vor welchem ſich noch beugen ſollen alle Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erden ſind. Ehre den groſ- ſen Richter der Lebendigen und der Todten, der wird dich wieder ehren. Ach! wann kommen doch die ſeligen Zeiten, die uns zum voͤlligen Genuß der Liebe GOttes bringen? Wann kommt die Stunde, die uns zur Herrlichkeit JEſu hinruͤcket? Wann kom- men wir zu euch, vollkommene Geiſter, wo man GOtt und den Heyland ehret, ohne ge- hoͤnet zu werden? Ach! wie lange ſollen wir noch wallen unter dem Geſchlecht, wel- chem eine demuͤthige Verehrung der hoͤch- ſten Majeſtaͤt und deſſen, der zur Rechten der Kraft ſitzet, eine kriechende Einfalt iſt? Eilet, eilet ihr Tage, die uns hier noch be- ſtimmet ſind, ehe wir zur Vollkommenheit gelangen. Jndeſſen ſoll auch hier unſer
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jeſtaͤt, vor welcher der Himmel ſich bewegt,
und die Erde zittert. Demuͤthige dich vor
dem, vor welchem ſich noch beugen ſollen
alle Kniee, die im Himmel und auf Erden
und unter der Erden ſind. Ehre den groſ-
ſen Richter der Lebendigen und der Todten,
der wird dich wieder ehren. Ach! wann
kommen doch die ſeligen Zeiten, die uns zum
voͤlligen Genuß der Liebe GOttes bringen?
Wann kommt die Stunde, die uns zur
Herrlichkeit JEſu hinruͤcket? Wann kom-
men wir zu euch, vollkommene Geiſter, wo
man GOtt und den Heyland ehret, ohne ge-
hoͤnet zu werden? Ach! wie lange ſollen
wir noch wallen unter dem Geſchlecht, wel-
chem eine demuͤthige Verehrung der hoͤch-
ſten Majeſtaͤt und deſſen, der zur Rechten
der Kraft ſitzet, eine kriechende Einfalt iſt?
Eilet, eilet ihr Tage, die uns hier noch be-
ſtimmet ſind, ehe wir zur Vollkommenheit
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Jacobi, Johann Friedrich: Betrachtungen über die Weisen Absichten Gottes, bey denen Dingen, die wir in der menschlichen Gesellschaft und der Offenbahrung antreffen. Bd. 2. Göttingen, 1745, S. 407. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/jacobi_betrachtungen02_1745/425>, abgerufen am 26.09.2024.
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