Jacobi, Johann Friedrich: Betrachtungen über die Weisen Absichten Gottes, bey denen Dingen, die wir in der menschlichen Gesellschaft und der Offenbahrung antreffen. Bd. 2. Göttingen, 1745.HErr hat unser vergessen, es ist aus mit un- serer Hoffnung. Die Jünger aber sahen nun den, welcher dem Uebertreten weh- ren, die Sünde zusiegeln, die Missethat versöhnen und die ewige Gerechtigkeit bringen sollte. Der Grund der Höllen bebte nunmehr würcklich, und die Geister der Finsterniß flohen. Der Tod wich, und Leiber giengen aus der Verwesung, zum gewissen Zeichen des, was nach diesem geschehen soll. Dieses sahen sie mit einer gläubigen Verwunderung, und wurden da- durch bewogen Christum und seine Lehre mit einer völligen Gewißheit anzunehmen, und eine selige Ewigkeit zu hoffen. Die- ses ist der Grund der Glückseligkeit, die JE- sus seinen Jüngern zueignet. Uns, treue Brüder Christi, gehet selbige auch an. Wir sehen auch, was die Jünger sahen, in den sichersten Zeugnissen. Ja wir sehen noch mehr als sie. Wir sehen das Evan- gelium ausgebreitet und daselbst Tempel Christi, wo sonsten Tempel der Götzen stun- den. Das Feuer, das Schwerdt und die Wuth der Heiden drohet dem Volcke GOttes den Untergang nicht mehr. Es herrschet über die mächtigsten Reiche. Wir
HErr hat unſer vergeſſen, es iſt aus mit un- ſerer Hoffnung. Die Juͤnger aber ſahen nun den, welcher dem Uebertreten weh- ren, die Suͤnde zuſiegeln, die Miſſethat verſoͤhnen und die ewige Gerechtigkeit bringen ſollte. Der Grund der Hoͤllen bebte nunmehr wuͤrcklich, und die Geiſter der Finſterniß flohen. Der Tod wich, und Leiber giengen aus der Verweſung, zum gewiſſen Zeichen des, was nach dieſem geſchehen ſoll. Dieſes ſahen ſie mit einer glaͤubigen Verwunderung, und wurden da- durch bewogen Chriſtum und ſeine Lehre mit einer voͤlligen Gewißheit anzunehmen, und eine ſelige Ewigkeit zu hoffen. Die- ſes iſt der Grund der Gluͤckſeligkeit, die JE- ſus ſeinen Juͤngern zueignet. Uns, treue Bruͤder Chriſti, gehet ſelbige auch an. Wir ſehen auch, was die Juͤnger ſahen, in den ſicherſten Zeugniſſen. Ja wir ſehen noch mehr als ſie. Wir ſehen das Evan- gelium ausgebreitet und daſelbſt Tempel Chriſti, wo ſonſten Tempel der Goͤtzen ſtun- den. Das Feuer, das Schwerdt und die Wuth der Heiden drohet dem Volcke GOttes den Untergang nicht mehr. Es herrſchet uͤber die maͤchtigſten Reiche. Wir
<TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <p><pb facs="#f0432" n="414"/><milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/> HErr hat unſer vergeſſen, es iſt aus mit un-<lb/> ſerer Hoffnung. Die Juͤnger aber ſahen<lb/> nun den, <hi rendition="#fr">welcher dem Uebertreten weh-<lb/> ren, die Suͤnde zuſiegeln, die Miſſethat<lb/> verſoͤhnen und die ewige Gerechtigkeit<lb/> bringen ſollte.</hi> Der Grund der Hoͤllen<lb/> bebte nunmehr wuͤrcklich, und die Geiſter<lb/> der Finſterniß flohen. Der Tod wich,<lb/> und Leiber giengen aus der Verweſung,<lb/> zum gewiſſen Zeichen des, was nach dieſem<lb/> geſchehen ſoll. Dieſes ſahen ſie mit einer<lb/> glaͤubigen Verwunderung, und wurden da-<lb/> durch bewogen Chriſtum und ſeine Lehre<lb/> mit einer voͤlligen Gewißheit anzunehmen,<lb/> und eine ſelige Ewigkeit zu hoffen. Die-<lb/> ſes iſt der Grund der Gluͤckſeligkeit, die JE-<lb/> ſus ſeinen Juͤngern zueignet. Uns, treue<lb/> Bruͤder Chriſti, gehet ſelbige auch an.<lb/> Wir ſehen auch, was die Juͤnger ſahen, in<lb/> den ſicherſten Zeugniſſen. Ja wir ſehen<lb/> noch mehr als ſie. Wir ſehen das Evan-<lb/> gelium ausgebreitet und daſelbſt Tempel<lb/> Chriſti, wo ſonſten Tempel der Goͤtzen ſtun-<lb/> den. Das Feuer, das Schwerdt und die<lb/> Wuth der Heiden drohet dem Volcke<lb/> GOttes den Untergang nicht mehr. Es<lb/> herrſchet uͤber die maͤchtigſten Reiche.<lb/> <fw place="bottom" type="catch">Wir</fw><lb/></p> </div> </div> </body> </text> </TEI> [414/0432]
HErr hat unſer vergeſſen, es iſt aus mit un-
ſerer Hoffnung. Die Juͤnger aber ſahen
nun den, welcher dem Uebertreten weh-
ren, die Suͤnde zuſiegeln, die Miſſethat
verſoͤhnen und die ewige Gerechtigkeit
bringen ſollte. Der Grund der Hoͤllen
bebte nunmehr wuͤrcklich, und die Geiſter
der Finſterniß flohen. Der Tod wich,
und Leiber giengen aus der Verweſung,
zum gewiſſen Zeichen des, was nach dieſem
geſchehen ſoll. Dieſes ſahen ſie mit einer
glaͤubigen Verwunderung, und wurden da-
durch bewogen Chriſtum und ſeine Lehre
mit einer voͤlligen Gewißheit anzunehmen,
und eine ſelige Ewigkeit zu hoffen. Die-
ſes iſt der Grund der Gluͤckſeligkeit, die JE-
ſus ſeinen Juͤngern zueignet. Uns, treue
Bruͤder Chriſti, gehet ſelbige auch an.
Wir ſehen auch, was die Juͤnger ſahen, in
den ſicherſten Zeugniſſen. Ja wir ſehen
noch mehr als ſie. Wir ſehen das Evan-
gelium ausgebreitet und daſelbſt Tempel
Chriſti, wo ſonſten Tempel der Goͤtzen ſtun-
den. Das Feuer, das Schwerdt und die
Wuth der Heiden drohet dem Volcke
GOttes den Untergang nicht mehr. Es
herrſchet uͤber die maͤchtigſten Reiche.
Wir
Suche im WerkInformationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
Voyant Tools
|
| URL zu diesem Werk: | https://www.deutschestextarchiv.de/jacobi_betrachtungen02_1745 |
| URL zu dieser Seite: | https://www.deutschestextarchiv.de/jacobi_betrachtungen02_1745/432 |
| Zitationshilfe: | Jacobi, Johann Friedrich: Betrachtungen über die Weisen Absichten Gottes, bey denen Dingen, die wir in der menschlichen Gesellschaft und der Offenbahrung antreffen. Bd. 2. Göttingen, 1745, S. 414. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/jacobi_betrachtungen02_1745/432>, abgerufen am 26.09.2024. |


