meine Freuden überall erreicht. Mein einziger Trost ist, daß ich ihn recht innig und unaussprechlich geliebt habe.
Leben und reisen Sie glücklich, geliebteste Freundin. Und entziehen Sie mir nicht um Eine Stunde Ihre Ankunft! (In Leipzig können Sie Mad. Mahlmann, die liebende Schwester meiner liebenden Frau be-5 suchen.)
Ihr J. P. F. Richter
456. An Cotta.
[Kopie][Koburg, 31. März 1804]10
[318] Die Druckfehler laden mir die Setzer auf, weil sie das was sie im einen Sinne voraussetzen, im andern hinsetzen. 2 fl. 41 kr.
ich 5. Märtz an Holzapfel, Costenoble und Schmidt 8 Märtz, diese an Riese 17. Märtz.
457. An Perthes in Leipzig.15
[Kopie][Koburg, 19. April 1804]
Seine briefliche Kraft gäbe jedes Jahr ein Buch -- hyperpoetische und prosaische Schule -- Buchhändler Börse ist [?] christliche Syn- agoge.
458. An Prinz Ludwig von Koburg.20
[Konzept][Koburg, nach 22. April 1804]
Gnädigster Fürst und Herr,
Hier auf diesen Blättern finden Ihro Durchlaucht die verlangten Kopien beider Briefe. Da ich aber nur über meinen Brief, nicht über den des H. Herzogs ein Recht des Gebrauchs besitze, -- ob mir25 gleich das Verhör über ein Privat-Gespräch, das am Ende auch ein Brief, nur ohne Siegel und ohne Dinte ist, ein Recht der Nachahmung verliehe --: so konnte meine Liebe für Ihren durchlauchtigsten H. Bruder, dessen menschenliebender Karakter vielleicht eben so viele Schmerzen tragen als geben muß, zur Mittheilung der folgenden Ab-30 schrift nur durch Ihr fürstliches heiliges in Ihrem Brief und mündlich in meinem Zimmer gegebnes Ehren-Wort bewogen werden, daß Sie
meine Freuden überall erreicht. Mein einziger Troſt iſt, daß ich ihn recht innig und unausſprechlich geliebt habe.
Leben und reiſen Sie glücklich, geliebteſte Freundin. Und entziehen Sie mir nicht um Eine Stunde Ihre Ankunft! (In Leipzig können Sie Mad. Mahlmann, die liebende Schweſter meiner liebenden Frau be-5 ſuchen.)
Ihr J. P. F. Richter
456. An Cotta.
[Kopie][Koburg, 31. März 1804]10
[318] Die Druckfehler laden mir die Setzer auf, weil ſie das was ſie im einen Sinne vorausſetzen, im andern hinſetzen. 2 fl. 41 kr.
ich 5. Märtz an Holzapfel, Costenoble und Schmidt 8 Märtz, dieſe an Rieſe 17. Märtz.
457. An Perthes in Leipzig.15
[Kopie][Koburg, 19. April 1804]
Seine briefliche Kraft gäbe jedes Jahr ein Buch — hyperpoetiſche und proſaiſche Schule — Buchhändler Börſe iſt [?] chriſtliche Syn- agoge.
458. An Prinz Ludwig von Koburg.20
[Konzept][Koburg, nach 22. April 1804]
Gnädigſter Fürſt und Herr,
Hier auf dieſen Blättern finden Ihro Durchlaucht die verlangten Kopien beider Briefe. Da ich aber nur über meinen Brief, nicht über den des H. Herzogs ein Recht des Gebrauchs beſitze, — ob mir25 gleich das Verhör über ein Privat-Geſpräch, das am Ende auch ein Brief, nur ohne Siegel und ohne Dinte iſt, ein Recht der Nachahmung verliehe —: ſo konnte meine Liebe für Ihren durchlauchtigſten H. Bruder, deſſen menſchenliebender Karakter vielleicht eben ſo viele Schmerzen tragen als geben muß, zur Mittheilung der folgenden Ab-30 ſchrift nur durch Ihr fürſtliches heiliges in Ihrem Brief und mündlich in meinem Zimmer gegebnes Ehren-Wort bewogen werden, daß Sie
<TEI><text><body><divtype="letter"n="1"><p><pbfacs="#f0298"n="286"/>
meine Freuden überall erreicht. Mein einziger Troſt iſt, daß ich ihn<lb/>
recht innig und unausſprechlich geliebt habe.</p><lb/><p>Leben und reiſen Sie glücklich, geliebteſte Freundin. Und entziehen<lb/>
Sie mir nicht um Eine Stunde Ihre Ankunft! (In Leipzig können Sie<lb/><hirendition="#aq">Mad.</hi> Mahlmann, die liebende Schweſter meiner liebenden Frau be-<lbn="5"/>ſuchen.)</p><lb/><closer><salute><hirendition="#right">Ihr<lb/>
J. P. F. Richter</hi></salute></closer></div><lb/><divtype="letter"n="1"><head>456. An <hirendition="#g">Cotta.</hi></head><lb/><notetype="editorial">[Kopie]</note><dateline><hirendition="#right">[Koburg, 31. März 1804]</hi></dateline><lbn="10"/><p><noteplace="left"><reftarget="1922_Bd4_318">[318]</ref></note> Die Druckfehler laden mir die Setzer auf, weil ſie das was ſie im<lb/>
einen Sinne vorausſetzen, im andern hinſetzen. 2 fl. 41 kr.</p><lb/><p>ich 5. Märtz an Holzapfel, <hirendition="#aq">Costenoble</hi> und Schmidt 8 Märtz, dieſe<lb/>
an Rieſe 17. Märtz.</p></div><lb/><divtype="letter"n="1"><head>457. An <hirendition="#g">Perthes in Leipzig.</hi><lbn="15"/></head><notetype="editorial">[Kopie]</note><dateline><hirendition="#right">[Koburg, 19. April 1804]</hi></dateline><lb/><p>Seine briefliche Kraft gäbe jedes Jahr ein Buch — hyperpoetiſche<lb/>
und proſaiſche Schule — Buchhändler Börſe iſt [?] chriſtliche Syn-<lb/>
agoge.</p></div><lb/><divtype="letter"n="1"><head>458. An <hirendition="#g">Prinz Ludwig von Koburg.</hi><lbn="20"/></head><notetype="editorial">[Konzept]</note><dateline><hirendition="#right">[Koburg, nach 22. April 1804]</hi></dateline><lb/><salute><hirendition="#c">Gnädigſter Fürſt und Herr,</hi></salute><lb/><p>Hier auf dieſen Blättern finden Ihro Durchlaucht die verlangten<lb/>
Kopien beider Briefe. Da ich aber nur über <hirendition="#g">meinen</hi> Brief, nicht<lb/>
über <hirendition="#g">den des H. Herzogs</hi> ein Recht des Gebrauchs beſitze, — ob mir<lbn="25"/>
gleich das Verhör über ein Privat-Geſpräch, das am Ende auch ein<lb/>
Brief, nur ohne Siegel und ohne Dinte iſt, ein Recht der Nachahmung<lb/>
verliehe —: ſo konnte meine Liebe für Ihren durchlauchtigſten H.<lb/>
Bruder, deſſen menſchenliebender Karakter vielleicht eben ſo viele<lb/>
Schmerzen tragen als geben muß, zur Mittheilung der folgenden Ab-<lbn="30"/>ſchrift nur durch Ihr fürſtliches heiliges in Ihrem Brief und mündlich<lb/>
in meinem Zimmer gegebnes Ehren-Wort bewogen werden, daß Sie<lb/></p></div></body></text></TEI>
[286/0298]
meine Freuden überall erreicht. Mein einziger Troſt iſt, daß ich ihn
recht innig und unausſprechlich geliebt habe.
Leben und reiſen Sie glücklich, geliebteſte Freundin. Und entziehen
Sie mir nicht um Eine Stunde Ihre Ankunft! (In Leipzig können Sie
Mad. Mahlmann, die liebende Schweſter meiner liebenden Frau be- 5
ſuchen.)
Ihr
J. P. F. Richter
456. An Cotta.
[Koburg, 31. März 1804] 10
Die Druckfehler laden mir die Setzer auf, weil ſie das was ſie im
einen Sinne vorausſetzen, im andern hinſetzen. 2 fl. 41 kr.
[318]
ich 5. Märtz an Holzapfel, Costenoble und Schmidt 8 Märtz, dieſe
an Rieſe 17. Märtz.
457. An Perthes in Leipzig. 15
[Koburg, 19. April 1804]
Seine briefliche Kraft gäbe jedes Jahr ein Buch — hyperpoetiſche
und proſaiſche Schule — Buchhändler Börſe iſt [?] chriſtliche Syn-
agoge.
458. An Prinz Ludwig von Koburg. 20
[Koburg, nach 22. April 1804]
Gnädigſter Fürſt und Herr,
Hier auf dieſen Blättern finden Ihro Durchlaucht die verlangten
Kopien beider Briefe. Da ich aber nur über meinen Brief, nicht
über den des H. Herzogs ein Recht des Gebrauchs beſitze, — ob mir 25
gleich das Verhör über ein Privat-Geſpräch, das am Ende auch ein
Brief, nur ohne Siegel und ohne Dinte iſt, ein Recht der Nachahmung
verliehe —: ſo konnte meine Liebe für Ihren durchlauchtigſten H.
Bruder, deſſen menſchenliebender Karakter vielleicht eben ſo viele
Schmerzen tragen als geben muß, zur Mittheilung der folgenden Ab- 30
ſchrift nur durch Ihr fürſtliches heiliges in Ihrem Brief und mündlich
in meinem Zimmer gegebnes Ehren-Wort bewogen werden, daß Sie
Informationen zur CAB-Ansicht
Diese Ansicht bietet Ihnen die Darstellung des Textes in normalisierter Orthographie.
Diese Textvariante wird vollautomatisch erstellt und kann aufgrund dessen auch Fehler enthalten.
Alle veränderten Wortformen sind grau hinterlegt. Als fremdsprachliches Material erkannte
Textteile sind ausgegraut dargestellt.
Sie haben einen Fehler gefunden?
Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform
DTAQ melden.
Kommentar zur DTA-Ausgabe
Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert.
Weitere Informationen …
Historisch-kritische Ausgabe der Werke und Briefe von Jean Paul. Berlin-Brandenburgische Akademie zu Berlin: Bereitstellung der Texttranskription.
(2016-11-22T15:08:29Z)
Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Markus Bernauer, Matthias Boenig: Bearbeitung der digitalen Edition.
(2016-11-22T15:08:29Z)
Weitere Informationen:
Die digitale Edition der Briefe Jean Pauls im Deutschen Textarchiv basiert auf der von Eduard Berend herausgegebenen III. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe mit den Briefen Jean Pauls. Die Bände werden im Faksimile und in getreuer Umschrift ohne Korrekturen vollständig zugänglich gemacht. Nicht aufgenommen, da in der hier gewählten Präsentation kaum nutzbar, sind Berends umfangreiche Register über die III. Abteilung in Band III/9, die in das elektronische Gesamtregister über die Briefe von und an Jean Paul eingegangen sind. Das bedeutet: Aufbewahrungsorte von Handschriften sowie veraltete Literaturverweise blieben ebenso bestehen wie die Nummern der von Jean Paul beantworteten Briefe oder der an ihn gerichteten Antworten, Nummern, die sich auf die Regesten in den digitalisierten Bänden beziehen und nicht auf die neue IV. Abteilung mit den Briefen an Jean Paul (s. dort die Konkordanzen).
Eine andere, briefzentrierte digitale Edition der Briefe Jean Pauls ist derzeit als Gemeinschaftsprojekt der Jean-Paul-Edition und der Initiative TELOTA in Vorbereitung. Die Metadaten dieser Ausgabe sowie veraltete Verweise in den Erläuterungen werden dort so weit als möglich aktualisiert. Die Digitalisierung wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
Jean Paul: Dritte Abteilung Briefe. In: Jean Pauls Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Abt. 3, Bd. 4. Berlin, 1960, S. 286. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/jeanpaul_briefe04_1960/298>, abgerufen am 26.09.2024.
Alle Inhalte dieser Seite unterstehen, soweit nicht anders gekennzeichnet, einer
Creative-Commons-Lizenz.
Die Rechte an den angezeigten Bilddigitalisaten, soweit nicht anders gekennzeichnet, liegen bei den besitzenden Bibliotheken.
Weitere Informationen finden Sie in den DTA-Nutzungsbedingungen.
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf
diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken
dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder
nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der
Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden.
Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des
§ 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen
Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung
der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu
vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
Zitierempfehlung: Deutsches Textarchiv. Grundlage für ein Referenzkorpus der neuhochdeutschen Sprache. Herausgegeben von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 2024. URL: https://www.deutschestextarchiv.de/.