Lieber Cotta! Der Kammerpräsident ppp. v. Schuckmann, dem ich gern einen Gefallen thue, bittet mich, seine Schuld an Sie für Herders Werke an mich abtragen zu dürfen. Ich weiß nicht, wie5 unsere Rechnung steht, ja ob nur alles abgedruckt ist. Schukmann gab mir (zufolge der versiegelten Aufschrift des Paquets) 49 fl. 44 kr.; diese bleiben bei mir versiegelt bis auf Ihre Antwort, ob ich sie Ihnen schicken soll. In jedem Falle bitte ich Sie, von mir sie zu fodern; und mir ist die kleine Mühe einer Geld-Absendung gleich-10 gültig, da ich einmal mein Wort gegeben. Leben Sie wol!
N. S. Vielleicht send' ich aus meinen vermischten Schriften zur Probe ein komisches Gemälde für das Morgenblatt.
Jean Paul.
359. An Emanuel.15
[Bayreuth, 19. Mai 1807]
Willkommen für die lange Sehnsucht, Lieber, Alter, Guter! Daß Ihr Wagen für uns ein Proviantwagen ist, kann niemand ändern als Sie; und der Dank macht die Sache nicht anders. -- Meine beschenkte Frau ist bei Dobernek [!]. -- Thieriot wohnte bis gestern20 bei uns; bezog dann ich weiß nicht wo ein Häuschen. -- Schuck- man wurde gestern nachts als französischer Gefangner abgeführt. -- Wir haben uns viel zu sagen; und ich Dank besonders.
360. An Emanuel.
[Bayreuth, 20. Mai 1807]25
Hier, Emanuel, auch das Ihrige, Ihren Wein ausgenommen, der mich heute aus der Deutschlands-Zeit in die Bücherwelt und vom Rhein woran er gewachsen an den elysischen Lethestrom ge- führet hat. Auf allernächstes Wiedersehen!
361. An Emanuel.30
[Bayreuth, 24. Mai 1807]
Ich sitze, mein Treuer eines Treuen, hier im Garten -- C[aroline] neben mir --, also ist jetzt nichts zu schreiben an Th[ieriot]. Gestern Nachts fuhr ich in einem Traum wie von vorbeigehenden Krause's
358. An Cotta.
Bayreuth d. 14. Mai 1807
Lieber Cotta! Der Kammerpräſident ppp. v. Schuckmann, dem ich gern einen Gefallen thue, bittet mich, ſeine Schuld an Sie für Herders Werke an mich abtragen zu dürfen. Ich weiß nicht, wie5 unſere Rechnung ſteht, ja ob nur alles abgedruckt iſt. Schukmann gab mir (zufolge der verſiegelten Aufſchrift des Paquets) 49 fl. 44 kr.; dieſe bleiben bei mir verſiegelt bis auf Ihre Antwort, ob ich ſie Ihnen ſchicken ſoll. In jedem Falle bitte ich Sie, von mir ſie zu fodern; und mir iſt die kleine Mühe einer Geld-Abſendung gleich-10 gültig, da ich einmal mein Wort gegeben. Leben Sie wol!
N. S. Vielleicht ſend’ ich aus meinen vermiſchten Schriften zur Probe ein komiſches Gemälde für das Morgenblatt.
Jean Paul.
359. An Emanuel.15
[Bayreuth, 19. Mai 1807]
Willkommen für die lange Sehnſucht, Lieber, Alter, Guter! Daß Ihr Wagen für uns ein Proviantwagen iſt, kann niemand ändern als Sie; und der Dank macht die Sache nicht anders. — Meine beſchenkte Frau iſt bei Dobernek [!]. — Thieriot wohnte bis geſtern20 bei uns; bezog dann ich weiß nicht wo ein Häuschen. — Schuck- man wurde geſtern nachts als franzöſiſcher Gefangner abgeführt. — Wir haben uns viel zu ſagen; und ich Dank beſonders.
360. An Emanuel.
[Bayreuth, 20. Mai 1807]25
Hier, Emanuel, auch das Ihrige, Ihren Wein ausgenommen, der mich heute aus der Deutſchlands-Zeit in die Bücherwelt und vom Rhein woran er gewachſen an den elyſiſchen Letheſtrom ge- führet hat. Auf allernächſtes Wiederſehen!
361. An Emanuel.30
[Bayreuth, 24. Mai 1807]
Ich ſitze, mein Treuer eines Treuen, hier im Garten — C[aroline] neben mir —, alſo iſt jetzt nichts zu ſchreiben an Th[ieriot]. Geſtern Nachts fuhr ich in einem Traum wie von vorbeigehenden Krause’s
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[150/0165]
358. An Cotta.
Bayreuth d. 14. Mai 1807
Lieber Cotta! Der Kammerpräſident ppp. v. Schuckmann, dem
ich gern einen Gefallen thue, bittet mich, ſeine Schuld an Sie für
Herders Werke an mich abtragen zu dürfen. Ich weiß nicht, wie 5
unſere Rechnung ſteht, ja ob nur alles abgedruckt iſt. Schukmann
gab mir (zufolge der verſiegelten Aufſchrift des Paquets) 49 fl.
44 kr.; dieſe bleiben bei mir verſiegelt bis auf Ihre Antwort, ob
ich ſie Ihnen ſchicken ſoll. In jedem Falle bitte ich Sie, von mir ſie
zu fodern; und mir iſt die kleine Mühe einer Geld-Abſendung gleich- 10
gültig, da ich einmal mein Wort gegeben. Leben Sie wol!
N. S. Vielleicht ſend’ ich aus meinen vermiſchten Schriften zur
Probe ein komiſches Gemälde für das Morgenblatt.
Jean Paul.
359. An Emanuel. 15
[Bayreuth, 19. Mai 1807]
Willkommen für die lange Sehnſucht, Lieber, Alter, Guter! Daß
Ihr Wagen für uns ein Proviantwagen iſt, kann niemand ändern
als Sie; und der Dank macht die Sache nicht anders. — Meine
beſchenkte Frau iſt bei Dobernek [!]. — Thieriot wohnte bis geſtern 20
bei uns; bezog dann ich weiß nicht wo ein Häuschen. — Schuck-
man wurde geſtern nachts als franzöſiſcher Gefangner abgeführt. —
Wir haben uns viel zu ſagen; und ich Dank beſonders.
360. An Emanuel.
[Bayreuth, 20. Mai 1807] 25
Hier, Emanuel, auch das Ihrige, Ihren Wein ausgenommen,
der mich heute aus der Deutſchlands-Zeit in die Bücherwelt und
vom Rhein woran er gewachſen an den elyſiſchen Letheſtrom ge-
führet hat. Auf allernächſtes Wiederſehen!
361. An Emanuel. 30
[Bayreuth, 24. Mai 1807]
Ich ſitze, mein Treuer eines Treuen, hier im Garten — C[aroline]
neben mir —, alſo iſt jetzt nichts zu ſchreiben an Th[ieriot]. Geſtern
Nachts fuhr ich in einem Traum wie von vorbeigehenden Krause’s
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Kommentar zur DTA-Ausgabe
Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert.
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Historisch-kritische Ausgabe der Werke und Briefe von Jean Paul. Berlin-Brandenburgische Akademie zu Berlin: Bereitstellung der Texttranskription.
(2016-11-22T15:13:57Z)
Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Markus Bernauer, Matthias Boenig: Bearbeitung der digitalen Edition.
(2016-11-22T15:13:57Z)
Weitere Informationen:
Die digitale Edition der Briefe Jean Pauls im Deutschen Textarchiv basiert auf der von Eduard Berend herausgegebenen III. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe mit den Briefen Jean Pauls. Die Bände werden im Faksimile und in getreuer Umschrift ohne Korrekturen vollständig zugänglich gemacht. Nicht aufgenommen, da in der hier gewählten Präsentation kaum nutzbar, sind Berends umfangreiche Register über die III. Abteilung in Band III/9, die in das elektronische Gesamtregister über die Briefe von und an Jean Paul eingegangen sind. Das bedeutet: Aufbewahrungsorte von Handschriften sowie veraltete Literaturverweise blieben ebenso bestehen wie die Nummern der von Jean Paul beantworteten Briefe oder der an ihn gerichteten Antworten, Nummern, die sich auf die Regesten in den digitalisierten Bänden beziehen und nicht auf die neue IV. Abteilung mit den Briefen an Jean Paul (s. dort die Konkordanzen).
Eine andere, briefzentrierte digitale Edition der Briefe Jean Pauls ist derzeit als Gemeinschaftsprojekt der Jean-Paul-Edition und der Initiative TELOTA in Vorbereitung. Die Metadaten dieser Ausgabe sowie veraltete Verweise in den Erläuterungen werden dort so weit als möglich aktualisiert. Die Digitalisierung wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
Jean Paul: Dritte Abteilung Briefe. In: Jean Pauls Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Abt. 3, Bd. 5. Berlin, 1961, S. 150. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/jeanpaul_briefe05_1961/165>, abgerufen am 25.09.2024.
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