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Kentz, Paul: Güldener Handwercksboden. Leipzig, 1629.

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Von Arbeit vnd Müssiggang
nuum vivere solebant. Das ist: Es seyen im selbigen ge-
wesen/ eine grosse anzahl Mönche/ welche alle mit jhren ey-
Histor.
Tripar.
gen Händen sich ernehret haben. Also wird auch geschrie-
ben von Serapion dem Gottseligen Apt/ daß er etliche hun-
dert Mönchs Brüder meisten junge Leute/ vnter seiner in-
Theatr.
arb.
spection gehabt/ welche sich mit Handarbeit ernehret haben.
Zu S. Gallen in Schweitz/ im selbigen Closter bey vnnd
nach erster Stifftung/ seynd viel Junge/ zum theil auch A-
deliche Gesellen/ aufferzogen worden/ in einer feinen disci-
plin,
deren verrichtung ist gewesen/ GOttes Forcht vnnd
Andacht üben/ fleissig Studieren/ vnnd darneben arbeiten/
mit obligen allerley schönen vnnd Kunstreichen Handwer-
cken; Da dann die zeit wol angelegt vnnd viel dabey gelen-
net worden.

Also lauten auch die Novell Constitut. oportet duplex
Quomod.
oport. me-
[ - 1 Zeichen fehlt]ach. viv.
hoc opus monachis esse, aut divinis vacare scripturis & ora-
tionibus, aut, quae monachos decent, manuum opera, me-
ditari & operari.
Das ist: Die Mönche vnd Ordens Brü-
der sollen diesen zweyen fleissig abwarten/ daß sie erstlich
die H. Schrifft fleissig lesen vnd Andächtig beten/
vnd darnach auch mit der Hand etwas
arbeiten/ das jhnen geziemen
möge.



Das

Von Arbeit vnd Muͤſſiggang
nuum vivere ſolebant. Das iſt: Es ſeyen im ſelbigen ge-
weſen/ eine groſſe anzahl Moͤnche/ welche alle mit jhren ey-
Hiſtor.
Tripar.
gen Haͤnden ſich ernehret haben. Alſo wird auch geſchrie-
ben von Serapion dem Gottſeligen Apt/ daß er etliche hun-
dert Moͤnchs Bruͤder meiſten junge Leute/ vnter ſeiner in-
Theatr.
arb.
ſpection gehabt/ welche ſich mit Handarbeit ernehret haben.
Zu S. Gallen in Schweitz/ im ſelbigen Cloſter bey vnnd
nach erſter Stifftung/ ſeynd viel Junge/ zum theil auch A-
deliche Geſellen/ aufferzogen worden/ in einer feinen diſci-
plin,
deren verrichtung iſt geweſen/ GOttes Forcht vnnd
Andacht uͤben/ fleiſſig Studieren/ vnnd darneben arbeiten/
mit obligen allerley ſchoͤnen vnnd Kunſtreichen Handwer-
cken; Da dann die zeit wol angelegt vnnd viel dabey gelen-
net worden.

Alſo lauten auch die Novell Conſtitut. oportet duplex
Quomod.
oport. me-
[ – 1 Zeichen fehlt]ach. viv.
hoc opus monachis eſſe, aut divinis vacare ſcripturis & ora-
tionibus, aut, quæ monachos decent, manuum opera, me-
ditari & operari.
Das iſt: Die Moͤnche vnd Ordens Bruͤ-
der ſollen dieſen zweyen fleiſſig abwarten/ daß ſie erſtlich
die H. Schrifft fleiſſig leſen vnd Andaͤchtig beten/
vnd darnach auch mit der Hand etwas
arbeiten/ das jhnen geziemen
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[16/0028] Von Arbeit vnd Muͤſſiggang nuum vivere ſolebant. Das iſt: Es ſeyen im ſelbigen ge- weſen/ eine groſſe anzahl Moͤnche/ welche alle mit jhren ey- gen Haͤnden ſich ernehret haben. Alſo wird auch geſchrie- ben von Serapion dem Gottſeligen Apt/ daß er etliche hun- dert Moͤnchs Bruͤder meiſten junge Leute/ vnter ſeiner in- ſpection gehabt/ welche ſich mit Handarbeit ernehret haben. Zu S. Gallen in Schweitz/ im ſelbigen Cloſter bey vnnd nach erſter Stifftung/ ſeynd viel Junge/ zum theil auch A- deliche Geſellen/ aufferzogen worden/ in einer feinen diſci- plin, deren verrichtung iſt geweſen/ GOttes Forcht vnnd Andacht uͤben/ fleiſſig Studieren/ vnnd darneben arbeiten/ mit obligen allerley ſchoͤnen vnnd Kunſtreichen Handwer- cken; Da dann die zeit wol angelegt vnnd viel dabey gelen- net worden. Hiſtor. Tripar. Theatr. arb. Alſo lauten auch die Novell Conſtitut. oportet duplex hoc opus monachis eſſe, aut divinis vacare ſcripturis & ora- tionibus, aut, quæ monachos decent, manuum opera, me- ditari & operari. Das iſt: Die Moͤnche vnd Ordens Bruͤ- der ſollen dieſen zweyen fleiſſig abwarten/ daß ſie erſtlich die H. Schrifft fleiſſig leſen vnd Andaͤchtig beten/ vnd darnach auch mit der Hand etwas arbeiten/ das jhnen geziemen moͤge. Das

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Zitationshilfe: Kentz, Paul: Güldener Handwercksboden. Leipzig, 1629, S. 16. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/kentz_handwerksboden_1629/28>, abgerufen am 07.10.2022.