Kepler, Johannes: Tertius interveniens. Franckfurt am Mäyn, 1610.rerum, sey nichts anders dann ein lustige Fantasey müssiger Köpffe/ die nit feyren können/ vnd gern etwas zu dichten haben. Jch aber sage/ daß D. Feselius wündschen solle/ daß er diese Wort nicht geschrieben hette/ dann jhme warlich sein existimatio professionis Philosophicae, partim et Medicae drauff stehet. Dann solte die signatura rerum mit diesem Titel Fantasey oder lusus schimpffs vnd außlachens halben gemeynt seyn: so würde solche Verschimpffung nicht allein auff die schöneste zierlichste Geschöpff Gottes/ sondern auch auff Gott selber kommen. Wil derhalben D. Feselii Wort auff etwas bessers deutten/ vnd sage demnach/ daß Gott selber/ da er wegen seiner allerhöchsten Güte nicht feyren können/ mit den signaturis rerum also gespielet/ vnnd sich selbst in der Welt abgebildet habe: Also daß es einer auß meinen Gedancken ist/ Ob nicht die gantze Natur vnd alle himmlische Zierligkeit/ in der Geometria symbolisirt sey. Dann ich hab vor 13. Jahren in meinem Mysterio Cosmographico zu der Sach einen trefflichen Anfang gemacht/ vnd erwiesen/ daß die Himmel/ in welchen die Planeten vmblauffen (zu verstehen von den Refieren vnd Gezircken/ in welchem ein jeder bleibet/ vnd niemalen darauß weichet) in den Geometrischen quinque corporibus regularibus, jhrer Proportion halben abgebildet/ vnnd je ein corpus zwischen zweyen Himmeln jnnen stehe/ den ausseren mit seinen Spitzen/ den jnnern mit seinen Blättern oder Feldungen berühre. Vnd wie die himmlische corpora (orbes) vel quasi, in den Geometrischen corporibus signirt vnd abgebildet/ et contra: Also wöllen sich auch die himmlische Bewegungen/ die da geschehen in einem circulo zu den Geometrischen planis circulo inscriptis schicken/ Besehet droben num. 59. Ja es ist die hochheylige Dreyfaltigkeit in einem sphaerico concauo, vnd dasselbige in der Welt vnd prima persona, fons Deitatis, in centro, das centrum aber in der Sonnen/ qui est in centro mundi, abgebildet/ dann die auch ein Brunquell alles Liechts/ bewegung vnd Lebens in der Welt ist. Siijv
rerum, sey nichts anders dann ein lustige Fantasey müssiger Köpffe/ die nit feyren können/ vnd gern etwas zu dichten haben. Jch aber sage/ daß D. Feselius wündschen solle/ daß er diese Wort nicht geschrieben hette/ dann jhme warlich sein existimatio professionis Philosophicae, partim et Medicae drauff stehet. Dann solte die signatura rerum mit diesem Titel Fantasey oder lusus schimpffs vnd außlachens halben gemeynt seyn: so würde solche Verschimpffung nicht allein auff die schöneste zierlichste Geschöpff Gottes/ sondern auch auff Gott selber kommen. Wil derhalben D. Feselii Wort auff etwas bessers deutten/ vnd sage demnach/ daß Gott selber/ da er wegen seiner allerhöchsten Güte nicht feyren können/ mit den signaturis rerum also gespielet/ vnnd sich selbst in der Welt abgebildet habe: Also daß es einer auß meinen Gedancken ist/ Ob nicht die gantze Natur vnd alle himmlische Zierligkeit/ in der Geometria symbolisirt sey. Dann ich hab vor 13. Jahren in meinem Mysterio Cosmographico zu der Sach einen trefflichen Anfang gemacht/ vnd erwiesen/ daß die Himmel/ in welchen die Planeten vmblauffen (zu verstehen von den Refieren vnd Gezircken/ in welchem ein jeder bleibet/ vnd niemalen darauß weichet) in den Geometrischen quinque corporibus regularibus, jhrer Proportion halben abgebildet/ vnnd je ein corpus zwischen zweyen Himmeln jnnen stehe/ den ausseren mit seinen Spitzen/ den jnnern mit seinen Blättern oder Feldungen berühre. Vnd wie die himmlische corpora (orbes) vel quasi, in den Geometrischen corporibus signirt vnd abgebildet/ et contra: Also wöllen sich auch die himmlische Bewegungen/ die da geschehen in einem circulo zu den Geometrischen planis circulo inscriptis schicken/ Besehet droben num. 59. Ja es ist die hochheylige Dreyfaltigkeit in einem sphaerico concauo, vnd dasselbige in der Welt vnd prima persona, fons Deitatis, in centro, das centrum aber in der Sonnen/ qui est in centro mundi, abgebildet/ dann die auch ein Brunquell alles Liechts/ bewegung vnd Lebens in der Welt ist. Siijv
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rerum, sey nichts anders dann ein lustige Fantasey müssiger Köpffe/ die nit feyren können/ vnd gern etwas zu dichten haben.
Jch aber sage/ daß D. Feselius wündschen solle/ daß er diese Wort nicht geschrieben hette/ dann jhme warlich sein existimatio professionis Philosophicae, partim et Medicae drauff stehet. Dann solte die signatura rerum mit diesem Titel Fantasey oder lusus schimpffs vnd außlachens halben gemeynt seyn: so würde solche Verschimpffung nicht allein auff die schöneste zierlichste Geschöpff Gottes/ sondern auch auff Gott selber kommen. Wil derhalben D. Feselii Wort auff etwas bessers deutten/ vnd sage demnach/ daß Gott selber/ da er wegen seiner allerhöchsten Güte nicht feyren können/ mit den signaturis rerum also gespielet/ vnnd sich selbst in der Welt abgebildet habe: Also daß es einer auß meinen Gedancken ist/ Ob nicht die gantze Natur vnd alle himmlische Zierligkeit/ in der Geometria symbolisirt sey. Dann ich hab vor 13. Jahren in meinem Mysterio Cosmographico zu der Sach einen trefflichen Anfang gemacht/ vnd erwiesen/ daß die Himmel/ in welchen die Planeten vmblauffen (zu verstehen von den Refieren vnd Gezircken/ in welchem ein jeder bleibet/ vnd niemalen darauß weichet) in den Geometrischen quinque corporibus regularibus, jhrer Proportion halben abgebildet/ vnnd je ein corpus zwischen zweyen Himmeln jnnen stehe/ den ausseren mit seinen Spitzen/ den jnnern mit seinen Blättern oder Feldungen berühre.
Vnd wie die himmlische corpora (orbes) vel quasi, in den Geometrischen corporibus signirt vnd abgebildet/ et contra: Also wöllen sich auch die himmlische Bewegungen/ die da geschehen in einem circulo zu den Geometrischen planis circulo inscriptis schicken/ Besehet droben num. 59.
Ja es ist die hochheylige Dreyfaltigkeit in einem sphaerico concauo, vnd dasselbige in der Welt vnd prima persona, fons Deitatis, in centro, das centrum aber in der Sonnen/ qui est in centro mundi, abgebildet/ dann die auch ein Brunquell alles Liechts/ bewegung vnd Lebens in der Welt ist.
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