heit festhalten, heißen möge: "Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen".
Jn den ersten christlichen Zeiten waren auch Frauen Ver- künderinnen des Wortes. Unsere Altvorderen verehrten Frauen als Priesterinnen und Prophetinnen. Warum sollten sie nicht auch jetzt Künderinnen des Evangeliums sein, jenes die Welt überwindenden Glaubens, dessen Lehren in mannigfaltige Formen gekleidet doch immer wieder in ihrem Kerne er- faßt werden, dessen Jnhalt mit dem, was die Frauenbe- wegung in heißem Kampfe zu erringen strebt, so vielfach übereinstimmt?
Aber nicht nur als Predigerinnen in Amt und Würden, wie wir sie in Amerika, in England bereits finden, nicht nur von der Kanzel herab, in der Kirche, nicht nur von staats- und berufswegen ist die Frau berufen, Weckrufe, frohe Botschaft ins Land zu senden. Längst schon ist sie aus eigenem, innerem Triebe zur Bannerträgerin jener Anschauung geworden, die wir uns gewöhnt haben als christlich zu bezeichnen, weil in Jesus Christus das Streben nach Vollendung, nach Hingabe an andere, nach Aufwärtsentwicklung die höchstmögliche Ver- körperung gefunden. Hingabe an andere, Höherentwicklung, Vervollkommnung, das sind ja auch die Ziele der Frauen, die sich in den Dienst der Frauenbewegung gestellt haben. Dem Kommen des Gottesreiches wollen auch sie entgegenarbeiten. Des Wortes gedenkend: "Was Jhr wollt, das Euch die Leute tun sollen, das tuet Jhr ihnen! Das ist das Gesetz und die Pro- pheten." Wollen wir Frauen Recht und Gerechtigkeit, wollen wir Hilfe in Sorge und Not, so müssen auch wir zu gleichem Tun anderen gegenüber bereit sein. Ja selbst wenn man uns noch nicht Gerechtigkeit widerfahren läßt, weil der Staat, in dem wir leben, sich nur langsam herausarbeitet aus den An-
heit festhalten, heißen möge: „Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen“.
Jn den ersten christlichen Zeiten waren auch Frauen Ver- künderinnen des Wortes. Unsere Altvorderen verehrten Frauen als Priesterinnen und Prophetinnen. Warum sollten sie nicht auch jetzt Künderinnen des Evangeliums sein, jenes die Welt überwindenden Glaubens, dessen Lehren in mannigfaltige Formen gekleidet doch immer wieder in ihrem Kerne er- faßt werden, dessen Jnhalt mit dem, was die Frauenbe- wegung in heißem Kampfe zu erringen strebt, so vielfach übereinstimmt?
Aber nicht nur als Predigerinnen in Amt und Würden, wie wir sie in Amerika, in England bereits finden, nicht nur von der Kanzel herab, in der Kirche, nicht nur von staats- und berufswegen ist die Frau berufen, Weckrufe, frohe Botschaft ins Land zu senden. Längst schon ist sie aus eigenem, innerem Triebe zur Bannerträgerin jener Anschauung geworden, die wir uns gewöhnt haben als christlich zu bezeichnen, weil in Jesus Christus das Streben nach Vollendung, nach Hingabe an andere, nach Aufwärtsentwicklung die höchstmögliche Ver- körperung gefunden. Hingabe an andere, Höherentwicklung, Vervollkommnung, das sind ja auch die Ziele der Frauen, die sich in den Dienst der Frauenbewegung gestellt haben. Dem Kommen des Gottesreiches wollen auch sie entgegenarbeiten. Des Wortes gedenkend: „Was Jhr wollt, das Euch die Leute tun sollen, das tuet Jhr ihnen! Das ist das Gesetz und die Pro- pheten.“ Wollen wir Frauen Recht und Gerechtigkeit, wollen wir Hilfe in Sorge und Not, so müssen auch wir zu gleichem Tun anderen gegenüber bereit sein. Ja selbst wenn man uns noch nicht Gerechtigkeit widerfahren läßt, weil der Staat, in dem wir leben, sich nur langsam herausarbeitet aus den An-
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heit festhalten, heißen möge: „Friede auf Erden, und den
Menschen ein Wohlgefallen“.
Jn den ersten christlichen Zeiten waren auch Frauen Ver-
künderinnen des Wortes. Unsere Altvorderen verehrten Frauen
als Priesterinnen und Prophetinnen. Warum sollten sie nicht
auch jetzt Künderinnen des Evangeliums sein, jenes die Welt
überwindenden Glaubens, dessen Lehren in mannigfaltige
Formen gekleidet doch immer wieder in ihrem Kerne er-
faßt werden, dessen Jnhalt mit dem, was die Frauenbe-
wegung in heißem Kampfe zu erringen strebt, so vielfach
übereinstimmt?
Aber nicht nur als Predigerinnen in Amt und Würden, wie
wir sie in Amerika, in England bereits finden, nicht nur von
der Kanzel herab, in der Kirche, nicht nur von staats- und
berufswegen ist die Frau berufen, Weckrufe, frohe Botschaft
ins Land zu senden. Längst schon ist sie aus eigenem, innerem
Triebe zur Bannerträgerin jener Anschauung geworden, die
wir uns gewöhnt haben als christlich zu bezeichnen, weil in
Jesus Christus das Streben nach Vollendung, nach Hingabe
an andere, nach Aufwärtsentwicklung die höchstmögliche Ver-
körperung gefunden. Hingabe an andere, Höherentwicklung,
Vervollkommnung, das sind ja auch die Ziele der Frauen, die
sich in den Dienst der Frauenbewegung gestellt haben. Dem
Kommen des Gottesreiches wollen auch sie entgegenarbeiten.
Des Wortes gedenkend: „Was Jhr wollt, das Euch die Leute
tun sollen, das tuet Jhr ihnen! Das ist das Gesetz und die Pro-
pheten.“ Wollen wir Frauen Recht und Gerechtigkeit, wollen
wir Hilfe in Sorge und Not, so müssen auch wir zu gleichem
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(2017-11-13T13:59:15Z)
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Anna Pfundt: Bearbeitung der digitalen Edition.
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Krukenberg, Elsbeth: Die Frauenbewegung, ihre Ziele und ihre Bedeutung. Tübingen, 1905, S. 110. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/krukenberg_frauenbewegung_1905/120>, abgerufen am 11.09.2024.
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