Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Laube, Heinrich: Die Bernsteinhexe. Leipzig, 1846.

Bild:
<< vorherige Seite
Die Bernsteinhexe.
Birkhahn.
Die Kolkenhexe und der Herr Amtshauptmann!
Wittich.
Willst Du gepeitscht werden, Bursche?!
Birkhahn.
's kommt mir nicht drauf an, wenn ich ein wahres
Wort an den Mann bringe.
Marie (leise zu Schweidler).
Zabel hat Recht: Herr Wittich treibt ein schändlich
Spiel mit uns.
Schweidler.
Herr Wittich von Appelmann, Amtshauptmann auf
Usedom, ich warne Euch im Namen Eures guten Leu-
munds auf Erden und im Namen Eurer Zukunft dort
oben, kein gewissenlos Spiel zu treiben mit eines unbe-
scholtenen Hauses Ehre --
Wittich.
Welch eine Anrede erlaubt Jhr Euch, Pfarrer!
Schweidler.
Jch erlaube mir, was mir der Geist meines Amtes,
was mir das Herz eines bedrängten Vaters eingiebt. Jch
sage Euch voraus, daß ich Eure richterliche Theilnahme
in solch einem Prozesse, wenn Jhr's zu einem Prozesse
treibt, perhorresciren muß und werde, und daß ich, um
dies zu begründen, Euer gehässig Wesen gegen mich und
Euer Wesen gegen mein Kind, Eure Anträge und Prak-
tiken vor aller Welt entblößen werde und entblößen kann!
Laube, dram. Werke. III. 8
Die Bernſteinhexe.
Birkhahn.
Die Kolkenhexe und der Herr Amtshauptmann!
Wittich.
Willſt Du gepeitſcht werden, Burſche?!
Birkhahn.
’s kommt mir nicht drauf an, wenn ich ein wahres
Wort an den Mann bringe.
Marie (leiſe zu Schweidler).
Zabel hat Recht: Herr Wittich treibt ein ſchaͤndlich
Spiel mit uns.
Schweidler.
Herr Wittich von Appelmann, Amtshauptmann auf
Uſedom, ich warne Euch im Namen Eures guten Leu-
munds auf Erden und im Namen Eurer Zukunft dort
oben, kein gewiſſenlos Spiel zu treiben mit eines unbe-
ſcholtenen Hauſes Ehre —
Wittich.
Welch eine Anrede erlaubt Jhr Euch, Pfarrer!
Schweidler.
Jch erlaube mir, was mir der Geiſt meines Amtes,
was mir das Herz eines bedraͤngten Vaters eingiebt. Jch
ſage Euch voraus, daß ich Eure richterliche Theilnahme
in ſolch einem Prozeſſe, wenn Jhr’s zu einem Prozeſſe
treibt, perhorresciren muß und werde, und daß ich, um
dies zu begruͤnden, Euer gehaͤſſig Weſen gegen mich und
Euer Weſen gegen mein Kind, Eure Antraͤge und Prak-
tiken vor aller Welt entbloͤßen werde und entbloͤßen kann!
Laube, dram. Werke. III. 8
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0119" n="113"/>
            <fw place="top" type="header"><hi rendition="#g">Die Bern&#x017F;teinhexe</hi>.</fw><lb/>
            <sp who="#BIR">
              <speaker> <hi rendition="#b">Birkhahn.</hi> </speaker><lb/>
              <p>Die Kolkenhexe und der Herr Amtshauptmann!</p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#WIT">
              <speaker> <hi rendition="#b">Wittich.</hi> </speaker><lb/>
              <p>Will&#x017F;t Du gepeit&#x017F;cht werden, Bur&#x017F;che?!</p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#BIR">
              <speaker> <hi rendition="#b">Birkhahn.</hi> </speaker><lb/>
              <p>&#x2019;s kommt mir nicht drauf an, wenn ich ein wahres<lb/>
Wort an den Mann bringe.</p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#MAR">
              <speaker> <hi rendition="#b">Marie</hi> </speaker>
              <stage>(lei&#x017F;e zu Schweidler).</stage><lb/>
              <p>Zabel hat Recht: Herr Wittich treibt ein &#x017F;cha&#x0364;ndlich<lb/>
Spiel mit uns.</p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#SCH">
              <speaker> <hi rendition="#b">Schweidler.</hi> </speaker><lb/>
              <p>Herr Wittich von Appelmann, Amtshauptmann auf<lb/>
U&#x017F;edom, ich warne Euch im Namen Eures guten Leu-<lb/>
munds auf Erden und im Namen Eurer Zukunft dort<lb/>
oben, kein gewi&#x017F;&#x017F;enlos Spiel zu treiben mit eines unbe-<lb/>
&#x017F;choltenen Hau&#x017F;es Ehre &#x2014;</p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#WIT">
              <speaker> <hi rendition="#b">Wittich.</hi> </speaker><lb/>
              <p>Welch eine Anrede erlaubt Jhr Euch, Pfarrer!</p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#SCH">
              <speaker> <hi rendition="#b">Schweidler.</hi> </speaker><lb/>
              <p>Jch erlaube mir, was mir der Gei&#x017F;t meines Amtes,<lb/>
was mir das Herz eines bedra&#x0364;ngten Vaters eingiebt. Jch<lb/>
&#x017F;age Euch voraus, daß ich Eure richterliche Theilnahme<lb/>
in &#x017F;olch einem Proze&#x017F;&#x017F;e, wenn Jhr&#x2019;s zu einem Proze&#x017F;&#x017F;e<lb/>
treibt, perhorresciren muß und werde, und daß ich, um<lb/>
dies zu begru&#x0364;nden, Euer geha&#x0364;&#x017F;&#x017F;ig We&#x017F;en gegen mich und<lb/>
Euer We&#x017F;en gegen mein Kind, Eure Antra&#x0364;ge und Prak-<lb/>
tiken vor aller Welt entblo&#x0364;ßen werde und entblo&#x0364;ßen kann!</p>
            </sp><lb/>
            <fw place="bottom" type="sig"><hi rendition="#g">Laube,</hi> dram. Werke. <hi rendition="#aq">III.</hi> 8</fw><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[113/0119] Die Bernſteinhexe. Birkhahn. Die Kolkenhexe und der Herr Amtshauptmann! Wittich. Willſt Du gepeitſcht werden, Burſche?! Birkhahn. ’s kommt mir nicht drauf an, wenn ich ein wahres Wort an den Mann bringe. Marie (leiſe zu Schweidler). Zabel hat Recht: Herr Wittich treibt ein ſchaͤndlich Spiel mit uns. Schweidler. Herr Wittich von Appelmann, Amtshauptmann auf Uſedom, ich warne Euch im Namen Eures guten Leu- munds auf Erden und im Namen Eurer Zukunft dort oben, kein gewiſſenlos Spiel zu treiben mit eines unbe- ſcholtenen Hauſes Ehre — Wittich. Welch eine Anrede erlaubt Jhr Euch, Pfarrer! Schweidler. Jch erlaube mir, was mir der Geiſt meines Amtes, was mir das Herz eines bedraͤngten Vaters eingiebt. Jch ſage Euch voraus, daß ich Eure richterliche Theilnahme in ſolch einem Prozeſſe, wenn Jhr’s zu einem Prozeſſe treibt, perhorresciren muß und werde, und daß ich, um dies zu begruͤnden, Euer gehaͤſſig Weſen gegen mich und Euer Weſen gegen mein Kind, Eure Antraͤge und Prak- tiken vor aller Welt entbloͤßen werde und entbloͤßen kann! Laube, dram. Werke. III. 8

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/laube_bernsteinhexe_1846
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/laube_bernsteinhexe_1846/119
Zitationshilfe: Laube, Heinrich: Die Bernsteinhexe. Leipzig, 1846, S. 113. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/laube_bernsteinhexe_1846/119>, abgerufen am 13.07.2024.