Laube, Heinrich: Das junge Europa. Bd. 3. Mannheim, 1837.13. Valerius an Hippolyt. Unsere Naturen scheiden sich für immer: Du gibst 13. Valerius an Hippolyt. Unſere Naturen ſcheiden ſich für immer: Du gibſt <TEI> <text> <body> <div n="1"> <pb facs="#f0256" n="[248]"/> <div n="2"> <head> <hi rendition="#b">13.<lb/> Valerius an Hippolyt.</hi> </head><lb/> <p><hi rendition="#in">U</hi>nſere Naturen ſcheiden ſich für immer: Du gibſt<lb/> auf eine grob ſinnliche Weiſe ſo ganz und gar<lb/> jedem Gelüſte fraglos nach, daß Dir am Ende<lb/> gar kein Unterſchied mehr übrig bleibt von dem<lb/> blos Animaliſchen. Wenn die Bildung nicht eine<lb/> gemeinſchaftliche Natur wird mit dem, was Sinn<lb/> und Körper heiſcht und was der einſchränkende und<lb/> ordnende Geiſt zuläßt oder gebietet, wenn ſich nicht<lb/> eine Ehe geordneter Art zwiſchen Leib und Seele<lb/> bewerkſtelligen läßt, dann hinaus mit dem Men-<lb/> ſchen unter die Thiere des Waldes oder der Wüſte,<lb/> er überhebt ſich ihrer in keiner andern Weiſe, als<lb/> daß ſeine Sinne vielleicht noch raffiniren.</p><lb/> </div> </div> </body> </text> </TEI> [[248]/0256]
13.
Valerius an Hippolyt.
Unſere Naturen ſcheiden ſich für immer: Du gibſt
auf eine grob ſinnliche Weiſe ſo ganz und gar
jedem Gelüſte fraglos nach, daß Dir am Ende
gar kein Unterſchied mehr übrig bleibt von dem
blos Animaliſchen. Wenn die Bildung nicht eine
gemeinſchaftliche Natur wird mit dem, was Sinn
und Körper heiſcht und was der einſchränkende und
ordnende Geiſt zuläßt oder gebietet, wenn ſich nicht
eine Ehe geordneter Art zwiſchen Leib und Seele
bewerkſtelligen läßt, dann hinaus mit dem Men-
ſchen unter die Thiere des Waldes oder der Wüſte,
er überhebt ſich ihrer in keiner andern Weiſe, als
daß ſeine Sinne vielleicht noch raffiniren.
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