O flieht keinen Wildumdrohten Von Orkan und Wetterschein! Naht ihm, naht ihm, Friedensboten, Laßt den Armen nicht allein!
Ist die Nacht vorbei, so fehle Ihm doch eure Treue nicht, Und die Traufe seiner Seele, Netze mild sein Angesicht
Mit der Wehmuth süßen Tropfen, Daß sein Herz, war's auch gequält, Nie verlerne doch zu klopfen Dieser schönen Gotteswelt.
Nicht nur, wo der Herzensnager Schmerz wühlt, habt ihr euern Lauf, Auch wo Lust ihr Reiselager Schlägt in einem Busen auf:
Ha, wie wogt das Festgetümmel In dem engen Kämmerlein, Wenn der ganze reiche Himmel Ueberfüllend will hinein!
O flieht keinen Wildumdrohten Von Orkan und Wetterſchein! Naht ihm, naht ihm, Friedensboten, Laßt den Armen nicht allein!
Iſt die Nacht vorbei, ſo fehle Ihm doch eure Treue nicht, Und die Traufe ſeiner Seele, Netze mild ſein Angeſicht
Mit der Wehmuth ſuͤßen Tropfen, Daß ſein Herz, war's auch gequaͤlt, Nie verlerne doch zu klopfen Dieſer ſchoͤnen Gotteswelt.
Nicht nur, wo der Herzensnager Schmerz wuͤhlt, habt ihr euern Lauf, Auch wo Luſt ihr Reiſelager Schlaͤgt in einem Buſen auf:
Ha, wie wogt das Feſtgetuͤmmel In dem engen Kaͤmmerlein, Wenn der ganze reiche Himmel Ueberfuͤllend will hinein!
<TEI><text><body><divn="1"><divn="2"><lgtype="poem"><pbfacs="#f0116"n="102"/><lgn="4"><l>O flieht keinen Wildumdrohten</l><lb/><l>Von Orkan und Wetterſchein!</l><lb/><l>Naht ihm, naht ihm, Friedensboten,</l><lb/><l>Laßt den Armen nicht allein!</l><lb/></lg><lgn="5"><l>Iſt die Nacht vorbei, ſo fehle</l><lb/><l>Ihm doch eure Treue nicht,</l><lb/><l>Und die Traufe ſeiner Seele,</l><lb/><l>Netze mild ſein Angeſicht</l><lb/></lg><lgn="6"><l>Mit der Wehmuth ſuͤßen Tropfen,</l><lb/><l>Daß ſein Herz, war's auch gequaͤlt,</l><lb/><l>Nie verlerne doch zu klopfen</l><lb/><l>Dieſer ſchoͤnen Gotteswelt.</l><lb/></lg><lgn="7"><l>Nicht nur, wo der Herzensnager</l><lb/><l>Schmerz wuͤhlt, habt ihr euern Lauf,</l><lb/><l>Auch wo Luſt ihr Reiſelager</l><lb/><l>Schlaͤgt in einem Buſen auf:</l><lb/></lg><lgn="8"><l>Ha, wie wogt das Feſtgetuͤmmel</l><lb/><l>In dem engen Kaͤmmerlein,</l><lb/><l>Wenn der ganze reiche Himmel</l><lb/><l>Ueberfuͤllend will hinein!</l><lb/></lg></lg></div></div></body></text></TEI>
[102/0116]
O flieht keinen Wildumdrohten
Von Orkan und Wetterſchein!
Naht ihm, naht ihm, Friedensboten,
Laßt den Armen nicht allein!
Iſt die Nacht vorbei, ſo fehle
Ihm doch eure Treue nicht,
Und die Traufe ſeiner Seele,
Netze mild ſein Angeſicht
Mit der Wehmuth ſuͤßen Tropfen,
Daß ſein Herz, war's auch gequaͤlt,
Nie verlerne doch zu klopfen
Dieſer ſchoͤnen Gotteswelt.
Nicht nur, wo der Herzensnager
Schmerz wuͤhlt, habt ihr euern Lauf,
Auch wo Luſt ihr Reiſelager
Schlaͤgt in einem Buſen auf:
Ha, wie wogt das Feſtgetuͤmmel
In dem engen Kaͤmmerlein,
Wenn der ganze reiche Himmel
Ueberfuͤllend will hinein!
Informationen zur CAB-Ansicht
Diese Ansicht bietet Ihnen die Darstellung des Textes in normalisierter Orthographie.
Diese Textvariante wird vollautomatisch erstellt und kann aufgrund dessen auch Fehler enthalten.
Alle veränderten Wortformen sind grau hinterlegt. Als fremdsprachliches Material erkannte
Textteile sind ausgegraut dargestellt.
Sie haben einen Fehler gefunden?
Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform
DTAQ melden.
Kommentar zur DTA-Ausgabe
Dieses Werk wurde von OCR-Software automatisch erfasst und anschließend
gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien
von Muttersprachlern nachkontrolliert. Es wurde gemäß dem
DTA-Basisformat in XML/TEI P5 kodiert.
Lenau, Nikolaus: Gedichte. Stuttgart, 1832, S. 102. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/lenau_gedichte_1832/116>, abgerufen am 10.08.2024.
Alle Inhalte dieser Seite unterstehen, soweit nicht anders gekennzeichnet, einer
Creative-Commons-Lizenz.
Die Rechte an den angezeigten Bilddigitalisaten, soweit nicht anders gekennzeichnet, liegen bei den besitzenden Bibliotheken.
Weitere Informationen finden Sie in den DTA-Nutzungsbedingungen.
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf
diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken
dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder
nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der
Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden.
Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des
§ 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen
Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung
der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu
vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
Zitierempfehlung: Deutsches Textarchiv. Grundlage für ein Referenzkorpus der neuhochdeutschen Sprache. Herausgegeben von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 2024. URL: https://www.deutschestextarchiv.de/.