Lenau, Nikolaus: Gedichte. Stuttgart, 1832.Dein Bild. Die Sonne sinkt, die Berge glüh'n, Und aus des Abends Rosen Seh' ich so schön dein Bild mir blüh'n, So fern dem Hoffnunglosen. Strahlt Hesperus dann hell und mild Am blauen Himmelsbogen, So hat mit ihm dein süßes Bild Die Sternenflur bezogen. Im mondbeglänzten Laube spielt Der Abendwinde Säuseln; Wie freudig um dein zitternd Bild Des Baches Wellen kräuseln! -- Es braust der Wald, am Himmel zieh'n
Des Sturmes Donnerflüge, Da mal' ich in die Wetter hin, O Mädchen, deine Züge. Dein Bild. Die Sonne ſinkt, die Berge gluͤh'n, Und aus des Abends Roſen Seh' ich ſo ſchoͤn dein Bild mir bluͤh'n, So fern dem Hoffnungloſen. Strahlt Hesperus dann hell und mild Am blauen Himmelsbogen, So hat mit ihm dein ſuͤßes Bild Die Sternenflur bezogen. Im mondbeglaͤnzten Laube ſpielt Der Abendwinde Saͤuſeln; Wie freudig um dein zitternd Bild Des Baches Wellen kraͤuſeln! — Es brauſt der Wald, am Himmel zieh'n
Des Sturmes Donnerfluͤge, Da mal' ich in die Wetter hin, O Maͤdchen, deine Zuͤge. <TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <pb facs="#f0065" n="51"/> </div> <div n="2"> <head> <hi rendition="#b #g">Dein Bild</hi> <hi rendition="#b">.</hi><lb/> </head> <milestone rendition="#hr" unit="section"/> <lg type="poem"> <lg n="1"> <l><hi rendition="#in">D</hi>ie Sonne ſinkt, die Berge gluͤh'n,</l><lb/> <l>Und aus des Abends Roſen</l><lb/> <l>Seh' ich ſo ſchoͤn dein Bild mir bluͤh'n,</l><lb/> <l>So fern dem Hoffnungloſen.</l><lb/> </lg> <lg n="2"> <l>Strahlt Hesperus dann hell und mild</l><lb/> <l>Am blauen Himmelsbogen,</l><lb/> <l>So hat mit ihm dein ſuͤßes Bild</l><lb/> <l>Die Sternenflur bezogen.</l><lb/> </lg> <lg n="3"> <l>Im mondbeglaͤnzten Laube ſpielt</l><lb/> <l>Der Abendwinde Saͤuſeln;</l><lb/> <l>Wie freudig um dein zitternd Bild</l><lb/> <l>Des Baches Wellen kraͤuſeln! —</l><lb/> </lg> <lg n="4"> <l>Es brauſt der Wald, am Himmel zieh'n</l><lb/> <l>Des Sturmes Donnerfluͤge,</l><lb/> <l>Da mal' ich in die Wetter hin,</l><lb/> <l>O Maͤdchen, deine Zuͤge.</l><lb/> </lg> </lg> </div> </div> </body> </text> </TEI> [51/0065]
Dein Bild.
Die Sonne ſinkt, die Berge gluͤh'n,
Und aus des Abends Roſen
Seh' ich ſo ſchoͤn dein Bild mir bluͤh'n,
So fern dem Hoffnungloſen.
Strahlt Hesperus dann hell und mild
Am blauen Himmelsbogen,
So hat mit ihm dein ſuͤßes Bild
Die Sternenflur bezogen.
Im mondbeglaͤnzten Laube ſpielt
Der Abendwinde Saͤuſeln;
Wie freudig um dein zitternd Bild
Des Baches Wellen kraͤuſeln! —
Es brauſt der Wald, am Himmel zieh'n
Des Sturmes Donnerfluͤge,
Da mal' ich in die Wetter hin,
O Maͤdchen, deine Zuͤge.
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| Zitationshilfe: | Lenau, Nikolaus: Gedichte. Stuttgart, 1832, S. 51. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/lenau_gedichte_1832/65>, abgerufen am 10.08.2024. |


